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Nach Angriffen auf Israel und Gaza - Hamas verkündet Waffenruhe

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Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen hat Israels Luftwaffe zahlreiche Ziele in dem Palästinensergebiet beschossen. Am Abend verkündete die Hamas eine Waffenruhe.

Rauch über dem Gaza-Streifen
Quelle: Reuters

Am Abend sind erneut Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden. In mehreren Ortschaften im Umkreis des Gazastreifens heulten die Alarmsirenen, wie Israels Armee mitteilte. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.

Im Anschluss daran hat die im Gazastreifen regierende Hamas eine Waffenruhe mit Israel verkündet. Ägypten sei mit seinen Bemühungen um eine Feuerpause erfolgreich gewesen, sagte ein Sprecher der radikalislamischen Palästinenserorganisation am Montag. Israel ließ die Äußerungen zunächst unkommentiert.

Angriff aus dem Gazastreifen auf Tel Aviv kam überraschend

Zunächst war am frühen Morgen eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete in einem Haus in Mischmeret nordöstlich von Tel Aviv eingeschlagen. Das Gebäude wurde weitgehend zerstört; sieben Menschen wurden verletzt, darunter Kinder. Eine Armeesprecherin sagte, es handele sich um eine von der Hamas selbst hergestellte Rakete. Sie habe eine Reichweite von rund 120 Kilometern. Der Raketenangriff am frühen Morgen auf das israelisches Haus habe alle überrascht, sagte ZDF-Korrespondentin Nicola Albrecht. Israel hatte daraufhin eine harte Gegenreaktion angekündigt.

Hamas weist Vorwürfe zurück

Die Palästinenserorganisation wies die Anschuldigungen zurück. "Niemand von den Widerstandsbewegungen, die Hamas eingeschlossen, hat ein Interesse daran, Raketen aus dem Gazastreifen auf den Feind abzufeuern", sagte ein Hamas-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP. Die Hamas habe kein Interesse an einer Konfrontation mit Israel. Hamas-Anführer Ismail Hanija warnte Israel allerdings davor, "rote Linien" zu überschreiten.

"Ein Raketenangriff auf den Großraum Tel Aviv wird in Israel bereits als große Eskalation betrachtet", so ZDF-Nahostkorrespondentin Nicola Albrecht mit einer Einschätzung.

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Israel ergreift zahlreiche Maßnahmen

Nach dem Raketenangriff bei Tel Aviv mit sieben Verletzten hat Israel Vergeltungsangriffe im Gazastreifen geflogen. Israels Luftwaffe hat zahlreiche Ziele in dem Palästinensergebiet beschossen. Die Armee teilte mit, es seien "Terrorziele" der im Gazastreifen herrschenden Hamas angegriffen worden.

Nach Angaben der Hamas wurden zunächst zwei militärische Trainingslager im Norden des Gazastreifens getroffen. Dabei wurde unter anderem ein Gebäude in Gaza zerstört, das als Zentrale für den Geheimdienst der Hamas gedient haben soll. Berichte über Tote oder Verletzte lagen zunächst nicht vor. Die Hamas hatte in Erwartung israelischer Angriffe zahlreiche Posten und Gebäude geräumt.

Die israelische Armee hatte zuvor die Verlegung weiterer Truppen, zweier Brigaden - Infanterie und Panzer - in die Nähe des Palästinensergebiets am Mittelmeer angekündigt. Außerdem solle eine begrenzte Anzahl von Reservisten in verschiedenen Einheiten für spezifische Aufgaben einberufen werden, sagte eine Armeesprecherin. Israels Armee sperrte am Montag Gebiete am Rande des Gazastreifens. Nach Medienberichten wurde die Raketenabwehr landesweit verstärkt und in vielen Städten Luftschutzräume geöffnet. Israel ordnete außerdem die Schließung der Grenzübergänge in den Gazastreifen und die Einschränkung der Fischereizone vor der Küste an. Militante Palästinensergruppierungen drohten mit einer harten Gegenreaktion.

Premierminister Netanjahu, der zu Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump in Washington ist, sagte, dass Israel solche Angriffe nicht hinnehmen werde. Der US-Präsident stärkte seinem Verbündeten den Rücken. Washington erkenne das "Recht Israels an, sich zu verteidigen", sagte er. Netanjahu wollte nach dem Treffen im Weißen Haus umgehend nach Israel zurückkehren.

Guterres reagiert besorgt

UN-Generalsekretär Antonio Guterres äußerte sich besorgt über die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten. Er verurteilte den Raketenangriff auf Israel und rief beide Seiten zur Zurückhaltung auf. Ähnlich äußerte sich die Bundesregierung. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes warnte vor "einer immer schwerer zu kontrollierenden Situation".

Die Lage in der Region sei sehr angespannt, sagt Nicola Albrecht. Israel wählt in zwei Wochen, am 9. April, die Lage in Gaza drohe seit Monaten aus dem Ruder zu geraten. Nun gelte ein Raketenangriff auf den Großraum Tel Aviv als Überschreiten aller roten Linien. Die nächsten Stunden würden darüber entscheiden, wie stark die Situation eskaliert, meint die ZDF-Nahost-Korrespondentin

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