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Suche nach Sprengstoff - Festnahme in Berlin wegen Anschlagsplänen

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Ein 31-Jähriger ist in Berlin festgenommen worden. Mit einem Komplizen soll er einen Sprengstoffanschlag in Deutschland geplant haben. Eine Spur führt zum Attentäter Anis Amri.

Die Bundesanwaltschaft hat in Berlin einen mutmaßlichen Islamisten festnehmen lassen. Der 31-jährige Russe soll in Deutschland einen Sprengstoffanschlag geplant haben.

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Die Bundesanwaltschaft hat einen 31 Jahre alten mutmaßlichen Islamisten in Berlin wegen Terrorverdachts festnehmen lassen. Der Mann mit russischer Staatsbürgerschaft soll einen Sprengstoffanschlag geplant haben, teilte die Behörde am Mittwoch in Karlsruhe mit. Nach Angaben der Ermittler soll er dieselbe Moschee in Berlin besucht haben, in der auch der Attentäter vom Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz, Anis Amri, verkehrte.

Die Festnahme des Terrorverdächtigen Magomed-Ali C. erfolgte durch Beamte des Bundeskriminalamtes mit Unterstützung der GSG 9 und des Landeskriminalamtes. Die Ermittler durchsuchten die Wohnung des Verdächtigen. Sie wollten herausfinden, wo der Sprengstoff gelagert ist. In den Räumen wurde aber nichts gefunden.

Wo ist der Sprengstoff?

"Wenn es den Sprengstoff damals tatsächlich gab, stellt sich natürlich die Frage, wo ist er", sagt ZDF-Terrorismusexperte Elmar Theveßen. "Ist er woanders, versteckt beispielsweise, oder an andere Personen weitergegeben worden? Da hoffen die Ermittler auf Hinweise aus den Dokumenten und den technischen Geräten, die sie in der Wohnung in Berlin beschlagnahmt haben."

Der Festnahme zugrunde lag ein Haftbefehl vom 9. August. Der Verdächtige soll an diesem Donnerstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.

Clément B. soll zwei Anschläge geplant haben

Die Bundesanwaltschaft verdächtigt Magomed-Ali C., gemeinschaftlich mit dem in Frankreich inhaftierten Clément B. eine schwere staatsgefährdende Gewalttat in Deutschland vorbereitet zu haben. Vorausgegangen waren Ermittlungen französischer Strafverfolgungsbehörden gegen Clément B., der am 18. April 2017 in Marseille festgenommen worden war. Der Franzose soll zwei Anschläge geplant haben. Einen in Frankreich mit einem ebenfalls festgenommenen weiteren Mann und einen in Deutschland zusammen mit Magomed-Ali C.

Der beschuldigte 31-Jährige soll nach Angaben der Bundesanwaltschaft am 26. Oktober 2016 in seiner Wohnung in Berlin eine erhebliche Menge des gefährlichen Sprengstoffs TATP gelagert haben. Damit sollte ein Sprengsatz gebaut und an einem unbekannten Ort in Deutschland gezündet werden. Die Anschlagsvorbereitungen seien aber durch die Polizei gestört worden. Beide Männer trennten sich damals aus Angst vor Entdeckung.

Verdächtiger schon länger im Visier der Sicherheitsbehörden

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur steht die Festnahme nicht im Zusammenhang mit einer akuten Anschlagsgefahr. In Berliner Sicherheitskreisen hieß es, der Verdächtige sei kein Unbekannter gewesen. "Er war auf der Liste der Gefährder." Der Mann sei schon länger im Visier der Sicherheitsbehörden gewesen. Magomed-Ali C. besuchte nach Angaben der Bundesanwaltschaft die Berliner Fussilet-Moschee, in der auch Anis Amri verkehrte. Auch Clément B. soll sich dort aufgehalten haben. Es könnte sein, dass sich die Männer dort begegnet seien, sagte eine Sprecherin.

Eine Telefonnummer von Clément B. sei unter Pseudonym in Amris Mobiltelefon gespeichert gewesen. Daher wüssten die Ermittler, dass beide Männer Kontakt gehabt hätten. Es gebe aber keine Erkenntnisse, dass Clément B. an Amris Anschlag beteiligt gewesen sei. Ebenso wenig wüssten die Ermittler, ob Amri an den Plänen von Magomed-Ali C. und Clément B. beteiligt war.

Mutmaßlicher Anschlagsplan im April 2017 vereitelt

Der Tunesier Amri hatte am 19. Dezember 2016 einen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gesteuert. Elf Menschen starben, viele weitere wurden verletzt. Außerdem hatte Amri den Lastwagenfahrer getötet. Er selbst wurde auf der Flucht in Italien erschossen.

Den mutmaßlichen Anschlagsplan der beiden Verdächtigen in Frankreich hatten die Sicherheitsbehörden im April 2017 wenige Tage vor der französischen Präsidentenwahl vereitelt. Ermittler griffen die mutmaßlichen Islamisten im Alter von damals 23 und 29 Jahren in Marseille auf. In einer von Clément B. gemieteten Wohnung wurden Schusswaffen, gut drei Kilo TATP und eine gezeichnete Fahne der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gefunden. Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins sagte damals, eine "gewalttätige Aktion" habe unmittelbar gedroht.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) nannte nach der Festnahme den Schutz der Bürger als oberstes Ziel. "Ich sehe die heutige Festnahme als klares Signal an alle Menschen, die uns angreifen wollen. Wir haben sie im Blick und greifen zu, wenn es möglich ist", teilte Geisel mit.

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