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Gewaltige Schäden in den USA - "Irma" über Florida: Wie eine Sintflut

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Hurrikan "Irma" hat in Florida gewaltige Schäden angerichtet. Sturzfluten und heftige Regenfälle sorgten für Überschwemmungen, Sturmböen rissen Hausdächer herab und kappten Stromleitungen. Bewohner der Inselgruppe Florida Keys können vielleicht sogar erst in einigen Wochen in ihre Häuser zurückkehren.

Hurrikan Irma hat über Florida schwer gewütet, Teile des Bundesstaates sind komplett zerstört. Schätzungen gehen von Schäden bis zu 40 Milliarden Dollar aus. Der Wiederaufbau wird Monate dauern.

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Sturzfluten, überschwemmte Straßen, Stromausfälle: Nachdem der Hurrikan "Irma" mit Urgewalt über Florida hinweggezogen ist, kämpft der Bundesstaat mit den Folgen. Der Sturm riss in vielen Teilen Hausdächer herab und kappte Stromleitungen. Es gab Berichte über Plünderungen und Einbrüche. Mindestens vier Menschen kamen ums Leben.

Der Sturm verlor am Montag an Kraft und wurde vom Hurrikan-Zentrum zum tropischen Tief herabgestuft. Obwohl die befürchteten schlimmsten Katastrophen-Szenarien in Florida ausblieben, waren die ersten Schadensbilanzen des Sturms dennoch gewaltig. Der Sturm hatte die Südspitze Floridas am Sonntag als Hurrikan der zweithöchsten Kategorie 4 erreicht - mit Böen von bis zu 229 Kilometern pro Stunde. Und wegen seiner enormen Größe hatte "Irma" die gesamte Halbinsel erfasst.

Pegelstände erreichen Rekordhöhen

Auch Städte im Nordosten Floridas kämpften deshalb mit Überschwemmungen. Nach Angaben der Behörden waren am Montag 6,2 Millionen Haushalte im Bundesstaat von der Stromversorgung abgeschnitten - mehr als die Hälfte aller Haushalte in Florida. Die Katastrophenschutzbehörde Fema rechnete damit, dass einige Gegenden noch über Wochen keinen Strom haben könnten.

In Jacksonville kam es zu Sturzfluten. In der Stadt im Nordosten, die mit ihren rund 880.000 Einwohnern die größte in Florida ist, mündet der St. Johns River ins Meer. Der Fluss fließt mitten durch den Ort, was Überschwemmungen verheerend macht.

Die Pegelstände erreichten nach Angaben der Behörden Rekordhöhen. Die Bezirke am Wasser wurden evakuiert. Die Polizei rief Anwohner auf, sich in Sicherheit zu bringen. "Raus mit euch!", schrieb das Büro des Sheriffs im Kurznachrichtendienst Twitter. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden gingen bis Montagmittag rund 600 Notrufe ein.

Inselgruppe womöglich für Wochen nicht erreichbar

Auch andernorts blieb die Lage angespannt. In Daytona Beach retteten Sicherheitskräfte 25 Menschen vor dem Wasser, wie der Sender CNN berichtete. Bange Blicke richteten sich auch an die weiter nördlich gelegenen Küsten Georgias und South Carolinas. Das Hurrikanzentrum berichtete, "Irma" werde bis Dienstag mit 30 Kilometern pro Stunde Richtung Georgia ziehen und am Dienstag Alabama erreichen. Dort wird sich der Sturm weiter abschwächen. Über Festland verlieren Hurrikane Energie. Das Hurrikanzentrum stuft den Sturm dann offiziell herunter.

Das Weiße Haus teilte mit, dass Bewohner der Florida Keys möglicherweise über Wochen nicht auf die Inselgruppe zurückkehren können. Es werde dauern, bis sich die Gegend von dem Sturm erholt habe, sagte der Heimatschutzberater von US-Präsident Donald Trump, Tom Bossert. Man habe Grund zur Annahme, dass einige der Zugbrücken, die die Straßen zwischen den Inseln verbinden, verbogen seien. Die Keys liegen vor der Südspitze Floridas und haben rund 70.000 Einwohner. Einzige Landverbindung zwischen den Inseln und dem Festland ist der Overseas Highway, der zu einem großen Teil aus Brücken besteht.

