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Handelsbeziehungen mit USA - Juncker: "Sind keine naiven Freetrader"

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Die Bilanz der G20-Gespräche mit den USA ist für EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker enttäuschend. Beim Klimaschutz bestünden "große Divergenzen", so Juncker im ZDF heute journal. Die EU werde "die Auseinandersetzungen mit den Amerikanern weiterführen. Aber ich mache mir da nicht viele Hoffnungen."

Im Gespräch mit Marietta Slomka zeigt sich EU-Kommissionspräsidnet Juncker skeptisch, mit der USA in Hamburg noch eine Einigung in strittigen Handelsfragen erreichen zu können. Droht ein Handelskrieg?

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Der G20-Gipfel in Hamburg steht offenbar unter einem schlechten Stern. Die anhaltenden Ausschreitungen halten die Hansestadt in Atem und auch politisch verläuft das Treffen der G20 alles andere als rund. Dennoch: "Wir bemühen uns - vor allem die Kanzlerin - die Dinge auf den Punkt zu bringen", sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im ZDF heute journal.

Dabei bereitet vor allem die Trump-Administration  Probleme: "Wir haben riesig große Divergenzen mit unseren amerikanischen Freunden, wenn es um Klimaschutz geht. Auch in Sachen Handelsfragen."

Freihandelsabkommen mit Japan als Zeichen

Das neue Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan zeige, dass sich Europa "nicht auf der protektionistischen Spur" bewege. Dies sei ein Zeichen in alle Richtungen: "Wir zeigen den Amerikanern – obwohl das nicht unser Anliegen war – dass wir auch Wirtschaftsblöcke zusammenbringen können." Die EU und Japan vereinten "immerhin 35 Prozent der globalen Wertschöpfung" auf sich. Ein derartiges Abkommen habe man auch "mit Kanada gemacht". Dies sei auch ein Zeichen an die scheidungswilligen Briten, so Juncker weiter.

Die Handelsgespräche mit den USA seien fürs Erste beendet. Sie würden am Samstag fortgesetzt, "aber ich mache mir da nicht viele Hoffnungen, dass da etwas zu Tage tritt, was heute verborgen geblieben wäre“.

EU-27 stehen "enger zusammen als dies vormals der Fall war"

Sollten die Amerikaner wie angekündigt Strafzölle auf europäische Produkte, wie Stahlerzeugnisse, erheben, so werde die EU reagieren. "Wir sind ja keine naiven Freetrader", so Juncker. "Wenn man Schutzbestimmungen gegen europäische Stahlimporte verhängt, dann werden wir innerhalb von Tagen und nicht von Wochen" reagieren.

Er habe nicht das Gefühl, dass die Politik der Trump-Administration Europa spalten könne. Ganz im Gegenteil: Seit Donald Trumps Sieg und der Brexit-Entscheidung Trumps stünden die verbliebenen 27 EU-Staaten "enger zusammen als dies vormals der Fall war."

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