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Am Puls Deutschlands - Was die Politik falsch macht

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Politik kreist um sich selbst, ist abgehoben. Dieser Tenor zieht sich durch die Nachrichten, die ZDF-Moderator Jochen Breyer zum Hashtag #wasdiePolitikfalschmacht erhalten hat.

Jochen Breyer hat am Puls Deutschlands nachgefragt, was die Politik falsch macht. Die komplette Doku: Hier schon vorab sehen oder am 05. Dezember um 22:45 Uhr im ZDF.

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29 min
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Union und SPD laufen die Wähler davon, die einstigen Volkspartien verlieren dramatisch. Woher kommt dieser massive Vertrauensverlust? Was macht die Politik falsch? Das hat ZDF-Reporter Jochen Breyer via SocialMedia gefragt und Tausende Kommentare, Tweets und Mails erhalten. Und wie ein roter Faden wird deutlich, was schief läuft: Dass die Politik nicht mehr zuhört, nur noch um sich selbst kreist. Das Gefühl, dass die Politik nicht für die Menschen und ihre Sorgen da ist. Aufgrund der Kommentare besuchte Breyer die Menschen vor Ort, fragt sie nach ihren Wünschen und Sorgen. Das ZDF sendet die aktuelle Doku von "Am Puls Deutschlands – Unterwegs mit Jochen Breyer" am Mittwoch, 5. Dezember 2018, 23.15 Uhr.

Deutschland - ein Land der Gegensätze

Nicht nur politisch, auch wirtschaftlich ist 2018 für Deutschland ein turbulentes Jahr: Ein Jahr mit einem Rekordtief bei den Arbeitslosenzahlen, aber steigender Altersarmut. Mit steigenden Löhnen, aber kaum bezahlbarem Wohnraum; mit genügend Arbeit, aber zu wenig Facharbeitern. Deutschland - ein Land der Gegensätze. "Was wird aus mir, was wird aus uns?": Diese Frage stellte sich fast jeder der Menschen, die Jochen Breyer und sein Team getroffen haben. Sie fühlen sich nicht mehr gehört und vergessen.

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So wie der 75-jährige Rentner Lothar aus Fulda: Der ehemalige LKW-Fahrer bekommt nach 40 Jahren Arbeitsleben 480 Euro Rente, ist auf Grundsicherung angewiesen. Über die Runden kommt er nur, weil er nebenbei als Maler arbeitet. "Gucken Sie mal, wie viele ältere Leute über die Straße laufen und Flaschen sammeln, weil sie einfach nicht klar kommen mit ihrem Geld. Warum wird da nichts getan?", fragt er.

Unsicherheit und Frustration

Jane
Als alleinerziehende Mutter hat Jane vier Kinder mit Hartz IV großgezogen. Geld war immer knapp. „Ich fühle mich an den Rand gedrängt.“
Quelle: ZDF/Henrik Eichmann

Unsicherheit auch bei Jane und ihrer Tochter Magda aus der Nähe von Leipzig. Als Hartz-IV-Empfängerin und alleinerziehende Mutter hat sie das Gefühl, an den Rand der Gesellschaft gedrängt zu sein. Auch für Magda war die Armut immer spürbar: "Wenn nicht immer genügend Essen im Kühlschrank ist oder wenn man manche Sachen nicht machen kann, weil Geld einfach ein Thema ist." Damit sich das ändert, wünscht sich Jane ein Grundeinkommen für Kinder, damit "die abgesichert sind und ihre Belange völlig entkoppelt sind von Arbeitsmarktsachen, die die Eltern betreffen. Das ist ja eine Art von Sippenhaft, was wir hier erleben!"

Funklöcher, miserables Internet und zu wenig Fachkräfte: Es ist ein ganzes Bündel an Problemen, über die Physiotherapeut Eberhard Ströder aus dem bayerischen Cham klagt. Seit 35 Jahren führt er seine Praxis, musste wegen fehlender Mitarbeiter und der leidigen Bürokratie bereits eine Niederlassung schließen. Den jungen Serben Besim Kamberi, der gerade bei ihm hospitiert, würde Ströder gerne anstellen. Doch da Serbien kein EU-Land ist, gibt es hohe bürokratische Hürden. "Wir haben für Besim einen Arbeitsvertrag, er will Steuern zahlen, er will arbeiten. Und dann muss ich wegen einer  Behörde unter Umständen sechs Monate warten? Das geht nicht", sagt der Physiotherapeut frustriert. Ströder fühlt sich allein gelassen und von der Politik vergessen. Denn "die da oben denken nur von Wahl zu Wahl".

Eberhard
Eberhard S. führt seit knapp 35 Jahren eine eigene Physiotherapie-Praxis in der Oberpfalz. Ihn ärgern viele Funklöcher, zu wenig Fachkräfte, zu viel Bürokratie. Er fühlt sich von der Politik allein gelassen: „Die da oben wissen nicht mehr, was da unten läuft.“
Quelle: ZDF/Henrik Eichmann

Keine falsche Erwartungen schüren

Dass Politik und Politiker etwas falsch machen, bestätigt auch Politikwissenschaftlerin Astrid Séville. Phrasen wie "wir müssen unsere Hausaufgaben machen" oder "die Sorgen und Ängste der Bürger ernst nehmen" führten ihrer Ansicht nach zu Politikverdrossenheit. "Das haben wir schon so oft gehört, ohne dass wirklich etwas passiert ist, sodass die Menschen letztlich sagen: Das sind nur noch lose oder leere Phrasen geworden." Die Folgen: Frustration, Verdrossenheit oder eine Abwendung von den Volksparteien. Um das zu verhindern, müssten Politiker ehrlich kommunizieren - auch dann, wenn etwas unsicher ist: Ihr Ratschlag: "Den Bürger nicht in falschen Erwartungen einlullen, und ihm Sicherheiten suggerieren, die es gar nicht gibt."

Die komplette Dokumentation "Am Puls Deutschlands - #wasdiepolitikfalschmacht" sehen Sie hier schon vorab in der Mediathek und am 05. Dezember um 22:45 im ZDF.

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