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Tory-Chef und Premier - Live: Wer wird der neue britische Premier?

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Das Königreich erwartet den neuen Premier: Gleich werden wir wissen, wen die Tories zum neuen Parteichef - und damit auch zum Premierminister küren.

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Die Entscheidung um den britischen Premierminister im Livestream.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Um die Nachfolge von Theresa May bewerben sich der bisherige Außenminister Jeremy Hunt und der Brexit-Hardliner Boris Johnson, der den Umfragen nach als Favorit gilt.
  • Gegen Mittag gibt die Konservative Partei bekannt, wer neuer Parteivorsitzender und damit auch neuer Regierungschef wird.
  • Angesichts unterschiedlicher Auffassungen über den Brexit haben bereits einige Minister ihren Rücktritt aus der Regierung angekündigt, sollte Johnson sich durchsetzen.
  • Der neue Premier muss sich der Mammutaufgabe stellen, Großbritannien möglichst erfolgreich durch den Brexit zu führen und die Bevölkerung auf seine Seite zu ziehen.
  • Eine weitere außenpolitische Herausforderung steht dem neuen Regierungschef noch bevor: die Lösung des Konflikts im Persischen Golf.

Die etwa 160.000 Parteimitglieder konnten sich noch bis zum späten Montagnachmittag entscheiden, ob sie Boris Johnson oder Jeremy Hunt als neuen Chef und damit auch als Premierminister haben wollen. Das Ergebnis wird für heute Mittag erwartet. Am Mittwochnachmittag wird die britische Königin Elizabeth II. den neuen Parteichef der Konservativen mit der Regierungsbildung beauftragen.

Droht gleich ein Misstrauensvotum?

Die erste Amtshandlung des neuen Premiers dürfte sein, ein Misstrauensvotum gegen die Regierung abzuwenden, wenn die Opposition dies wie angekündigt am Donnerstag stellen sollte. Die Labour Party braucht lediglich die Unterstützung einer Handvoll konservativer Abgeordneter, was in der britischen Politik momentan nicht so unwahrscheinlich wäre. Damit wäre ein möglicher neuer Premier Boris Johnson seinen Job schnell wieder los:

Ein erfolgreiches Misstrauensvotum würde zu vorgezogenen Neuwahlen führen. Vielleicht kommt die am Freitag beginnende Sommerpause der Regierung gerade noch einmal recchtzeitig, um diesen Umwälzungsprozess zu verhindern.

Johnson-Kritiker mit Rücktrittsgedanken

  • Philip Hammond, Finanzminister
  • David Gauke, Justizminister
  • Alan Duncan, Staatssekretär im Außenministerium

Rund sechs Wochen Wahlkampf

Am 10. Juni begann der Kampf um den Tory-Vorsitz, zehn Kandidaten bewarben sich in mehreren Fragerunden und Fernsehdebatten. Sukzessive siebten die Mitglieder der Konservativen Partei Kandidaten aus, bis am Ende zwei Kandidaten feststanden: Boris Johnson und Jeremy Hunt. Johnson galt dabei von Anfang als Favorit - und ist es bis heute. Selbst ein öffentlich debattierter Streit mit seiner Freundin konnte daran nichts ändern. Bis zum Monatgnachmittag lag Johnson weit vor seinem Kontrahenten.

Und dann: Brexit, Brexit, Brexit

Den neuen Premier erwartet die Neuverhandlung des Brexit-Abkommens mit der EU. Ganz konkret wollen sowohl Johnson als auch Hunt Gespräche mit der EU ersuchen. Die EU hatte Großbritannien eine Deadline gesetzt: Bis zum 31. Oktober muss ein Austritt erfolgen.

Größter Knackpunkt: die Backstop-Regelung, eine Garantieklausel, die verhindern soll, dass zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland wieder Grenzkontrollen eingeführt werden müssen. Sowohl Johnson als auch Hunt wollen den Backstop streichen und erst nach dem Brexit in einem künftigen Freihandelsabkommen mit der EU lösen. Die EU hält daran fest, dass Großbritannien so lange Teil einer Zollunion mit der EU bleibt, bis das Problem gelöst ist.

Ein Konflikt im Brexit-Deal ist die Grenze zwischen Nordirland und Irland. Der so genannte "Backstop" - eine Notlösung, auf die sich die EU und Großbritannien im Austrittsvertrag geeinigt haben - soll ihn lösen. Was besagt die Klausel?

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Parallel zu den EU-Verhandlungen laufen die inner-britischen Vorbereitungen auf einen No-Deal-Brexit: Die Aufstockung von Grenzpersonal sowie die Zusammenarbeit mit Unternehmen stehen hier im Mittelpunkt. Auch muss der neue Premierminister den Briten Zuversicht signalisieren. Denn führende Experten befürchten Wirtschaftseinbußen um rund zwei Prozent sowie eine anhaltende Rezession im Falle eines Austritts ohne Abkommen.

Doch außenpolitisch kündigt sich neben dem Brexit noch eine weitere Krise an: In der Straße von Hormus setzte die iranische Nationalgarde am Wochenende einen britischen Öltanker fest. London ließ zunächst offen, welche Strafmaßnahmen als Reaktion auf Irans Festsetzung des Tankers geprüft würden.

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