Sie sind hier:

Kandel - Messerattacke: Haftbefehl gegen Jugendlichen

Datum:

Nach einer tödlichen Messerattacke auf eine 15-Jährige in Rheinland-Pfalz ist Haftbefehl gegen den Ex-Freund des Mädchens erlassen worden - er ist ebenfalls 15.

Ein 15-jähriges Mädchen wurde in einem Drogerie-Markt in Kandel erstochen. Tatverdächtig ist ihr gleichaltriger Ex-Freund. Er kam als unbegleiteter Flüchtling nach Deutschland.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Der 15-jährige mutmaßliche Täter sitzt wegen Verdachts auf Totschlag in Untersuchungshaft, wie die Leiterin der Staatsanwaltschaft Landau, Angelika Möhlig, am Donnerstag mitteilte. Der Tatverdächtige war der Ex-Freund des Mädchens.

Der aus Afghanistan stammende Verdächtige soll seine frühere Freundin am Mittwochnachmittag in einem Drogeriemarkt in Kandel angegriffen haben. Die beiden waren nach den bisherigen Ermittlungen zuvor zufällig aufeinander getroffen. In dem Markt soll der Jugendliche mehrfach mit einem Messer auf die 15-Jährige eingestochen haben. Sie erlag später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.

Eltern des Opfers erstatteten bereits vor Wochen Anzeige

Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich laut Polizei um einen Asylbewerber, der im Frühjahr 2016 unbegleitet nach Deutschland kam. Mit dem Opfer soll er den Ermittlern zufolge eine mehrmonatige Beziehung gehabt haben, die das Mädchen aber Anfang des Monats beendete.

Die Eltern des Opfers hatten den 15-Jährigen Mitte Dezember wegen Beleidigung, Nötigung und Bedrohung angezeigt. Nach Darstellung der Polizei soll er das Mädchen nach Ende der Beziehung über soziale Netzwerke und telefonisch immer wieder bedrängt haben. Die Anzeige sei wohl im Zusammenhang damit zu sehen, dass die Tochter die Beziehung mit dem Tatverdächtigen beendet habe, sagte Ludwigshafens Polizeivizepräsident Eberhard Weber.

Gefährderansprache durch die Polizei war erfolgt

Noch am Vormittag des Tattages hatten Polizisten dem Jugendlichen eine Vorladung wegen der Strafanzeige persönlich ausgehändigt. Bereits zuvor hatte die Polizei eine sogenannte Gefährderansprache gemacht - und den Jugendlichen auf sein Verhalten angesprochen und ihn gewarnt. "In aller Regel fruchten solche Ansprachen auch", so Weber.

Das genaue Motiv ist aus Sicht von Polizei und Staatsanwaltschaft aber noch unklar. "Wir sind am Anfang der Ermittlungen", sagte Oberstaatsanwältin Möhlig. Im Raum stehe eine Beziehungstat, dies müssten aber noch die weiteren Ermittlungen klären. Gegen den 15-Jährigen erging Haftbefehl wegen Totschlags, die Ermittler wollen auch prüfen, ob Mord als Vorwurf infrage kommt. Für das Strafmaß macht dies keinen Unterschied. Die Höchststrafe liegt in beiden Fällen im Jugendstrafrecht bei zehn Jahren. Das Messer hat der Jugendliche nach bisherigen Ermittlungen in den Markt mitgebracht. Er hat sich laut Staatsanwaltschaft bislang nicht zu der Tat geäußert.

Minister versprechen rasche Aufklärung

Die rheinland-pfälzische Landesregierung äußerte sich indes bestürzt: "Wir sind betroffen von dieser schrecklichen Tat", erklärten Innenminister Roger Lewentz (SPD) und Familienministerin Anne Spiegel (Grüne). Es werde alles getan, um die Hintergründe der Tat aufzuklären.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, Martin Brandl, erklärte, die Fraktion sei "sehr betroffen". Wichtig sei nun "die schnelle und gründliche Aufarbeitung der Tat und der Hintergründe".

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.