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Jemen - Ex-Präsident Saleh bei Kämpfen getötet

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Bei Kämpfen in Sanaa ist Jemens Ex-Präsident Saleh getötet worden. Huthi-Rebellen hätten Saleh erschossen, teilte seine Partei mit und bestätigte damit Rebellen-Angaben.

Ali Abdullah Saleh (Archivbild vom 24.08.2017)
Ali Abdullah Saleh (Archivbild vom 24.08.2017) Quelle: epa

Saleh sei "als Märtyrer bei der Verteidigung der Republik gefallen", sagte eine führende Vertreterin von dessen Partei, Faika al-Sajjed. Zuvor hatten die Huthi-Rebellen den Tod des einflussreichen Ex-Präsidenten Ali Abdullah Saleh verkündet. Saleh, der im jemenitischen Bürgerkrieg ein wichtiger Machtfaktor war, sei bei Kämpfen in der Hauptstadt Sanaa getötet worden, meldete der Huthi-nahe Fernsehsender Al-Masira. Die Rebellen verbreiteten Bildaufnahmen, auf denen Salehs Leichnam zu sehen sein soll.

"Das Ende der verräterischen Miliz"

Erst am Wochenende war es zu einem offenen Bruch zwischen den Huthi-Rebellen und Saleh gekommen, die seit 2014 gemeinsam gegen die vom Nachbarland Saudi-Arabien unterstützten Kräfte gekämpft hatten. Die Huthis hatten Saleh nach dem Bruch "Hochverrat" vorgeworfen und angekündigt, gegen die von Saleh geführten Verbände zu kämpfen.

Das von den Huthi-Rebellen kontrollierte Innenministerium in Sanaa teilte am Montag mit, die "Krise der Verräter-Milizen" sei jetzt beendet und ihr Anführer getötet worden. In der Nacht zuvor hatte es schwere Kämpfe in der Hauptstadt gegeben, das saudische Bündnis flog zahlreiche Luftangriffe, wie Augenzeugen berichteten.

Mehr als 30 Jahre an Spitze des Jemen

Der 75-jährige Saleh hatte als Präsident über mehr als drei Jahrzehnte die Politik des bettelarmen Landes bestimmt. 2012 wurde er im Zuge der Aufstände in der arabischen Welt nach Massenprotesten und monatelangen Machtkämpfen gestürzt. Trotzdem blieb Saleh einer der einflussreichsten Politiker des Landes. Große Teile der Armee leisteten ihm weiter Gefolgschaft.

In den vergangenen Jahren gingen Saleh und seine Anhänger an der Seite der schiitischen Huthi-Rebellen gegen die international anerkannte Regierung vor. Die Koalition war bemerkenswert, weil Saleh einst als Präsident gegen die Huthis gekämpft hatte. Doch das Zweckbündnis konnte seit 2014 große Teile des Landes unter Kontrolle bringen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Der international anerkannte Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi floh ins Exil nach Saudi-Arabien.

Mehrfach aber gab es Berichte über Spannungen zwischen den Huthis und Saleh. Vor einigen Tagen brachen dann Kämpfe zwischen den bisherigen Verbündeten aus. Saleh zeigte sich am Wochenende schließlich sogar offen für Gespräche mit der Regierung. Er wolle "eine neue Seite" in dem Konflikt aufschlagen, erklärte er. Darin sahen Beobachter eine mögliche Wende in dem rund dreijährigen Bürgerkrieg.

20 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen

Dieser hat Auswirkungen auf die gesamte Region, weil er sich vor langem in einen Stellvertreterkonflikt zwischen dem sunnitischen Saudi-Arabien und seinem schiitischen Erzrivalen Iran verwandelt hat. Ein von den Saudis angeführtes Bündnis bombardiert seit bald mehr als zwei Jahren Huthi-Stellungen aus der Luft. Riad geht es darum, den Einfluss Irans zurückzudrängen, der die Rebellen unterstützt.

Nicht zuletzt die Militärintervention hat im Jemen eine der weltweit schlimmsten humanitären Katastrophen verursacht. Mehr als 20 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen, weil Wasser und Nahrung fehlen. Im Land grassiert eine Cholera-Epidemie. Wegen einer Blockade des saudischen Bündnisses kommt jedoch zu wenig Hilfe ins Land.

Expertin: Machtkampf trifft in neue Phase

Der politische Machtkampf im Jemen trete nun in eine neue Phase, schrieb die Golfexpertin der Londoner Denkfabrik Chatham House, Jane Kinninmont, auf Twitter. "Der Verlust von Salehs Führerschaft und Finanzen könnte die Huthis abhängiger von Iran machen." Jemens Friedensnobelpreisträgerin Tawakkul Karman twitterte, Saleh habe ein "tragisches Ende" genommen, das "wir ihm bei der friedlichen Revolution so niemals gewünscht hatten, aber 'Du erntest, was du säst'".

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