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"Ok, Boomer": Zwei Wörter, ein Streit

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Jung gegen Alt - "Ok, Boomer": Zwei Wörter, ein Streit

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Es ist ein Abwinken, ein Stop-Zeichen, ein Totschlag-Argument: "Ok, Boomer" heißt so viel wie: "Ja klar, Opa". Der Slogan geht viral - ein Generationenstreit spitzt sich zu.

Archiv: Ok, Boomer Schild beim Klimastreik in München, am 08.11.2019
Wer zum Beispiel "Fridays for Future" kritisiert kriegt gern mal ein "Ok, Boomer" zu hören.
Quelle: imago

Über Generationen mussten sich junge Menschen "Das verstehst du noch nicht" anhören. Jetzt schlagen die Jungen zurück: "Ok, Boomer" ist wie "Das wirst du nie verstehen, du bist zu alt". Nur eben kürzer, schlagfertiger, so wie die Netzwelt es mag. Und #OkBoomer boomt: Millionenfach findet sich der Hashtag in den Sozialen Medien. Der erste auffindbare Tweet mit der Formulierung ist vom 12. April 2018, seitdem verbreitet sich der Spruch über Plattformen wie TikTok und Reddit vor allem als Meme.

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Der Spruch kommt von meist unter 30-Jährigen und wendet sich gegen die Generation der Babyboomer, ungefähr Jahrgang 1950 bis 1965. Es wird häufig verwendet in Diskussionen um Klimawandel, Gender, Rassismus, Feminismus, so ziemlich bei jedem Thema, zu dem man eine konservative Meinung haben kann. Und "Ok, Boomer" bedeutet dann: "Verstehst du eh nicht, du bist zu alt, gute Nacht."

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YouTuber Philipp Walulis hat dem Phänomen ein Video gewidmet - 130.000 Aufrufe. Er beschreibt "Ok, Boomer" als "argumentatives Türzuknallen". Und das gebe es in jeder Generation: "Das machen Teenies und das machen Eltern", sagt er. Man habe eben nicht immer Lust, alles konstruktiv und differenziert auszudiskutieren. Manche Diskussionen habe man einfach schon zu oft geführt. "Da hat man auch mal das Recht, die zu verweigern", sagt Walulis.

"Ok, Boomer" erreicht die politische Bühne

"Ok, Boomer" ist in den Sozialen Medien schon wochenlang präsent, als der Spruch die Politik erobert. Chlöe Swarbrick, 25 Jahre alt, kritisierte im neuseeländischen Parlament ihre Vorgänger in Sachen Klimaschutz. Einen Zwischenruf quittierte sie mit einem schnellen "Ok, Boomer" - drei Sekunden, die viral gingen:

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Im Deutschen ist der Begriff "Boomer" für ältere Menschen weniger gebräuchlich als im Englischen - er lässt so mehr Interpretationsspielraum und bezieht sich daher eher auf die politische Einstellung als auf das Geburtsjahr. "Im deutschsprachigen Raum sind eher Menschen gemeint, die zum Beispiel den Klimawandel nicht so ernst nehmen", beobachtet Walulis. Insofern ist "Ok, Boomer" eine Pauschalisierung - theoretisch gibt es Klimawandelleugner in jeder Generation.

Die Klimaaktivisten "Extinction Rebellion" blockieren die Zufahrten an der Siegessäule in Berlin mit Plakaten.
"Extinction Rebellion" protestiert - wie hier in Berlin - gegen eine Politik, die sich in ihren Augen nicht um die Zukunft der kommenden Generationen schert.
Quelle: dpa

Christian Alt vom Deutschen Jugendinstitut sieht den Spruch als Zeichen grundsätzlicher Meinungsverschiedenheit. "Die Generationen diskutieren vollkommen anders", beobachtet er. Während die einen, meist Älteren, den Wohlstand bewahren, die Arbeitsplätze sichern wollen, wollen die anderen, die "Fridays for Future"-Aktivisten, eine Katastrophe verhindern. "Sie denken in ganz anderen Wertedimensionen", sagt Alt.

Generationen sind zwar schwer voneinander zu trennen - hier eine Einordnung, wer zu welcher Generation gehört und was diese jeweils geprägt hat:

Krieg oder Kommunikationsproblem?

"Ich weiß ja auch nicht, was meine Großeltern in der Oper bereden."
Philipp Walulis, YouTuber

Die New York Times titelt vor kurzem, "Ok, Boomer" sei das Ende der freundlichen Beziehung der Generationen: Der Text beginnt mit "Now it's war" - jetzt ist Krieg. YouTuber Walulis findet das dann doch "vollkommen übertrieben". Solche Generationenkonflikte habe es immer schon gegeben, im Internet werde nur alles viel sichtbarer. Auch, dass die ältere Generation an der Netzkultur kaum teilnimmt, sieht er nicht so kritisch. "Ich weiß ja auch nicht, was meine Großeltern in der Oper bereden", sagt er - es gebe immer Kommunikationsräume, die der jeweils anderen Generation verschlossen bleiben.

Aber: Während der Zugang zu den Großeltern in der Oper grundsätzlich da ist, kann man sich eben jene Großeltern schwer vorstellen, wie sie Walulis' Videos anschauen. Jugend- und Familienforscher Alt sieht genau darin das größte Problem im Generationenstreit: "Die Jungen kommunizieren auf vollkommen anderen Kanälen, die die Älteren überhaupt nicht mehr verstehen und nutzen können." AKK habe sich schließlich mit dem Versuch einer YouTube-Antwort auf das Rezo-Video bis "auf die Knochen blamiert".

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Und noch etwas sei anders als in jedem Generationenstreit zuvor: "Wir hatten noch nie die Situation, dass die Älteren in der Überzahl waren." Und genau darauf spielt "Ok, Boomer" auch an - die Babyboomer, die zahlenmäßig überlegenen. Und nicht nur das: "Vor allem haben wir ein Machtungleichgewicht", sagt Alt. Im Bundestag schätzt er den Anteil der Babyboomer auf rund 60 Prozent. So gesehen klingt "Ok, Boomer" ziemlich trotzig.

Es sieht aus, als würde die ältere Generation nachziehen: Auf Twitter kursiert der Hashtag "Pro Boomer". Das meiste darunter ist aber Satire: Ein ironisches Bedanken für die Errungenschaften der Babyboomer-Generation.

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YouTuber Walulis kann dieses Hashtag-Scharmützel nur positiv sehen: "Eigentlich ist 'Ok, Boomer' ja gar keine Diskussionsverweigerung", schließt er daraus. Es habe viel mehr eine in Gang gesetzt. "Die Älteren fühlen sich provoziert, jetzt redet man miteinander", sagt er.

"Ok, Boomer" - ja, vielleicht ist es ein Augenrollen. Aber vielleicht auch eines, mit dem man sich mit verschränkten Armen an den Tisch setzt und endlich das Diskutieren beginnt.

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