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Rakka in Syrien - IS-Kämpfer kapitulieren in ihrer heimlichen Hauptstadt

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Für den sogenannten Islamischen Staat war Rakka die heimliche Hauptstadt des Kalifats in Syrien. Nun bricht die IS-Herrschaft zusammen. Alle einheimischen Kämpfer sollen kapituliert haben. Nur ausländische Kämpfer harren offenbar noch aus - unter ihnen der Drahtzieher des Bataclan-Anschlags in Paris.

In der einstigen IS-Hochburg Rakka deutet sich die Schlussoffensive an. Kurdische Kämpfer haben nach monatelangen Gefechten die IS-Terroristen mit Hilfe der USA weitgehend zurückgedrängt.

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Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) steht vor dem Verlust ihrer Hochburg Rakka in Nordsyrien. Nach Angaben von Menschenrechtlern haben inzwischen alle syrischen IS-Kämpfer die Stadt verlassen. Ausländische Kämpfer harrten aber dort noch aus. In der Nacht zum Samstag habe auch die letzte syrische IS-Gruppe die Stadt geräumt, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Die Internationale Koalition unter Führung der USA sprach von 100 Dschihadisten, die sich in den vergangenen 24 Stunden ergeben hätten.

Drahtzieher der Pariser Anschläge offenbar in Rakka gefangen

In den vergangenen Tagen seien die Männer und ihre Familien nach einer Abmachung der kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) mit den Extremisten aus der Stadt gebracht worden. Die SDF, die von den USA aus der Luft und durch Spezialkräfte am Boden unterstützt werden, gaben zunächst keine Stellungnahme zu den Entwicklungen ab. Das Anti-IS-Bündnis bestätigte eine Einigung, die auch Zivilisten beinhalte. Die SDF berichteten indes, dass sie immer noch in Gefechte in der Stadt verwickelt seien.

Ausländische Mitglieder des IS verharrten den Menschenrechtlern zufolge aber weiter in der schwer umkämpften Stadt. Es war zunächst unklar, um wie viele Kämpfer es sich handelte. Die Verhandlungen über ihren Abzug stockten nach Angaben der Beobachtungsstelle deswegen, weil der Drahtzieher des schweren Anschlages in Paris 2015 unter den Verbliebenen sein soll. Er soll sich weigern aufzugeben.

Bei der koordinierten Anschlagserie in Paris im November 2015 töten IS-Extremisten 130 Menschen. In der Konzerthalle Bataclan richten sie ein Massaker an, Bars und Restaurants wurden beschossen, am Stade de France sprengten sich während des Fußball-Länderspiels Frankreich-Deutschland drei Selbstmordattentäter in die Luft.

IS-Kämpfer ergeben sich nur selten

Dass IS-Kämpfer sich ergeben, ist in den Augen der Dschihadisten in höchstem Maße unehrenhaft und deshalb relativ selten. Die Internationale Koalition sieht den Grund dafür auch darin, dass die Kämpfer an der Front völlig von der Führungsebene der Organisation abgeschnitten sind.

Rakka war von den Dschihadisten 2014 erobert worden und galt neben Mossul im Nordirak als wichtigste Stadt in den Händen des IS. Das SDF-Bündnis hatte die Offensive im November vergangenen Jahres begonnen; nachdem die Stadt eingekreist worden war, begann der Sturm auf Rakka Anfang Juni. Die internationale Anti-IS-Koalition unterstützt die Offensive aus der Luft. Sie gibt an, dass 85 Prozent der Stadt vom IS befreit seien. Trotzdem erwarte man "schwierige Kämpfe in den nächsten Tagen". Es sei noch unklar, wann Rakka endgültig fallen werde.

Die Vereinten Nationen (UN) hatten am Freitag berichtet, dass etwa 8.000 Zivilisten weiterhin in Rakka eingeschlossenen seien. Wasser, Nahrung und Medikamente seien knapp. Hunderttausende waren in den vergangenen Monaten vor den Kämpfen aus der Region geflüchtet. In der vergangen Woche konnten der Internationalen Koalition zufolge 1.500 Zivilisten die Stadt verlassen.

IS verliert immer größeres Gebiet

Im Osten des Landes nahmen Regierungstruppen unterdessen die Stadt Al-Majadin ein. Eine Militärquelle bestätigte der dpa, die Einheiten hätten die Stadt vollständig unter Kontrolle. Es würden nun letzte Extremisten in der Stadt gesucht.

Der IS hatte in den vergangenen Monaten bereits die wichtigsten Teile seines Herrschaftsgebietes in Syrien und im Irak verloren, in dem er einst ein Kalifat ausgerufen hatte. Im Nordirak wurden sie aus ihren wichtigsten Städten, darunter die Großstadt Mossul, vertrieben. Auch in Syrien werden die Dschihadisten immer weiter zurückgedrängt.

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