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UN warnen vor Hungersnot - Jeder Zweite im Jemen hungert

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Im Jemen spitzt sich die Hungersnot immer weiter zu. 14 Millionen Menschen - die Hälfte der Einwohner - könnten betroffen sein. So dramatisch war es laut UN noch nie zuvor.

Aufgrund des Bürgerkrieges könnten bald bis zu 14 Millionen Menschen im Jemen an Hunger leiden. Innerhalb eines Jahres verstarben bereits 50.000 Kinder wegen Mangelernährung.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Situation im Jemen "viel gravierender" als 2017
  • UN rufen zu humanitärer Waffenpause und mehr Hilfslieferungen auf
  • 14 Millionen Menschen könnten von Hunger betroffen sein
  • 130 Kinder sterben pro Tag
  • 10.000 Tote und zwei Millionen Vertriebene

Dem kriegsgeplagten Jemen droht nach UN-Angaben eine beispiellose Hungersnot. Für diese Bedrohung gebe es klare Anzeichen, warnte der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock vor dem Sicherheitsrat in New York. Die Hungersnot wäre dann "viel größer als alles, was irgendeine Fachkraft auf diesem Feld in ihrem Berufsleben erlebt hat". Inzwischen sei die Situation im Jemen "viel gravierender" als Anfang und November 2017, als er schon einmal eine ähnliche Warnung ausgesprochen habe. Lowcock rief zu einer humanitären Waffenpause und mehr Geld für Hilfslieferungen auf.

Karte vom Jemen, Iran und Saudi Arabien
Quelle: ZDF

Hälfte der Bevölkerung von Hunger bedroht

Die UN gingen nunmehr davon aus, dass die Einschätzung vom September, wonach elf Millionen Menschen im Jemen kurz vor der Hungersnot seien und dringend Hilfe bräuchten, falsch gewesen sei. Die Zahl liege tatsächlich bei 14 Millionen - das ist die Hälfte der Bevölkerung. Nach Schätzungen sterben Lowcock zufolge pro Tag 130 Kinder unter fünf Jahren an Lebensmittel-Mangel und Krankheiten, das seien fast 50.000 Mädchen und Jungen pro Jahr.

Der Jemen-Konflikt entzündete sich an der Einnahme der Hauptstadt Sanaa durch die schiitischen Huthi-Rebellen 2014. Dabei wurde damals die international anerkannte Regierung verdrängt. Seit 2015 bekämpft eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition die Huthis. Mehr als 10.000 Menschen sind in dem Krieg umgekommen, rund zwei Millionen wurden vertrieben. Die Cholera macht Anwohnern zu schaffen. Schon vor geraumer Zeit sprachen die UN von der schlimmsten humanitären Krise der Welt.

Mitte November werden weitere Erkenntnisse erwartet

Lowcock machte für die Verschärfung der Lage zwei Gründe aus. Zum einen tobten immer heftigere Kämpfe um die Hafenstadt Hodeidah, über die die meisten Lebensmittelimporte und Hilfseinfuhren in den Jemen abgewickelt werden. Zum anderen sei die Volkswirtschaft des Landes aufgrund der anhaltenden Gewalt zusammengebrochen.

Der Nothilfekoordinator ergänzte, drei Kriterien müssten für eine Einstufung als Hungersnot erfüllt sein: wenn mindestens einer von fünf Haushalten an extremem Lebensmittelmangel leide. Wenn mehr als 30 Prozent der Kinder unter fünf Jahren akut unterernährt seien. Und wenn mindestens zwei von jeweils 10.000 Menschen täglich sterben würden. In ganz Jemen werde die Lage derzeit bewertet. Mitte November würden erste Ergebnisse erwartet, sagte Lowcock.

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