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Tagung in Washington - IWF: Eurozone ist weitgehend aus der Krise

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Die Euro-Krise ist quasi überwunden. Davon ist IWF-Europadirektor Poul Thomsen überzeugt. Die positive Stimmung müsse nun für Reformen genutzt werden. Das sagte Thomsen bei der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Washington, bei der Bundesfinanzminister Schäuble Abschied vom intenationalen Parkett nimmt.

Acht Jahre lang war Wolfgang Schäuble auch auf dem internationalen Parkett eine mahnende Stimme für Solidität und Haushaltsdisziplin. Er wurde geachtet und gefürchtet, manchmal auch gehasst. Beim großen Abschied in Washington erntet Schäuble viel Lob.

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Die Eurozone hat nach Darstellung des Internationalen Währungsfonds ihre Krise weitgehend überwunden. Die Zustimmung zur Währungsunion sei in den Mitgliedsländern auf Rekordniveau, sagte der Europadirektor des IWF, Poul Thomsen, an diesem Freitag bei der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Washington. "Und das, obwohl noch vor wenigen Jahren pure Existenzangst herrschte", fügte Thomsen hinzu. Der IWF hatte in seinem Weltwirtschaftsbericht die Wachstumsprognose für die Eurozone nach oben korrigiert und sieht für nächstes Jahr einen Anstieg der Wirtschaftsleistung auf dem Gebiet der Währungsunion von 1,9 Prozent.

Länder wie Spanien, Portugal und Italien hätten große Anstrengungen unternommen, die erfolgreich gewesen seien. Wie auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble forderte Thomsen die Länder Europas jedoch auch auf, die Gunst der Stunde zu wichtigen Reformen zu nutzen, um für das nächste Konjunkturtal vorzubeugen.

G20: Schäuble spricht von Erfolg

Die stärkere Hinwendung der globalen finanzpolitischen Debatte zu Strukturreformen und Schuldenabbau wertete der scheidende Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble als Erfolg der deutschen G20-Präsidentschaft. Schäuble sprach von einer erfolgreichen Präsidentschaft in nicht einfachen Zeiten. "Wir haben unter schwierigen Umständen den Grundgeist der G20-Zusammenarbeit, nämlich multilaterale Abstimmungen und Lösungen (...) zu erreichen, lebendig gehalten." Es sei gelungen, zu verhindern, dass es größere Probleme gegeben habe.

Die USA unter Präsident Donald Trump hatten mit ihrer Kurswende bei multilateralen Kooperationen, Freihandel und Klimaschutz für heftige Kontroversen bei den wichtigsten Industrie- und Schwellenländern (G20) gesorgt.

Wie Thomsen und IWF-Chefin Christine Lagarde, so warben auch Schäuble und Bundesbank-Präsident Jens Weidmann dafür, die günstige Wirtschaftsentwicklung jetzt für Strukturreformen und Schuldenabbau zu nutzen. Auch an der Finanzmarkt-Regulierung müsse festgehalten werden. Ein Kernstück davon, mit der Lehren aus der Finanzkrise 2008 gezogen werden sollten, stellt das Vorhaben neuer Bankenregeln im Rahmen des so genannten Basel-III-Pakets dar.

Weidmann: Weniger EZB-Anleihenkäufe

Weidmann bekräftigte seine Position, die gute Wirtschaftsentwicklung im Euroraum und in der Welt biete die Möglichkeit, die umstrittenen EZB-Anleihenkäufe zu reduzieren. "Diese verbesserte Wachstumsdynamik ist auch aus geldpolitischer Sicht relevant, denn sie eröffnet Perspektiven für eine Normalisierung der Geldpolitik", sagte er. Die EZB werde in nächster Zeit beraten, wie es mit den Anleihenkäufen weitergehe. Die Antwort hänge von den Preisaussichten ab, wobei die EZB von einem allmählich anziehenden Preisdruck ausgehe. "Insofern sehe ich auch nicht die Notwendigkeit, ständig weiter geldpolitisch Gas zu geben, und das tun wir ja, wenn wir jeden Monat weitere Zukäufe tätigen". Aber auch nach einem Auslaufen der Anleihen-Zukäufe werde die EZB-Geldpolitik expansiv bleiben.

IWF-Mann Thomsen rief die Europäische Zentralbank zu einer gut ausbalancierten Geldpolitik auf. Es dürfe jetzt keinen Druck zur verfrühten Normalisierung geben. "Die expansive Geldpolitik sollte nicht sehr bald zu Ende gehen", sagte Thomsen. Wohlhabende Länder wie Deutschland forderte er auf, ihren Spielraum für Investitionen zu nutzen. In der Frage der Schuldenentlastung für Griechenland kündigte Thomsen an, seitens des IWF werde es keine weiteren Forderungen an das Land geben. Griechenland habe seine Wachstumsziele erreicht oder sogar übererfüllt.

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