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Frostige Zeiten in Europa - Schneeballschlacht auf dem Petersplatz

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Hoch Hartmut lässt Europa bibbern: Die ewige Stadt hüllt es in Weiß, in Österreich lockert es das Verhüllungsverbot - und in Deutschland sorgt es für die kälteste Nacht des Jahres.

Im Zentrum Roms fielen laut Wetterdienst zwischen fünf und zehn Zentimeter Schnee. Alle Schulen und Kindergärten blieben geschlossen. Die Behörden riefen die Bewohner auf, sich möglichst wenig fortzubewegen. Doch das nahmen viele Römer offenbar nicht so ernst: Vor dem Petersdom warfen Seminaristen Schneebälle, Kinder holten Schlitten heraus.

Seltener Schnee im Süden Italiens

Das Kolosseum im Schnee.
Das Kolosseum im Schnee.
Quelle: Alessandra Tarantino/AP/dpa

Ganz Italien ist derzeit von einer ungewöhnlichen Kältewelle erfasst. In der Apennin-Bergregion sollte es nachts bis zu minus 20 Grad kalt werden. Der Zivilschutz kam zu einer Sondersitzung zusammen. Schnee in Norditalien ist nicht ungewöhnlich, im Süden und an den Küsten schneit es dagegen nur selten.

Auch Deutschland hat sich durch die bislang wohl kälteste Nacht dieses Winters gebibbert. Nach einer vorläufigen Auswertung der Messdaten war es auf der Zugspitze mit minus 27 Grad am kältesten, hieß es beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Dies sei für den höchsten Gipfel in Deutschland auch der bisherige Minus-Rekord in diesem Winter.

Im übrigen Land habe es verbreitet strengen Frost zwischen minus 15 und minus 10 Grad gegeben - besonders in Thüringen, Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg. Im Nordosten Deutschlands war es etwas wärmer, doch fiel reichlich Schnee.

Unfälle in Mecklenburg, Flugausfälle in Bremen

In Mecklenburg-Vorpommern kam es auf schneeglatten Straßen zu zahlreichen Unfällen. Laut Polizei blieb es glücklicherweise bei Blechschäden. Am Bremer Flughafen fielen seit Sonntagabend zehn Flüge aus. Nach 21 Uhr war die Wetterlage so schlecht, dass sechs ankommende Flugzeuge nicht landen konnten - einige Maschinen wurden nach Hannover umgeleitet. Auch am Morgen wurden drei Verbindungen gestrichen.

Entwarnung gibt der Deutsche Wetterdienst noch nicht - die Kältewelle setze sich mit voraussichtlich noch tieferen Werten bis in die Nacht zum Mittwoch fort.

Auch in anderen Teilen Europas sind die Zeiten eisig: In Polen starben seit Freitag mindestens acht Menschen, wie die Regierung mitteilte. Damit stieg die Zahl der Kältetoten seit November auf insgesamt 48. Am Wochenende waren die Temperaturen in Teilen des Landes auf bis zu minus 20 Grad gesunken. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, vor allem Obdachlosen und älteren Menschen zu helfen, die von der Kälte besonders bedroht seien.

Österreich lockert Verhüllungsverbot

Angesichts der Kälte erlaubt Österreich Ausnahmen vom Verhüllungsverbot. "Bei diesen Temperaturen wird kein Polizist jemanden belangen, der sein Gesicht zum Schutz vor Kälte verhüllt", sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Wien. Seit dem 1. Oktober 2017 muss eigentlich jeder sein Gesicht von der Stirn bis zum Kinn zeigen. Das zielte unter anderem auf islamische Frauen, die Burka oder Nikab tragen. Das Gesetz habe aber Ausnahmen wie eisige Temperaturen vorgesehen, hieß es weiter.

Auch das südöstliche Europa bekommt die Kaltfront zu spüren: In der Region Thessaloniki in Nordgriechenland schneite es. Zahlreiche Flüge nach Thessaloniki waren bereits am Vortag ausgefallen. Viele Straßen in der Provinz Mazedonien waren nur mit Schneeketten befahrbar, meldete das Staatsradio (ERT). Der Unterricht fiel in vielen Provinzen im Norden des Landes aus. Im Süden zeigten die Thermometer dagegen frühlingshafte Temperaturen.

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