Sie sind hier:

Umsiedlung tausender Migranten - Netanjahu legt Flüchtlingsdeal auf Eis

Datum:

Eine Vereinbarung zur Umsiedlung von Einwanderern in westliche Länder löste in Berlin Verwunderung aus. Israels Regierungschef Netanjahu hat nun die Übereinkunft ausgesetzt.

Israel hat sich nach eigenen Angaben mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk auf eine Umsiedlung von rund 16.000 afrikanischen Migranten in westliche Länder geeinigt. Ministerpräsident Netanjahu sagte, Deutschland, Kanada und Italien seien mögliche …

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu legt überraschend die mit der UN vereinbarte Umsiedlung von rund 16.000 afrikanischen Flüchtlingen durch das Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) auf Eis. Dies teilte er am Montagabend auf Facebook mit - wenige Stunden, nachdem er selbst die Vereinbarung vorgestellt hatte. Am Nachmittag hatte Netanjahu noch erklärt, dass sich das Land mit dem UNHCR auf eine Umsiedlung von rund 16.000 afrikanischen Flüchtlingen in westliche Länder binnen fünf Jahren geeinigt habe. Weitere 16.000 Flüchtlinge dürften im Land bleiben und würden einen "offiziellen Status" erhalten.

Nun schrieb Netanjahu aber, dass er sich zunächst mit Bewohnern aus dem Süden Tel Avivs treffen werde. Danach werde es eine erneute Bewertung des Plans geben. Über den UNHCR-Deal hatten sich Anwohner des Stadtgebiets beschwert. Viele der Flüchtlinge leben dort. Nach einem Bericht der "Haaretz" war der Plan auch von Mitgliedern der rechts-religiösen Regierung Netanjahus scharf kritisiert worden. Die israelische Regierung hatte angekündigt, die knapp 40.000 betroffenen Flüchtlinge aus Eritrea und dem Sudan in afrikanische Drittländer abzuschieben. Bis Ende März wurde den Menschen in Israel die Möglichkeit gegeben, freiwillig auszureisen. Israel bot ihnen umgerechnet rund 2.800 Euro. Danach drohte ihnen Gefängnis.

"Illegale Einwanderer"

Israel betrachtet die vor allem aus Eritrea und dem Sudan stammenden Flüchtlinge als illegale Einwanderer und bezeichnet sie als "Eindringlinge". Asylanträge wurden bisher nur in extrem seltenen Fällen gebilligt.

Israel will rund 16.000 afrikanische Migranten in den Westen umsiedeln, auch nach Deutschland. ZDF-Korrespondent Thomas Walde über die Reaktion der Bundesregierung.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Nach Informationen des ZDF-Hauptstadtstudios war die Bundesregierung nicht involviert in das Abkommen. Im Gegenteil: Nach ZDF-Informationen ist sie von Netanjahus Ankündigung überrascht worden. Auch lag ihr noch keine Anfrage des UNHCR vor, Flüchtlinge aus Israel aufzunehmen. Aus Regierungskreisen hieß es lediglich, dass Deutschland seinen humanitären Verpflichtungen in der Vergangenheit nachgekommen sei - und das auch in Zukunft tun werde.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.