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Trump-Ankündigung - Manöver-Stopp treibt Japan um

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Die USA und Nordkorea verbuchen ihren Gipfel als Erfolg. Japan indes wurde hellhörig bei der US-Ankündigung, die amerikanisch-südkoreanischen Militärmanöver beenden zu wollen.

Südkoreanische Artillerie bei Militärübung
Bald keine Übungen mit USA mehr? Südkoreanische Artillerie
Quelle: dpa

Japan bereitet die Andeutung von US-Präsident Donald Trump Sorgen, die Militärmanöver mit dem gemeinsamen Verbündeten Südkorea möglicherweise zu beenden. Die Manöver der Schutzmacht USA mit Südkorea wie auch die in Südkorea stationierten US-Truppen spielten eine "wichtige Rolle für die Sicherheit Ostasiens", sagte der japanische Verteidigungsminister Itsunori Onodera. Sein Land jedenfalls werde an gemeinsamen Manövern mit den USA festhalten. Trump hatte am Vortag bei seinem historischen Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un überraschend erklärt, die gemeinsamen Manöver mit Südkorea seien "Kriegsspiele", die viel zu viel Geld kosteten. Die USA würden diese Spiele nicht machen, "solange wir in gutem Glauben verhandeln", sagte Trump dem Sender Fox.

Tokio, das sich durch Nordkoreas Raketen bedroht sieht, will sich nicht mit bloßen Versprechungen abfinden, sondern will von Nordkorea konkrete Schritte zur Abrüstung sehen. Zwar begrüßte der japanische Regierungschef Shinzo Abe das Gipfeltreffen in Singapur als einen Schritt hin zu einer umfassenden Lösung der Probleme mit Nordkorea. Sein Verteidigungsminister Onodera machte am Tag darauf jedoch klar, dass Japan an seinen Plänen zum Ausbau seiner Raketenabwehr festhalte. So sollen zwei auf dem Land installierte Aegis-Systeme mit Abfangraketen angeschafft werden. Sie sollen die auf Schiffen sowie schon an Land stationierte Abwehrsysteme ergänzen.

Japan ist wie Südkorea Verbündeter der USA. Südkorea selbst hatte überrascht auf Trumps Ankündigung reagiert: An diesem Punkt sei es nötig, die "Bedeutung und Absicht" der Bemerkungen Trumps zu klären, teilte ein Sprecher des Präsidialamts in Seoul mit.

Nordkoreas Staatsmedien werteten den Stopp der Militärmanöver wie auch das gesamte Gipfeltreffen als Erfolg für die Führung in Pjöngjang. Auf der Titelseite der offiziellen Parteizeitung wurde das Gespräch in Singapur als "Treffen des Jahrhunderts" bezeichnet. Trump habe neben dem Manöver-Stopp auch seine Absicht bekundet, Nordkorea Sicherheitsgarantien zu geben und Sanktionen aufzuheben, wenn sich die Beziehungen verbesserten, hieß es in einem Bericht der Nachrichtenagentur KCNA. Trump hatte vor Journalisten gesagt, er sei für die Aufhebung von Sanktionen, dies werde aber nicht sofort geschehen.

"Mit Freude" gegenseitig eingeladen

Beide Seiten seien sich einig gewesen, dass Frieden, Stabilität und Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel nur schrittweise und durch gleichzeitiges Vorgehen erreicht werden könnten, hieß es in dem KCNA-Bericht weiter. Ansonsten war von der atomaren Abrüstung nur wenig in den nordkoreanischen Medien zu lesen. Vielmehr konzentrierte sich die Berichterstattung auf das Ende der Feindseligkeiten zwischen Nordkorea und den USA. Kim habe betont, sollten die USA aufrichtig vertrauensbildende Maßnahmen ergreifen, werde auch Nordkorea weitere Zeichen des guten Willens setzen, hieß es bei KCNA. Kim habe deutlich gemacht, wie dringlich es sei, dass beide Seiten auf feindliche militärische Aktionen gegeneinander verzichteten. Einladungen ins jeweils andere Land hätten Kim und Trump "mit Freude" angenommen.

Trump sagte dem Fernsehsender Fox über einen möglichen Besuch Kims in den USA: "Zur richtigen Zeit wird er absolut ins Weiße Haus kommen." Auf Twitter schrieb er: Sein Treffen habe zur Verhinderung einer "atomaren Katastrophe" beigetragen. Die Welt sei "einen großen Schritt zurückgetreten von einer möglichen atomaren Katastrophe". Nun gebe es "keine Raketenabschüsse, Atomtests oder Forschung mehr". Er dankte dem "Vorsitzenden Kim", der gemeinsame Tag sei "historisch" gewesen.

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Trump und Kim hatten sich am Dienstag in Singapur zum ersten Mal persönlich getroffen, nachdem sie sich noch in den vergangenen Monaten gegenseitig mit Atomschlägen bedroht hatten. Kim hatte in die komplette atomare Abrüstung seines Landes eingewilligt. Nähere Definitionen, ein Zeitplan oder Kontrollmaßnahmen wurden dabei zunächst nicht genannt. Die nordkoreanischen Staatsmedien meldeten, Kim mache die Denuklearisierung vom Ende der Feindschaft mit den USA abhängig.

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