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Mutmaßlicher IS-Sympathisant festgenommen

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ICE-Anschläge in Deutschland - Mutmaßlicher IS-Sympathisant festgenommen

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Nach Anschlägen auf ICE-Strecken in Bayern und Berlin ist ein mutmaßlicher Anhänger der Terrormiliz IS in Wien festgenommen worden. Ermittlungen zu möglichen Hintermännern laufen.

Polizisten suchen auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München, aufgenommen am 30.10.2018 in Bayern
IS-Sympathisant wegen ICE-Anschlägen festgenommen
Quelle: dpa

Nach Anschlägen mit gespannten Stahlseilen auf Bahnstrecken in Bayern und Berlin hat die Polizei in Wien einen 42-jährigen Iraker unter Terrorverdacht festgenommen. Der Mann, der in Wien wohnt, sympathisiert offensichtlich mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), wie die Generalstaatsanwaltschaften in München und Berlin sowie der Polizeipräsident Berlin und das bayerische Landeskriminalamt am Mittwoch mitteilten.

In Tatortnähe aufgefundene Schriftstücke in arabischer Sprache sowie eine Flagge des sogenannten Islamischen Staates begründen einen terroristischen Tatverdacht.
Staatsanwaltschaft Wien

Die Staatsanwaltschaft Wien erklärte, der Mann stehe im dringenden Verdacht, im Oktober und Dezember in Deutschland terroristische Anschläge auf Bahnstrecken durchgeführt zu haben. Nur aufgrund eines technischen Fehlers sei es nicht zur geplanten Tötung von Menschen gekommen. "In Tatortnähe aufgefundene Schriftstücke in arabischer Sprache sowie eine Flagge des sogenannten Islamischen Staates begründen einen terroristischen Tatverdacht", erklärte die Behörde. Der Beschuldigte zeige sich im Hinblick auf die Taten geständig, bestreite aber einen terroristischen Hintergrund.

ICE der Deutschen Bahn. Archivbild
ICE der Deutschen Bahn. Archivbild
Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Konkret geht es um zwei Fälle: Am 7. Oktober war auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München bei Allersberg ein Stahlseil zwischen den Oberleitungsmasten befestigt worden, zudem wurden mit Metallteilen verstärkte Holzkeile auf den Gleisen aufgebracht, um einen darüberfahrenden Zug zum Entgleisen zu bringen, wie die Ermittler mitteilten. Ein ICE hatte die Hindernisse überfahren, war aber nur leicht beschädigt worden.

Vergleichbarer Eingriff im Dezember

Die Polizei Berlin hatte dann am 24. und 25. Dezember von einem vergleichbaren Eingriff an einer Bahnstrecke in Karlshorst berichtet, bei dem auch ein Oberleitungsschaden festgestellt worden war. Ein Zug war beschädigt worden, verletzt wurde niemand. Auch hier fanden Ermittler in Tatortnähe Schriftstücke in arabischer Sprache sowie eine Flagge des IS. Auf dieser Bahnstrecke fahren Regional- und EC-Züge.

Die Festnahme erfolgte bereits am Montag, aktuell wird der Mann in Wien auch von deutschen Ermittlern vernommen. Gegen ihn liegen Haftbefehle der Staatsanwaltschaft Wien wegen Verdachts der terroristischen Straftaten des versuchten Mordes und der schweren Sachbeschädigung, der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und dem Verbrechen der kriminellen Organisation vor. Auch das Amtsgericht München hat Haftbefehl erlassen, wegen des Verdachts des versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlichem Eingriff in den Bahnverkehr und versuchter Störung öffentlicher Betriebe.

Ermittlungen werden mit Hochdruck fortgeführt

Der festgenommene Iraker ist als Flüchtling nach Österreich gekommen. Das sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts in München am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Weitere Details nannte er nicht. Es gebe keine Hinweise darauf, dass der mutmaßliche Sympathisant der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Deutschland gelebt habe. "Er hat mit seiner Familie in Wien gelebt", sagte der Sprecher.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) äußerte sich erleichtert über die Festnahme. Österreichische Spezialeinheiten hätten den Verdächtigen in enger Zusammenarbeit mit deutschen Ermittlern festgenommen. "Dank der hervorragenden internationalen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Österreich konnte damit der vermutlich hochgefährliche Täter aus dem Verkehr gezogen werden", erklärte er. Die Ermittlungen würden jetzt mit Hochdruck fortgeführt, um die Hintergründe aufzuklären. Das betreffe insbesondere einen möglichen Bezug der Taten zum Islamischen Staat und die Frage, ob es Hintermänner gegeben haben könnte.

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