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Israel - Polizei nimmt Großmufti von Jerusalem fest

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Die israelische Polizei hat den Großmufti von Jerusalem festgenommen - unmittelbar nachdem drei arabische Israelis zwei Polizisten in der Altstadt getötet hatten. Palästinenser-Präsident Abbas befürchtet nun eine Eskalation.

Vor 50 Jahren besiegte Israel in einem Blitz-Krieg drei arabische Nachbarländer. Bis heute wirken sich die Folgen des Krieges aus und bestimmen den Nahost-Konflikt.

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Bei einem Attentat in Jerusalem von drei israelischen Arabern sind zwei israelische Polizisten getötet worden. Die Angreifer wurden von Sicherheitskräften erschossen.Israel sperrte das Gebiet ab, untersagte die Freitagsgebete, die für Muslime den religiösen Höhepunkt der Woche markieren, und nahm mit Großmufti Muhammad Ahmad Hussein den höchsten muslimischen Geistlichen der Stadt fest. Er sei zu einer Polizeiwache in der Altstadt gebracht worden, sagte sein Sohn Omar.

Bedeutender Ort für Juden und Muslime

Der Jerusalemer Tempelberg ist für alle drei monotheistischen Weltreligionen - das Judentum, das Christentum und den Islam - von großer Bedeutung. Für Juden gilt er als heiligste Stätte der Welt, für Muslime als drittheiligste nach Mekka und Medina. Der Berg ist in der Vergangenheit häufiger ein Krisenherd gewesen, auf dem es immer wieder zu Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern gekommen ist.

Normalerweise kommen Zehntausende Gläubige aus Israel und dem Westjordanland zur Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg, um dort freitags zu beten. Die Schließung des Gebiets stelle erst die dritte seit der Eroberung Ost-Jerusalems durch Israel im Jahr 1967 dar, sagte der führende muslimische Geistliche Ikrema Sabri. Muslime beteten daraufhin in den Straßen nahe der Altstadt.

Abbas und Netanjahu telefonieren

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu versprach, dass sich am jahrelang geltenden Zugang zum Tempelberg langfristig nichts ändern werde. Damit wollte er offenbar Sorgen von Muslimen nach der vorübergehenden Schließung lindern. Der Direktor der islamischen Wakf-Behörde, Azaam Al-Khatib, sagte laut der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur "Petra", dies sei die erste Absage der Freitagsgebete an der Heiligen Stätte seit vier Jahrzehnten.

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas telefonierte mit Netanjahu und sprach über die Lage in Jerusalem. Abbas habe seine Sorgen wegen einer möglichen Eskalation der Situation betont, berichtete die offizielle palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Direkter Kontakt zwischen den beiden Politikern ist selten.

Bei den Angreifern handelt es sich laut Polizei um arabische Bürger Israels. Bei ihnen wurden zwei Gewehre, eine Handfeuerwaffe und ein Messer gefunden. Die Waffen seien in dem Komplex aufbewahrt worden. Ein Verwandter der Angreifer sagte, diese seien fromme Muslime gewesen, die den Tempelberg häufig besucht hätten. Zwei 19 Jahre alte Angreifer seien Mitglieder eines Kickbox-Vereins gewesen, sagte Jehijeh Dschabarin. Der 29 Jahre alte Dritte sei arbeitslos gewesen und habe gesundheitliche Probleme gehabt. Mitglieder des Dschabarin-Clans seien über den Angriffs schockiert, sagte er.

Tempelberg stark bewacht

Das Tempelberg-Gebiet wird stark bewacht, vor allem an Freitagen. Besonders junge Palästinenser werden regelmäßig gestoppt und kontrolliert.Seit September 2015 haben palästinensische Attentäter laut israelischen Angaben 45 Israelis, zwei US-Bürger und eine britische Touristin getötet. Im selben Zeitraum wurden demnach mehr als 254 Palästinenser, die meisten davon Angreifer, getötet.

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