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Deutscher Jugendliteraturpreis - Gudrun Pausewang für Lebenswerk geehrt

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Autoritäten hinterfragen und für Träume kämpfen - darin wollen die Gewinner des Jugendliteraturpreises junge Leser bestärken. So sieht es die Jury und ehrt die Schriftstellerin Gudrun Pausewang auf der Frankfurter Buchmesse für ihr Gesamtwerk.

Sie haben mehrere Jahre im Gefängnis verbracht und dort Ihr Talent zum Schreiben entdeckt. Fünf ehemalige Gefangene haben ihre Werke auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt und damit einen authentischen Einblick in ihr Leben gegeben.

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Mit dem Sonderpreis würdigte die Jury Gudrun Pausewangs vielfältiges und politisch engagiertes Werk. Es sei das Werk "einer von Beginn an für ihre Überzeugung einstehenden Autorin". Pausewang habe unzählige junge Leser darin bestärkt, aktiv die Zukunft mitzugestalten, für Frieden, Freiheit und Toleranz einzustehen und für eine lebendige Demokratie zu kämpfen, hieß es.

Die 89-Jährige hat bislang mehr als 90 Bücher veröffentlicht. Bekannt wurde sie vor allem durch jene Texte, in denen sie sich gegen ökologische Bedrohungen einsetzt und vor den Gefahren der Kernenergie und den möglichen Folgen eines Nuklearkrieges warnt. Dazu zählen etwa "Die letzten Kinder von Schewenborn" (1984) und "Die Wolke" (1987). Ein weiteres Schlüsselthema in Pausewangs Werken ist die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus.

Unsichtbare Grenzen und ungewöhnliche Helden

Als bestes Bilderbuch konnte sich "Hier kommt keiner durch!" (Klett Kinderbuch) von Isabel Minhós Martins mit Bildern von Bernardo P. Carvalho und in der Übersetzung von Franziska Hauffe durchsetzen. In dem stringent strukturierten Band wird die Mitte der Doppelseite zur unsichtbaren Grenze, die nicht überschritten werden darf.

In der Sparte Kinderbuch wurde "Sally Jones. Mord ohne Leiche" (Gerstenberg) des schwedischen Autors und Illustrators Jakob Wegelius ausgezeichnet, übersetzt von Gabriele Haefs. In dieser Mischung aus Abenteuerroman, Krimi und Tiergeschichte macht sich die ungewöhnliche Heldin Sally Jones, eine maschinenbegeisterte Gorilladame, auf den Weg von Lissabon bis nach Indien.

Als bestes Jugendbuch überzeugte die Jury Bonnie-Sue Hitchcocks Roman "Der Geruch von Häusern anderer Leute" (Königskinder), in der Übersetzung von Sonja Finck. Der Autorin gelinge es, die Atmosphäre, den Duft und das Lokalkolorit Alaskas in einen sprachlichen Ton zu überführen, der sofort fessle.

Sonderpreis "Neue Talente" für Mario Fesler

Sieger beim Sachbuch wurde Piotr Sochas großformatiges Bilderbuch "Bienen" (Gerstenberg), übersetzt von Thomas Weiler. Der Band besteche durch seine thematische Vielfalt ebenso wie durch die humorvolle und detailreiche Gestaltung, befand die Jury.

Erstmals wurde dieses Jahr ein Sonderpreis "Neue Talente" vergeben. Hier konnte Mario Fesler mit seinem Debüt Lizzy Carbon und der Klub der Verlierer (Magellan) die Jury überzeugen.

Mit Ausnahme des Sonderpreises für das Gesamtwerk (12.000 Euro) sind alle anderen Auszeichnungen mit jeweils 10.000 Euro dotiert. Die Preise wurden von Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) überreicht.

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