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Hurrikan - "Irma" rauscht an Haiti vorbei - Schäden übersichtlich

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Vorsichtig atmen die Menschen in Haiti und der Dominikanischen Republik auf - dort hat Hurrikan "Irma" weniger Schäden verursacht als befürchtet - bisher. Entwarnung gibt es noch nicht. Auf anderen, völlig zerstörten Inseln kam es unterdessen zu Plünderungen. Der Sturm nimmt nun Kurs auf Kuba und Florida.

Hurrikan "Irma" hat auf seinem zerstörerischen Weg durch die Karibik mindestens 17 Menschen getötet. Er gilt als der schwerste jemals in der Region registrierte Wirbelsturm. Derzeit nimmt "Irma" Kurs auf Kuba und Florida.

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Der inzwischen von der höchsten Stärke 5 auf 4 herabgestufte Wirbelsturm "Irma" hatte in der Nacht zu diesem Freitag Haiti passiert. Dabei hat der Hurrikan nach ersten Einschätzungen von Hilfsorganisationen weniger Schäden verursacht als befürchtet. "Hätte "Irma" einen südlicheren Weg eingeschlagen, wäre es zur Katastrophe gekommen", sagte Martin van de Locht, Leiter der Internationalen Programme von World Vision. Auch bei Caritas International ist man vorerst erleichtert. In der Dominikanischen Republik gebe es nach ersten Berichten keine Toten, sagte ein Sprecher. Etwa 200 Häuser seien vollständig zerstört.

Keine Entwarnung - Überschwemmungen befürchtet

Eine komplette Entwarnung für die Region wollte Caritas international aber noch längst nicht geben. Vor allem der tiefer gelegene Norden Haitis könne noch von Überschwemmungen bedroht sein. Solche Überschwemmungen können laut dem Arbeiter Samariterbund langfristige Folgen für das Land haben. Meerwasser könne Brunnen versalzen, Trümmer auf Feldern der Bauern hinterlassen und Erdrutsche verursachen, sagte eine Sprecherin der Hilfsorganisation.

Die Menschen auf Haiti, einem der ärmsten Länder der Region, leiden noch immer unter den Auswirkungen des Erdbebens von 2010 und des Hurrikans "Matthew" 2016. "Das Grundproblem der Haitianer ist, dass sie sich nicht auf ihren teils dysfunktionalen Staat verlassen können", sagte Caritas international-Sprecher Achim Reinke. Gerade für solche Länder, die dann Wirbelstürmen regelrecht ausgeliefert seien, müsse vielmehr in Katastrophenvorsorge investiert werden. "Pi mal Daumen erspart ein Euro Vorsorge sieben Euro in der Nothilfe", sagt Reinke.

Plünderer ziehen über Inseln

Frankreich und die Niederlande haben nach dem Durchzug von Hurrikan "Irma" über Plünderungen auf verwüsteten Karibikinseln geklagt. "Die Lage ist ernst", sagte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte in Den Haag über Plünderungen auf der Insel Sint Maarten. Auch im französischen Inselteil Saint-Martin sowie auf Saint-Barthélemy machten sich Diebe am Eigentum verwüsteter und verlassener Häuser zu schaffen, wie die französische Ministerin für die Überseegebiete, Annick Girardin, sagte.

Sie habe mit eigenen Augen Plünderungen gesehen, sagte Girardin am Donnerstagabend (Ortszeit) nach einem Überflug über Saint-Martin und Saint-Barthélemy. Zuvor hatten schon Augenzeugen von Plünderungen berichtet. Girardin kündigte die Entsendung von 400 Polizisten in die französischen Gebiete an.

Die Gesundheitsversorgung und die Versorgung der Menschen mit Wasser und Lebensmitteln habe "größte Dringlichkeit", sagte die Ministerin. An zweiter Stelle komme die "öffentliche Ordnung". Justizministerin Nicole Belloubet sagte dem französischen Sender RTL, es sei ein Staatsanwalt nach Saint-Martin entsandt worden.

Niederlande schicken Sicherheitskräfte

Rutte sagte vor Journalisten, die niederländische Regierung schicke zusätzliche Polizisten und Soldaten nach Sint Maarten, um für Ordnung zu sorgen. Der Hafen und der Flughafen seien für militärische Zwecke wieder geöffnet worden. Priorität habe aber die Lieferung von Wasser und Lebensmitteln sowie Medikamenten und Zelten für die Sturmopfer. Die niederländische Regierung tue alles in ihrer Macht Stehende, um den Betroffenen zu helfen. "Wir geben Sint Maarten nicht auf", sagte Rutte.

Hurrikan "Irma" zieht derzeit eine Schneise der Verwüstung durch die Karibik. Mindestens zwölf Menschen kamen ums Leben. Der französische Rückversicherer CCR schätzte am Freitag, dass der materielle Schaden in den französischen Gebieten bei deutlich über 200 Millionen Euro liegen dürfte.

Florida rüstet sich

Jetzt hält Hurrikan "Irma" auf Kuba und Florida zu. Die Behörden gaben eine Hurrikan-Warnung aus, die Gebiete im US-Staat Florida, Haiti, die Bahamas, Kuba und die britischen Überseegebiete Turks- und Caicos umfassen. Nach letzten Modellen könnte die Millionenmetropole Miami voll von "Irma" erfasst werden. Gouverneur Rick Scott rief die Einwohner des US-Bundesstaates zu äußerster Vorsicht auf. Der bevorstehende Sturm sei in vielen Teilen Floridas lebensgefährlich.

Im Süden, etwa auf der Inselkette der Florida Keys, wurden Evakuierungen angeordnet. Tausende Menschen verließen bereits die bedrohten Gebiete. Jeder müsse sich darauf vorbereiten, sein Zuhause zu verlassen, sagte Scott. Auch an Kubas Nordküste wurden Zehntausende ausländische Touristen vorsorglich in Sicherheit gebracht, die Behörden riefen die höchste Alarmstufe aus. Auch in der Dominikanischen Republik brachten die Behörden Touristen in Sicherheit.

Hälfte der Puerto-Ricaner ohne Strom

Das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) der USA stufte den Wirbelsturm am Freitag zwar auf die zweithöchste Stufe vier herab, nannte ihn aber weiterhin "extrem gefährlich". In Puerto Rico war mehr als die Hälfte der drei Millionen Einwohner ohne Strom. Angesichts von Überschwemmungen im Zentrum und im Norden der Insel mobilisierte Gouverneur Ricardo Rossello die Nationalgarde. Zudem ließ er Notunterkünfte für bis zu 62.000 Menschen einrichten.

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