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Demonstranten versuchen, Regierungssitz zu stürmen

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Proteste in Hongkong - Demonstranten versuchen, Regierungssitz zu stürmen

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Bei den Protesten in Hongkong geht es längst auch um einen generellen Widerstand gegen den pekingtreuen Legislativrat. Heute versuchten Demonstranten nun, das Gebäude zu stürmen.

Hongkong: Demonstranten versuchen Regierungsgebäude zu stürmen
Regierungskritische Demonstranten haben versucht, den Sitz der Regionalregierung zu stürmen.
Quelle: Reuters

Die Demonstranten in Hongkong haben am Montag versucht, den Regierungssitz zu stürmen. Sie zerstörten Fensterscheiben des Gebäudes und versuchten, sich gewaltsam Zugang zum Inneren des Legislaitivrates zu verschaffen. Dabei setzten sie einen Metallwagen ein, den sie gegen die Glastüren rammten. Die Polizei reagierte mit dem Einsatz von Pfefferspray.

Im Inneren des Gebäudes waren Polizeikräfte mit Gasmasken zu sehen. Die Beamten sprühten von oben Pfefferspray auf die Demonstranten, die sich mit Regenschirmen dagegen schützten. Einige demokratische Abgeordnete versuchten einzuschreiten und die Demonstranten von einer Erstürmung des Gebäudes abzuhalten. "Dies ist nicht das, was wir wollen, aber die Regierung hat uns gezwungen, uns so auszudrücken", sagte der 20-jährige Demonstrant Benny.

Jahrestag der Rückgabe Hongkongs an China

In Hongkong gibt es seit Wochen heftige Proteste, die sich zunächst vor allem gegen ein geplantes Auslieferungsgesetz der politischen Führung richtete. Dieses sollte auch Auslieferungen an Festland-China ermöglichen. Inzwischen richten sich die Proteste auch generell gegen den pekingtreuen Legislativrat.

Am heutigen Montag ist der Jahrestag der Rückgabe der früheren britischen Kronkolonie an China. Bereits am Morgen ging die Polizei gewaltsam gegen Demonstranten vor, die eine Hauptstraße blockierten. Die Polizisten setzten Schlagstöcke und Pfefferspray ein.

Viele der Demonstranten trugen Schutzbrillen und Masken. Auch nutzten sie aufgespannte Regenschirme - das Symbol der Hongkonger Demokratiebewegung-, um sich vor dem Pfefferspray der Polizei zu schützen. Nach Angaben der Regierung wurden 25 Menschen bei den Zusammenstößen verletzt.

Rückgabe 1997 an China

Anders als sonst üblich verfolgten Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam und geladene Gäste die Fahnenzeremonie zum Jahrestag nicht im Freien, sondern auf einem Bildschirm in einem nahe gelegenen Kongresszentrum, was mit schlechtem Wetter begründet wurde. 

Am 1. Juli 1997 hatte Großbritannien seine Kronkolonie Hongkong an China zurückgegeben. Eigentlich stehen den Hongkongern laut Rückgabevertrag bis 2047 mehr Freiheiten zu als Chinesen in der Volksrepublik. Doch immer mehr Hongkonger fühlen, dass Peking schon jetzt ihre Rechte beschneidet. 

Auslieferungsgesetz auf Eis

Lam hatte das Auslieferungsgesetz nach dem Aufschrei in der Bevölkerung zwar auf Eis gelegt. Die Demonstranten wollen aber weiter protestieren, bis das Gesetz offiziell zurückgenommen wird, inhaftierte Mitglieder der Protestbewegung freikommen und Polizisten bestraft werden, die schon bei einem Protest am 12. Juni gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen waren. 

In einer Rede anlässlich der Feierlichkeiten entschuldigte sich Lam am Montag erneut für ihr Vorgehen, betonte aber, in guter Absicht gehandelt zu haben: "Ich werde meine Lektion lernen und sicherstellen, dass die zukünftige Arbeit der Regierung enger und besser auf die Bestrebungen, Gefühle und Meinungen der Gemeinschaft eingeht", sagte Lam. 

Die Hongkonger Führung müsse dringend ihren Regierungsstil reformieren, was von ihr selbst ausgehen werde. Weiter versprach Lam, sich um mehr Wohnraum zu kümmern und das Bildungs- und Gesundheitssystem zu stärken. Lams Rede wurde von der pro-demokratischen Abgeordneten Helena Wong Pik-wan unterbrochen, die wiederholt rief: "Carrie Lam tritt zurück, zieh das böse Gesetz zurück", bevor sie von Sicherheitsleuten aus dem Raum gebracht wurde.

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