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Zerstörung in der Karibik - Hurrikan "Irma": Kurs auf Kuba und Florida

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Auf seinem zerstörerischen Zug durch die Karibik hält Hurrikan "Irma" auf Kuba und Florida zu. Tausende Bewohner bringen sich in Sicherheit. Auch die Millionenmetropole Miami könnte es treffen. Die Zahl der Toten in der Karibik ist mittlerweile auf mindestens zwölf gestiegen.

Hurrikan "Irma" hat auf seinem zerstörerischen Weg durch die Karibik mindestens 17 Menschen getötet. Er gilt als der schwerste jemals in der Region registrierte Wirbelsturm. Derzeit nimmt "Irma" Kurs auf Kuba und Florida.

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Wirbelsturm "Irma" hält Kurs auf die Südostküste der USA. Die Behörden gaben eine Hurrikan-Warnung aus, die Gebiete im US-Staat Florida, Haiti, die Bahamas, Kuba und die britischen Überseegebiete Turks- und Caicos umfassen. Nach letzten Modellen könnte die Millionenmetropole Miami voll von "Irma" erfasst werden. Gouverneur Rick Scott rief die Einwohner des US-Bundesstaates zu äußerster Vorsicht auf. Der bevorstehende Sturm sei in vielen Teilen Floridas lebensgefährlich.

Im Süden, etwa auf der Inselkette der Florida Keys, wurden Evakuierungen angeordnet. Tausende Menschen verließen bereits die bedrohten Gebiete. Jeder müsse sich darauf vorbereiten, sein Zuhause zu verlassen, sagte Scott. Auch an Kubas Nordküste wurden Zehntausende ausländische Touristen vorsorglich in Sicherheit gebracht, die Behörden riefen die höchste Alarmstufe aus. Auch in der Dominikanischen Republik brachten die Behörden Touristen in Sicherheit.

Hälfte der Puerto-Ricaner ohne Strom

Hurrikan "Irma" fegt derweil weiter mit großer Wucht durch die Karibik. Das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) der USA stufte den Wirbelsturm am Freitag zwar auf die zweithöchste Stufe vier herab, nannte ihn aber weiterhin "extrem gefährlich". Mindestens vier Menschen wurden auf den Jungferninseln getötet, wie die Behörden mitteilten. Aus Puerto Rico  wurden mindestens zwei Tote gemeldet. In dem US-Außengebiet war mehr als die Hälfte der drei Millionen Einwohner ohne Strom. Angesichts von Überschwemmungen im Zentrum und im Norden der Insel mobilisierte Gouverneur Ricardo Rossello die Nationalgarde. Zudem ließ er Notunterkünfte für bis zu 62.000 Menschen einrichten.

Zuvor hatte der Wirbelsturm bereits verheerende Zerstörungen auf den Urlaubsinseln Saint-Martin, Saint Barthélemy und Barbuda angerichtet. Im französischen Teil von Saint-Martin wurden vier Tote und rund 50 Verletzte gezählt. In Sint Maarten, dem niederländischen Teil der Insel, wurde ein Mensch getötet, wie die Regierung in Den Haag bekannt gab. Ein Todesopfer gab es auf Barbuda. Damit stieg die Gesamtzahl der Opfer auf mindestens zwölf.

"Zu 95 Prozent zerstört"

Die ersten Schadensbilanzen auf den betroffenen Inseln waren verheerend. Die Insel Saint-Martin sei zu "zu 95 Prozent zerstört", sagte der Präsident des französischen Teils, Daniel Gibbs. Die Insel Barbuda sei ebenfalls "kaum mehr bewohnbar", sagte der Premierminister des Zwei-Insel-Staats Antigua und Barbuda, Gaston Browne. Er bezeichnete die Insel als "Trümmerhaufen".

Sint Maarten war nach den Worten des niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte wegen starker Schäden am Flughafen und am Hafen von der Außenwelt abgeschnitten. Dennoch bereitete die niederländische Luftwaffe eine Luftbrücke für Hilfsgüter vor, ebenso wie die französische Regierung. Großbritannien schickte zwei Kriegsschiffe in die Gegend, um den Opfern zu helfen.

Windstärken von 285 Kilometer pro Stunde

Auch der Nordosten Haitis wurde von sintflutartigen Regenfällen heimgesucht. Windböen deckten Dächer ab, in der Stadt Ouanaminthe an der Grenze zur Dominikanischen Republik standen die Häuser bis zu 30 Zentimeter unter Wasser, wie der Zivilschutz mitteilte. Zwei Menschen wurden verletzt, als eine entwurzelte Kokospalme auf ihr Haus in der Nähe der Hafenstadt Cap-Haïtien stürzte.

Um 23 Uhr (MESZ) befand sich das Auge des Sturms nur wenige Kilometer nördlich von Haiti und bewegte sich auf die Bahamas zu. Viele Menschen hoffen nun, dass die Schäden durch "Irma" in Haiti weniger groß ausfallen als zunächst befürchtet. In der Dominikanischen Republik wurden Windstärken von 285 Stundenkilometern gemessen, rund 5.500 Menschen wurden angesichts des Sturms mit heftigen Regenfällen in Sicherheit gebracht.

Nach Angaben von Meteorologen zählt "Irma" zu den stärksten Stürmen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Atlantik. Derweil verstärkte sich auch Hurrikan "Jose" auf Kategorie 3, wie das US-Hurrikanzentrum NHC mitteilte. Der Wirbelsturm befand sich am späten Donnerstag (Ortszeit) etwa 950 Kilometer östlich der Kleinen Antillen. Ebenfalls in der Gegend wütet Tropensturm "Katia", der derzeit auf Kategorie 1 eingestuft ist. Er könnte vor Freitag die Küste des mexikanischen Bundesstaates Veracruz erreichen.

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