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BAMF-Chefin muss gehen - Jutta Cordt - einstige Hoffnungsträgerin

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Als Jutta Cordt 2017 die BAMF-Leitung übernahm, war die To-do-Liste lang: Hunderttausende offene Asylanträge, zig Fehler im System. Sie sollte aufräumen, jetzt muss sie gehen.

Jutta Cordt, BAMF-Chefin
Jutta Cordt übernahm 2017 einen schwierigen Job, nach fast anderthalb Jahren muss sie den Posten räumen. Quelle: dpa

Jutta Cordt mochte es übersichtlich. Bei ihrem Einzug in die Nürnberger Zentrale des Flüchtlingsbundesamts räumte sie erst einmal in ihrem Chef-Büro auf. Pflanzen und Bilder ließ sie entfernen. Sie bevorzuge eine klare Arbeitsumgebung, sagte sie wenige Tage vor ihrem Amtsantritt Anfang 2017. Auch in der überlasteten Behörde wollte die neue Präsidentin für Ordnung sorgen. Nach fast eineinhalb Jahre muss sie nun nach dem Willen von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ihren Schreibtisch wieder räumen.

Durch Bremen-Affäre massiv unter Druck geraten

Die 54-Jährige war zuletzt massiv unter Druck geraten. Der Grund: manipulierte Asylbescheide in der Bremer Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge - kurz BAMF. Eine frühere Leiterin soll dort zwischen 2013 und 2016 unrechtmäßig mindestens 1.200 Anträge durchgewinkt haben. Immer mehr Details zu den Vorgängen in Bremen kamen ans Licht - die BAMF-Chefin stand seit Wochen in der Kritik, nicht für genügend Aufklärung gesorgt zu haben.

Am Freitagabend teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mit: Horst Seehofer habe "der Leitungsspitze des BAMF am Mittwoch mitgeteilt, sie von ihren Aufgaben zu entbinden".

"Nerven so stabil wie die Stahlseile der Golden-Gate-Brücke"

Dass der Job als BAMF-Präsidentin herausfordernd sein werde, war der Juristin Cordt von Anfang an klar. Doch sie habe Nerven so stabil wie die Stahlseile der Golden-Gate-Brücke, hatte sie einmal gesagt. "Meine Aufgabe wird sein, die Behörde so auszurichten, dass wir krisenfest sind", sagte sie bei ihrem Start. Eine "Mission Impossible", also eine unlösbare Aufgabe, meinten einige BAMF-Kenner.

Ihre Laufbahn startete die Rechtswissenschaftlerin im Landesarbeitsamt Nordrhein-Westfalen als Trainee für den höheren Dienst. Später führte ihr Weg als Führungskraft unter anderem nach Duisburg und Hagen, Saarbrücken, Ravensburg und in die Zentrale der Bundesagentur für Arbeit (BA) nach Nürnberg. Vor ihrem Wechsel an die BAMF-Spitze leitete sie Regionaldirektionen der BA - erst in Sachsen und dann Berlin-Brandenburg. 

Cordt stammt aus Herne im Ruhrgebiet, wuchs in Bochum auf. Sie ist Motorrad-Fan, joggt gerne und ist mit einem BA-Kollegen verheiratet. Kinder hat sie keine.

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