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Vor G20-Gipfel - Brandanschläge legen Zugverkehr lahm

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Unbekannte haben in mehreren Bundesländern Feuer in Bahnanlagen gelegt und damit erhebliche für Verzögerungen für Pendler gesorgt. Extremismus-Experten haben die Ermittlungen aufgenommen, ein mögliches Bekennerschreiben wird geprüft. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang zum G20-Gipfel im Juli.

In mehreren deutschen Städten ist es nach Brandanschlägen zu Beeinträchtigungen im Bahnverkehr gekommen. Inzwischen ist ein mögliches Bekennerschreiben aufgetaucht – wohl aus der linksextremistischen Szene.

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Die bislang zwölf gemeldeten Brandanschläge auf die Bahn haben nach Einschätzung des Operativen Abwehrzentrums (OAZ) der sächsischen Polizei möglicherweise einen Bezug zum G20-Gipfel in Hamburg. Eine politische Motivation könne nicht ausgeschlossen werden und sei Gegenstand der weiteren Ermittlungen, teilte das OAZ mit. Die Ermittler gehen davon aus, dass zwischen den Anschlägen ein Zusammenhang besteht. Auch der Staatsschutz prüft, ob es sich um politisch motivierte Anschläge handelt.

Bekennerschreiben wird geprüft

Auf der Internetplattform "linksunten.indymedia.org" tauchte ein mögliches Bekennerschreiben auf. Ein Sprecher der Berliner Polizei sagte, das Schreiben sei bekannt und werde geprüft.

Vor dem G20-Gipfel hatten Linksextremisten wiederholt Aktionen und Anschläge angekündigt. Am 7. und 8. Juli treffen sich Staats- und Regierungschefs aus den führenden Industrie- und Schwellenländern sowie Vertreter der EU. Mit dabei: US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin.

Aus Sicherheitskreisen hieß es, das mutmaßliche Bekennerschreiben passe ins "Raster". Es sei aber noch unklar, ob es authentisch sei. Indymedia versteht sich als offene Plattform zur freien Verbreitung von Informationen. In der Vergangenheit waren dort im Zusammenhang mit Bekennerschreiben zu Straftaten auch Fälschungen aufgetaucht.

Der Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, es sei noch zu früh für Aussagen, ob es einen Zusammenhang zwischen den Angriffen und dem bevorstehenden Gipfel gebe.

Operatives Abwehrzentrum ermittelt in Sachsen

In der Nacht zum Montag hatten im Hamburger Stadtteil Eidelstedt und im Bereich Höltigbaum Kabel neben den Gleisen gebrannt, erklärte ein Polizeisprecher am Montagmorgen. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn (DB) sagte, der Zugverkehr auf der Strecke Hamburg-Lübeck sei zwischen Rahlstedt und Ahrensburg unterbrochen. Sie sprach von Vandalismus.

In Sachsen wurden nach bisherigen Erkenntnissen an vier Bahnstrecken Kabelschächte angezündet, unter anderem in den Leipziger Stadtteilen Mockau und Engelsdorf. Dadurch seien Signalanlagen zerstört worden.

Nach Angaben der Deutschen Bahn sind in Sachsen sowohl der Fern- als auch der Regional- und S-Bahn-Verkehr betroffen. Reisende und Pendler auf den Strecken Leipzig-Dresden, Leipzig-Coswig, Leipzig-Chemnitz, Leipzig-Halle und Leipzig-Erfurt müssen demnach mehr Zeit einplanen. Fernverkehrszüge würden umgeleitet. Auf den Regional- und S-Bahn-Verbindungen müsse mit deutlichen Verspätungen gerechnet werden. Wegen der defekten Signalanlagen seien Streckenteile nicht befahrbar. Die Bahn bemüht sich nach eigenen Angaben um Ersatzverkehr durch Busse.

Berlin: Vier S-Bahn-Linien lahmgelegt

In Berlin legte ein Kabelbrand den S-Bahnhof Treptower Park lahm. Die Einschränkungen im Berufsverkehr sind erheblich, betroffen seien die Linien S41, S42, S85 und S9, teilte die Berliner S-Bahn mit. Das Unternehmen empfiehlt, den Bahnhof weiträumig zu umfahren. Wie lange der Zugverkehr noch beeinträchtigt bleibt, war zunächst nicht abzusehen. "Da wollen wir erstmal keine Prognose wagen", erklärte ein Bahnsprecher.

Wie es zu dem Brand in Berlin kam, war am Morgen noch völlig unklar. Das Landeskriminalamt prüfe, ob Vorsatz oder technischer Defekt vorliegt, twitterte die Polizei. "Das Ergebnis sollte man abwarten", betonte ein Polizeisprecher. Zuvor hatten mehrere Medien von einem "Anschlag" berichtet. "Eine Aufsicht hatte am frühen Morgen starken Rauch neben den Gleisen bemerkt und die Rettungskräfte alarmiert", sagte ein Polizeisprecher. Der Rauch kam aus einem Kabelschacht, der zwischen den Bahnhöfen Treptower Park und Sonnenallee liegt. Die Feuerwehr rückte an und löschte den Brand.

Einschränkungen zwischen Dortmund und Bochum

Im Ruhrgebiet brannte ein Kabelschacht entlang der Bahnstrecke in Dortmund, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Nach ersten Erkenntnissen der Beamten hatten Unbekannte in der Nacht die Kabel vermutlich mit Brandbeschleuniger angezündet. Bei dem Feuer seien unter anderem Signalkabel beschädigt worden. Von den Einschränkungen sind nach Angaben der Deutschen Bahn die Linien RE1, RE6 und RE11 betroffen. Zwischen Dortmund und Bochum komme es auf beiden Richtungen zu Verspätungen zwischen zehn und 15 Minuten.

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