Plünderer festgenommen

US-Medien schilderten aus mehreren Städten an der Ostküste Floridas Überfälle, viele Täter seien bewaffnet. Die Polizei von Miami meldete 28 Festnahmen von mutmaßlichen Plünderern. Der umliegende Bezirk hatte eine Ausgangssperre bis 7 Uhr Ortszeit verhängt. In der Stadt Weston wurde nach Angaben verschiedener lokaler Medien ein 17 Jahre alter Dieb von einem Sicherheitsbeamten angeschossen.

In Miami wälzten sich Wassermassen durch die Altstadt und das Bankenviertel. Auf Bildern und Videos war zu sehen, wie der Sturm das Wasser in die Stadt drückte und große Straßen zu reißenden Flüssen machte. Auch aus der zentral gelegenen Großstadt Orlando berichteten lokale Medien und Augenzeugen auf Twitter von hüfthohem Wasser.

Aufräumarbeiten beginnen im Südwesten

Nach dem Sturm ist vor dem Aufräumen: Wie groß die Schäden am Ende sein werden, ist noch völlig unklar - es wird aber wohl um viele Milliarden US-Dollar gehen. "Irma" war so groß, dass der Hurrikan die gesamte Halbinsel überdeckte.

An der Südwestküste Floridas schien am Montag wieder die Sonne. Anwohner Daniel Rodriguez konnte in sein Haus zurückkehren. Die Schäden im Inneren hielten sich in Grenzen. Aber auf dem Dach lag ein Baum. Zusammen mit seinem Stiefsohn Emiliano, mit Nachbarn und Freunden versuchte Rodriguez, zumindest die völlig verwüstete Zufahrtsstraße wieder nutzbar zu machen. Mit Macheten und Kettensägen bearbeiteten sie bei 30 Grad Celsius die querliegenden Bäume.

Vor "Irmas" Eintreffen waren mehr als 6,5 Millionen Menschen aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen und sich vor dem Sturm in Sicherheit zu bringen. Es war eine der größten Evakuierungsaktionen in der Geschichte der USA. In 64 der 67 Bezirke Floridas waren insgesamt 573 Notunterkünfte eingerichtet worden. Dort hatten mehr als 155.000 Menschen ausgeharrt. Sie begannen am Montag, Schulen, Kirchen und Sportarenen zu verlassen und sich auf den Weg nach Hause zu machen.

Trump will möglichst bald nach Florida

Während "Irma" an der Atlantikküste für Überschwemmungen sorgte, ging das Wasser an der Golfküste im Westen zunächst eindrucksvoll zurück. Die Meteorologen warnten aber eindringlich, dass das Wasser in einer Welle zurückkommen werde, nachdem das Auge des Wirbelsturms durchgezogen sei.

Die verbliebenen Menschen am Golf hatten sich auf Sturmfluten von bis zu 4,5 Metern Höhe vorbereitet. Der Sender ABC berichtete von fünf Toten, die in Florida bei Autounfällen starben oder tot in ihren Häusern gefunden wurden. Die "New York Times" schrieb von vier Toten. Die Zahlen könnten noch steigen.

US-Präsident Donald Trump kündigte an, möglichst bald nach Florida reisen zu wollen, um sich ein Bild von den Schäden zu machen. "Das sind Stürme von katastrophalem Ausmaß", erklärte er am Montag. Der Präsident appellierte gleichzeitig an das Gemeinschaftsgefühl der Gesellschaft. "Wenn Amerikaner in Not sind, stehen sie zusammen."

Bereits bevor "Irma" aufs Festland getroffen war, hatte Trump eine Notfall-Deklaration erlassen. Sie ermöglicht Florida finanzielle Hilfen der Bundesregierung. Das US-Verteidigungsministerium schickte drei Schiffe an Floridas Küste, um die Rettungsarbeiten zu unterstützen.

König besucht Sint Maarten

"Irma" hält die Region bereits seit Tagen in Atem. Bei seinem Zug durch die Karibik hatte der Sturm nach inoffiziellen Schätzungen mehr als 20 Menschen das Leben gekostet, einige Gebiete gelten als unbewohnbar.

Schwere Schäden gab es auf Kuba, den Jungferninseln sowie auf Barbuda und Saint-Bartélémy. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte an, die ebenfalls schwer betroffene Insel Saint-Martin am Dienstag zu besuchen. Bereits am Sonntag (Ortszeit) hatte der niederländische König Willem-Alexander auf der Insel Curacao mit Opfern gesprochen. Am Montag traf Willem-Alexander auf Sint Maarten ein, wo er sich gemeinsam mit dem niederländischen Innenminister Roland Plasterk einen Überblick über die Lage und die angelaufene Hilfe verschaffen wollte.

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