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Mehrere Tote - Kälterekorde zum Ende des Winters

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Eiszapfen an den Seebrücken auf Rügen, Vorbereitungen zum Schlittschuhfahren auf den Kanälen von Amsterdam: Der Winter hat Europa im Griff und verabschiedet sich mit Kälterekorden.

Hoch "Hartmut" lässt die Temperaturen auch weiterhin tief in den Keller fallen. Das sorgt für Kälterekorde: Minus 30,5 Grad wurden auf der Zugspitze gemessen.

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Sibirische Kälte in Europa: Von der Ostsee bis zum Mittelmeer wurden am Dienstag Rekord-Minustemperaturen gemessen. Auf der Zugspitze fiel die Temperatur in der Nacht auf minus 30,5 Grad Celsius und damit auf den niedrigsten jemals Ende Februar gemessenen Wert, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Auch in Polen, Frankreich und Italien herrschten besonders eisige Temperaturen.

Die Nacht zum Dienstag war insgesamt in Deutschland die bisher kälteste Nacht des Winters. Im Süden Bayerns oder im Norden Hessens wurden laut DWD Temperaturen von minus 17 Grad gemessen. Für die Nacht zum Mittwoch wurde erneut bittere Kälte vorhergesagt. Zum Wochenende erwarten die Meteorologen aber in Deutschland wieder mildere Temperaturen.

Bitterkalt bis zum meteorologischen Frühlingsanfang

Ungewöhnlich ist vor allem, dass es Ende Februar noch einmal so eiskalt wurde. Bis zum meteorologischen Frühlingsanfang am Donnerstag soll es in Deutschland bitterkalt bleiben. Der gesamte Winter war allerdings überwiegend mild. Der Wetterdienst beobachtete im Dezember, Januar und Februar einen "milden, niederschlagsreichen und sonnigen Winter mit eisigem Finale". Die Durchschnittstemperatur lag im Winter mit 1,6 Grad um 1,4 Grad über dem international gültigen Referenzwert im Zeitraum von 1961 bis 1990. Ende Februar habe sich dann aber "nochmals ein Schwall eisiger Kaltluft aus dem Osten und Nordosten Europas" auf den Weg nach Deutschland gemacht, erklärte der Wetterdienst.

Angesichts der Eiseskälte wuchs die Gefahr für Obdachlose. Mehrere Städte, darunter Berlin und Rom, stellten zusätzliche Betten in Notunterkünften bereit. Einige belgische Städte wiesen die Polizei an, Obdachlose, die sich weigern, in eine Unterkunft zu gehen, in Gewahrsam zu nehmen. Rettungsteams des Roten Kreuzes stellten Tausenden Menschen Unterkünfte und medizinische Betreuung zur Verfügung.

Bereits 24 Kältetote in Europa

Europaweit starben seit Freitag bereits mindestens 24 Menschen in der Kälte - neun in Polen, davon allein fünf in der Nacht zum Dienstag. In Warschau sank die Temperatur in der Nacht zum Dienstag auf minus 16 Grad. Vier Menschen erfroren in Frankreich, drei in Tschechien, fünf in Litauen, zwei in Rumänien und einer in Italien. In Kassel fanden Polizisten in der Nacht zum Dienstag an einer Bushaltestelle eine vermisste und völlig durchgefrorene 75-jährige Frau.

Wer bei Minusgraden kein warmes Dach über dem Kopf hat, schwebt in Lebensgefahr. Den vielen Obdachlosen, die auf der Straße bleiben wollen, gibt ein Münchener Kältebus Lebensmittel oder Decken aus. Offen für diese Unterstützung sind nicht alle.

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Auch am Mittelmeer blieb es ungewöhnlich winterlich. Die Bucht von Ajaccio auf Korsika war am Dienstag zugeschneit, und auch die italienische Insel Capri lag unter eine Schneeschicht. Rom hatte bereits am Montag unter einer Schneedecke gelegen, dort wurde es am Dienstag wieder wärmer. In Italien blieben viele Schulen wegen des Wintereinbruchs geschlossen.

Flughafen von Neapel wegen Schneefall geschlossen

Der Flughafen im süditalienischen Neapel wurde am Dienstagmorgen wegen Schneefalls geschlossen, wegen Glatteis wurde zudem der Busverkehr in der Stadt eingestellt. In der Nähe von Turin kam ein Autofahrer mit dem Schrecken davon, als ein Eiszapfen von einer Brücke abbrach und auf der Windschutzscheibe seines Autos landete.

Schnee und Glatteis führten auch zu Behinderungen im Flugverkehr. Weil es in England ungewöhnlich stark schneite, strich British Airways am Flughafen London-Heathrow 60 Flüge. Für Mittwoch wurde mit heftigem Schneefall im Nordosten Englands und in Schottland gerechnet.

Helfer befreien Menschen aus Häusern

Mann beim Schneeschippen in Delnice (Kroatien) am 27.02.2018
Mann beim Schneeschippen in Delnice (Kroatien) am 27.02.2018
Quelle: reuters

In Kroatien war die Zugverbindung zwischen Zagreb und Split unterbrochen. Freiwillige befreiten Menschen, die in ihren Häusern vom Schnee eingeschlossen worden waren. Andere liefen in italienischen oder spanischen Städten mit heißen Getränken und Essen umher, um Obdachlose damit zu versorgen.

Die rumänischen Behörden schlossen nach starkem Schneefall am Dienstag Dutzende Straßen im Süden und Osten des Landes. Die Bürgermeisterin der Hauptstadt Bukarest, Gabriela Firea, sagte, die örtlichen Schulen würden bis Ende dieser Woche nicht mehr öffnen. Unter den Toten in dem Land war ein 65-Jähriger, der erfroren vor seinem Haus im Norden des Landes gefunden wurde.

Kälte auch eine Gefahr für obdachlose Zuwanderer

Die um sich greifende Kälte machte auch vor einer Gruppe Flüchtlinge und Migranten in Paris nicht Halt. Die Zuwanderer, die überwiegend aus Afghanistan stammen, zündeten am Dienstagmorgen in ihrem provisorischen Lager an einem Kanalufer im Nordosten der französischen Hauptstadt ein kleines Feuer an, um sich zu wärmen. Temperaturen von unter minus fünf Grad Celsius hatten sie in der Nacht in ihren Zelten und Schlafsäcken kaum schlafen lassen.

Weil die Europäer ihre Heizungen voll aufdrehten, verzeichnete der russische Gaskonzern Gazprom Rekord-Lieferungen. Sechs Tage in Folge hätten die Exporte Rekorde gebrochen, erklärte das Unternehmen.

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