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Gewaltiger Hurrikan - "Irma" wütet in der Karibik - Kuba rüstet sich

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Tod und Zerstörung: Mit voller Wucht ist Monster-Hurrikan "Irma" über mehrere karibische Inseln hinweggefegt - und nimmt Kurs auf Kuba. Mindestens zehn Menschen starben, und die nächsten Stürme brauen sich gerade zusammen.

Nach den Verwüstungen auf der Karibikinsel St. Barth traf Hurrikan „Irma“ auf Saint Martin, dort sollen 95 Prozent der Häuser zerstört sein. Er soll jetzt auf die Turks- und Caicos-Inseln treffen und dann Richtung Kuba und Florida ziehen.

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Der Rekord-Hurrikan "Irma" hat in der Karibik mindestens zehn Menschen das Leben gekostet und nimmt nun Kurs auf das dicht besiedelte Florida. Mit Windgeschwindigkeiten bis zu 300 Kilometern pro Stunde zerstörte der stärkste je gemessene Atlantik-Sturm am Mittwoch fast alle Gebäude auf mehreren Inseln. In Puerto Rico führte "Irma" offenbar zu einem Stromausfall bei zwei Drittel der rund eine Million Einwohner.

Am Donnerstag passierte der Sturm die Dominikanische Republik und Haiti und zieht nun weiter über die Bahamas nach Kuba. Am Wochenende wird "Irma" in Florida erwartet. Den USA droht damit innerhalb von zwei Wochen nach "Harvey" der zweite verheerende Hurrikan.

"Völlige Verwüstung gesehen"

"Wir sind nach Barbuda geflogen und haben völlige Verwüstung gesehen", sagte der Ministerpräsident des karibischen Inselstaates Barbuda und Antigua, Gaston Browne, der BBC. Neunzig Prozent der Häuser seien beschädigt oder zerstört, die Hälfte der 1.800 Bewohner obdachlos. Fernsehbilder aus dem französischen Überseegebiet Saint Martin zeigten im Hafen aufgetürmte Jachten und überflutete Straßen und Wohnungen.

Allein in diesem französischen Teil der Insel St. Martin starben mindestens sechs Menschen. Frankreich korrigierte frühere Angaben, nach denen acht Menschen ums Leben kamen, und meldete fünf Tote. Eine weitere Person kam im niederländischen Teil Sint Maarten ums Leben. Die Zahl der Todesopfer dürfte nach Angaben der Behörden aber noch steigen.

Evakuierung an den Küsten Georgias

Nachdem "Harvey" 60 Menschen das Leben gekostet und Schäden von bis zu 180 Milliarden Dollar angerichtet hatte, riefen die US-Behörden wegen "Irma" erneut den Notstand aus. Sie begannen mit der Evakuierung der Küste Georgias sowie der Südspitze von Florida. Sie forderten alle Touristen auf, die Urlaubsregion Florida Keys zu verlassen. Insgesamt könnten zunächst bis zu 100.000 Menschen ihre Häuser räumen müssen. Airlines sagten Flüge in der Region ab. Auch das Feriendomizil "Mar-a-Lago" von Präsident Donald Trump könnte von "Irma" heimgesucht werden.

Trump hatte den Budget-Streit mit dem Kongress am Mittwoch vorerst beigelegt, um eine Ausgabensperre zu vermeiden. Diese hätte die US-Behörden im Kampf gegen Sturmschäden gelähmt. In Erwartung einer Störung der US-Ölproduktion durch "Irma" decken sich Anleger mit dem Rohstoff ein. Dies verteuert die Sorte Brent um 0,3 Prozent auf 54,44 Dollar je Fass. "Irma" ist dem Nationalen Hurrikan-Zentrum (NHC) der USA zufolge der stärkste Hurrikan, der jemals außerhalb der Karibik und des Golfs von Mexiko verzeichnet wurde. "Der Wind, den wir hier erleben, ist stärker als jeder, den wir bisher hier erlebt haben", sagte Gouverneur Ricardo Rossello dem Sender CNN. "Wir erwarten große Schäden."

Touristen verlassen Kuba

Kuba könnte am Freitag direkt von "Irma" getroffen werden. Die Behörden sprachen eine Warnung für die zentralen und östlichen Inselteile aus. In der Hauptstadt Havanna bildete sich Schlangen vor Geschäften und Tankstellen, wo sich Einwohner mit Lebensmitteln und Benzin versorgen wollten.

Die kubanische Regierung teilte mit, zahlreiche Touristen - die meisten Kanadier - würden auf Drängen der kanadischen Regierung ausgeflogen. Meteorologen zufolge dürfte der Hurrikan am Samstag oder Sonntag die USA erreichen. Unklar ist allerdings, inwieweit er sich dann abgeschwächt hat. Derzeit ist er in der höchsten Kategorie "5" eingestuft.

Zwei weitere Hurrikans

Das NHC rechnet im besten Fall damit, dass er auf "4" zurückgeht. Mit "Katia" und "Jose" bildeten sich am Mittwoch bereits zwei weitere Hurrikans. US-Metereologen erwarteten allerdings nicht, dass "Katia" das US-Festland erreichen wird. "Jose" könnte dagegen der Spur der Verwüstung von "Irma" folgen.

Floridas Gouverneur Rick Scott zufolge könnte "Irma" schwerere Schäden anrichten als der Wirbelsturm "Andrew" 1992 - bis heute einer der teuersten Naturkatastrophen in der Geschichte der USA. Scott warnte die Bürger auch vor der Sturmflut infolge von "Irma", die Menschen in Lebensgefahr bringen könne. Er forderte dazu auf, Evakuierungsanordnungen
Folge zu leisten.

"Sind sie auf sich allein gestellt"

In Key West an der äußersten Spitze der Inselkette Florida Keys waren die Straßen den örtlichen Behörden zufolge bereits menschenleer und 90 Prozent der Geschäfte geschlossen. Auch die Polizei und Einsatzkräfte würden den bei Touristen beliebten Ort verlassen, sagte Bezirksverwalter Roman Gastesi. "Wenn Sie bleiben, sind sie auf sich allein gestellt."

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