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Kabinett will Wolf zum Abschuss freigeben

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Grünes Licht aus Berlin - Kabinett will Wolf zum Abschuss freigeben

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Die Bundesregierung erleichtert den Abschuss von Wölfen: Das Kabinett billigte einen nach langem Ringen ausgehandelten Gesetzentwurf von Umweltministerin Svenja Schulze.

Dem Entwurf zufolge können Wölfe künftig auch dann schon abgeschossen werden, wenn sie "ernste Schäden" für Nutztierhalter verursachen. Bisher musste der betroffene Tierhalter in seiner Existenz bedroht sein, um eine Abschussgenehmigung zu erhalten.

Zudem soll bei wiederkehrenden Schäden "im engen zeitlichen und räumlichen Zusammenhang" der Abschuss von Wölfen eines Rudels auch möglich sein, wenn nicht konkrete Einzeltiere als Verursacher ausgemacht werden können.

Füttern und Anlocken wird ausdrücklich verboten

Weitere Regelungen klären, wen die zuständigen Landesbehörden mit der Jagd beauftragen dürfen. Dabei sollen örtliche Jäger nach Möglichkeit einbezogen werden. Ebenfalls geschossen werden sollen Hybride, also Mischlinge aus Wolf und Hund. Das Füttern und Anlocken von Wölfen wird ausdrücklich verboten, weil diese sich dadurch an Menschen gewöhnen könnten.

Umweltschützer kritisieren die geplante Neuregelung, auch wenn der Schutz des Wolfs im Grundsatz beibehalten wird. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) betonte am Dienstag, dass der Wolf eine "streng geschützte Tierart" sei.

Wölfe vor allem im Nordosten verbreitet

Der ehemals ausgerottete Wolf breitet sich in Deutschland seit Jahren wieder aus: Im Jahr 2000 wurden in Sachsen erstmals wieder freilebende Wolfswelpen geboren. Bis heute ist Sachsen ein Bundesland mit einer der größten Wolfspopulationen, ebenso wie Brandenburg und Niedersachsen. Insgesamt breiten sich die Tiere vor allem im Nordosten Deutschlands aus. Aber auch etwa in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wurden sie schon gesichtet.

Nach offiziellen Angaben lebten in Deutschland im Monitoringjahr 2017/18 insgesamt 73 Rudel, 30 Paare und drei Einzeltiere. In 56 Rudeln wurden 218 Welpen bestätigt. Da gerade bei den Jungtieren aber die Sterblichkeit hoch ist, wird im Bundesumweltministerium von einer Gesamtzahl von nicht mehr als etwa 400 Tieren ausgegangen.

Jagdverband geht von mehr als 1.000 Wölfen aus

Angaben des Deutschen Jagdverbands, in denen von mehr als tausend Wölfen in Deutschland und einem jährlichen Zuwachs von rund 30 Prozent die Rede ist, hält das Ministerium für weit überhöht. Seit dem Jahr 2000 wurden rund 350 Wölfe tot aufgefunden, die meisten starben bei Verkehrsunfällen. Mindestens 37 Tiere wurden aber auch illegal getötet, wobei Experten hier von einer erheblichen Dunkelziffer ausgehen.

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