Sie sind hier:

K-Pop erobert die Musik-Welt - Knallbunter Kult mit Ohrwurm-Faktor

Datum:

Knallbunte Outfits, eingängige Songtexte und Ohrwurm-Melodien - südkoreanische Popstars erobern im Sturm den Rest der Welt. Jetzt schreibt die Band Blackpink Musikgeschichte.

Die K-Pop Band "Blackpink", aufgneommen am 13.04.2019 in Indio, USA
Das vor kurzem veröffentlichte Musikvideo "Kill This Love" von Blackpink erreichte innerhalb von nur 24 Stunden über 56.7 Millionen Clicks auf YouTube.
Quelle: dpa

Es ist noch gar nicht lange her, dass der südkoreanische Musiker Psy im Musikvideo zu seiner Single "Gangnam Style" den "Pferd Tanz" präsentierte und damit ein weltweites Phänomen lostrat. Auf der ganzen Welt wurde die Choreographie nachgetanzt, der Song lief im Radio rauf und runter und brach einen YouTube-Streaming-Rekord nach dem anderen. Psy war der erste Künstler, der mit seinem Musikvideo eine Milliarde Klicks, dann sogar zwei Milliarden Klicks auf YouTube erreichte. Seit Psys "Gangnam Style" hat die südkoreanische Musikbranche immer mehr weltweite Erfolge verzeichnet. K-Pop ist Kult - aber warum eigentlich?

K-Pop knackt weltweite Musik-Rekorde

Während K-Pop zwar schon seit den 90er-Jahren in Südkorea und anderen asiatischen Ländern bekannt ist, wurde der Rest der Welt erst nach Psys Erfolg mit "Gangnam Style" vermehrt auf das Musikgenre aufmerksam. K-Pop scheint besonders unter den jüngeren Leuten beliebt zu sein.

PSY (Park Jae-sang) -  "Gangnam Style"
Psy (Park Jae-sang) präsentierte 2012 die Single "Gangnam Style" und trat ein weltweites Phänomen los.
Quelle: Reuters

Mit knallbunten Outfits, aufwendigen Musikvideos und Melodien, die direkt zum Ohrwurm werden, erobern K-Pop-Stars die Herzen von Fans weltweit. Bisher waren es hauptsächlich männliche K-Pop-Stars wie Psy oder die Boy-Band BTS, die ihren internationalen Durchbruch geschafft haben. Die K-Pop-Girl-Group Blackpink ist nun auf dem besten Weg, dies zu ändern.

Mit ihrer Debüt-Single "Boombayah" schaffte es Blackpink 2016 sofort in die südkoreanischen Single-Charts. Seitdem haben sie sechs weitere Singles und ihr Debüt-Album "Blackpink in Your Area" veröffentlicht und landeten zuletzt auch vermehrt in den internationalen Charts. Das vor Kurzem veröffentlichte Musikvideo "Kill This Love" erreichte innerhalb von nur 24 Stunden über 56,7 Millionen Klicks auf YouTube. Damit überholten die vier Bandmitglieder - Jennie, Jisoo, Lisa und Rosé - Ariana Grandes "thank u, next"-Musikvideo, das zuvor den Rekord gehalten hatte. Nur wenige Tage später wurde Blackpinks Rekord schon wieder von der K-Pop-Boy-Band BTS eingestellt.

Fremde Sprache kein Problem für Fans

Besonders die Fankultur der K-Pop-Szene ist etwas ganz besonderes. Für jeden Live-Auftritt studieren Fans sogenannte Fan-Chants (Fangesänge) ein und scheuen sich auch nicht davor, für Tickets tagelang auf der Straße zu übernachten. Obwohl K-Pop-Songs größtenteils auf Koreanisch gesungen werden, scheint die fremde Sprache der Texte kein Problem zu sein. "Koreanisch ist eine sehr angenehme Sprache zum Zuhören, was es leichter macht, die Sprachbarriere zu überwinden", so K-Pop-Experte Jeff Benjamin.

Archiv: Die K-Pop Band "Blackpink", aufgneommen am 25.12.2017 in Seoul, Südkorea
Die K-Pop Band "Blackpink" (Archivbild)
Quelle: dpa

Außerdem gehe es K-Pop-Fans nicht unbedingt nur um die Sprache und die Songtexte. "Es geht viel mehr um den Hype, der um die Musik herum aufgebaut wird", erklärt Benjamin. In der K-Pop-Szene beinhalte das vor allem Musikvideos, Choreografien, Bilder und Fernsehsendungen, in denen die K-Pop-Stars auftreten. In Südkorea, wo K-Pop seinen Ursprung hat, ist die Musikbranche sehr vom Konkurrenzkampf geprägt. Dadurch sei es für Fans wichtig, ihre Idole mit Anrufen in TV-Shows oder Klicks auf YouTube zu unterstützten, erklärt Benjamin. Diese von Konkurrenzkampf geprägte Fankultur habe sich auch auf die K-Pop-Fans außerhalb Südkoreas ausgebreitet.

Internationaler Durchbruch beim Coachella-Festival?

Für Blackpink soll jetzt auch der internationale Durchbruch gelingen. Am vergangenen Wochenende trat Blackpink als erste K-Pop-Girl-Group überhaupt beim bekannten Coachella-Festival in Kalifornien auf. Das Festival gilt als wegweisend für die Musiktrends des Jahres, erklärt Jeff Benjamin. Wer sich dort gut präsentiere, der sei auf dem besten Weg zu internationalem Erfolg innerhalb weniger Monate. Dass Blackpink "extrem gut" beim Publikum des Coachella-Festivals angekommen sei, zeigt für Benjamin, dass auch sie auf dem besten Weg seien, den internationalen Durchbruch zu schaffen.

Archiv: K-Pop Fans in New York, USA, aufgenommen am 12.02.2019
K-Pop Fans in New York.
Quelle: imago

Den Grund für ihren bisherigen Erfolg sieht der K-Pop-Experte besonders in der starken Gruppenidentität. In ihren Songs wird der Bandname Blackpink immer wieder erwähnt. "Diese starke Identität ist ganz klar ihr Erfolgsrezept", meint Benjamin. Er verweist auf die vergangenen 20 Jahre Musikgeschichte: "Die Spice Girls, Destiny's Child, die Pussycat Dolls und Little Mix hatten alle große Erfolge und eine starke Gruppenidentität."

In diesem Jahr geht Blackpink zum ersten Mal international auf Tournee. Unter anderem werden sie im Mai auch in der Max-Schmeling-Halle in Berlin auftreten. Ob Blackpink in die Fußstapfen von den Spice Girls, Destiny's Child oder den Pussycat Dolls treten wird, das wird sich dann wohl zeigen.

Eine Pop-Bewegung aus Südkorea steht hoch im Kurs: K-Pop. Jung und perfekt sollen die Stars sein. Doch der Weg dahin ist kein leichter.

Beitragslänge:
2 min
Datum:
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.