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Große Mehrheit für Lockerung - Offiziell: Irland kippt Abtreibungsverbot

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In Dublin jubeln sie auf den Straßen: Über 66 Prozent der Iren haben in einem Referendum Ja zur Lockerung des Abtreibungsgesetzes gesagt.

Beim Abtreibungsreferendum in Irland zeichnet sich eine deutliche Mehrheit für eine Lockerung des strikten Verbots von Schwangerschaftsabbrüchen ab.

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In einer historischen Volksabstimmung haben sich die Iren überraschend klar mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit dafür ausgesprochen, ihre seit Jahrzehnten geltenden strengen Abtreibungsregeln zu lockern. Nach Auszählung aller 40 Wahlkreise in dem katholisch geprägten Land votierten 66,4 Prozent für die notwendige Verfassungsänderung und nur 33,6 Prozent dagegen.

"Das Volk hat gesprochen", sagte der irische Ministerpräsident Leo Varadkar schon vor Ende der Auszählung. "Das Volk hat gesagt, dass wir eine moderne Verfassung für ein modernes Land wollen, dass wir Frauen trauen und wir sie respektieren, dass sie bei ihrer Gesundheit die richtige Entscheidung und die richtige Wahl treffen." Der deutliche Vorsprung der Legalisierungsbefürworter werde seiner Regierung ein stärkeres Mandat geben, ein neues Abtreibungsgesetz durchs Parlament zu bringen.

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Jugendministerin: Neues Gesetz bis Ende des Jahres

Kinder- und Jugendministerin Katherine Zappone sagte, sie sei sicher, dass das Parlament bis Ende des Jahres ein neues Abtreibungsgesetz verabschieden werde. Die Regierung hat vorgeschlagen, dass Abtreibungen während der ersten zwölf Wochen einer Schwangerschaft erlaubt werden. Schwangerschaftsabbrüche zu einem späteren Zeitpunkt sollten in Sonderfällen zugelassen werden.

Irland hat bisher innerhalb der EU eines der strengsten Gesetze zur Abtreibung. Fast 3,5 Millionen Bürger waren aufgerufen, über den achten Zusatzartikel der Verfassung zu entscheiden, der Schwangerschaftsabbrüche strikt untersagt. Die Auszählung der Stimmen begann am Samstagmorgen.

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Bislang bis zu 14 Jahre Haft bei Abtreibung

In der katholisch geprägten Republik Irland hat das strikte Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen seit einem Referendum 1983 Verfassungsrang. Abtreibungen sind selbst bei Vergewaltigung, Inzest oder einer Missbildung des Fötus untersagt. Bei einer Abtreibung drohen Frauen bis zu 14 Jahre Haft. Seit 2013 sind Abtreibungen in seltenen Fällen erlaubt, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist.

Die Kampagne wurde emotional und erbittert geführt. Anders als vor dem Referendum 1983 hielt sich die katholische Kirche diesmal zurück - mehrere Skandale um Kindesmissbrauch hatten den Einfluss der in Irland einst übermächtigen Institution zuletzt schwinden lassen. 2015 hatten sich die Iren in einem Referendum bereits mit klarer Mehrheit für die Einführung der Homo-Ehe ausgesprochen.

Mehrheit für Ende des Abtreibungsverbots auch im Parlament

Die irischen Abtreibungsgegner scheinen die Niederlage zu akzeptieren, inhaltlich bleiben sie aber hart. "Ein Recht auf Abtreibung würde Irland einen tragischen Schlag versetzen, aber die Lebensrechtsbewegung wird sich jeder Herausforderung stellen", sagte die bekannte Abtreibungsgegnerin Cora Sherlock. Der Sprecher der Kampagne "Rettet den Achten", John McGuirk, sagte, das Lebensrecht eines ungeborenen Kinder bestehe "unabhängig davon, was eine Mehrheit sagt".

Die Regierung hat angekündigt, im Falle eines Siegs des Ja-Lagers Abtreibungen in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen straffrei zu stellen. Bei bestimmten Indikationen soll sie bis zur 24. Woche erlaubt sein. Im irischen Parlament gibt es eine Mehrheit für das Ende des Abtreibungsverbots.

Abtreibungs-Regelungen in Europa

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