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UN warnen vor Eskalation - Hunderte Tote bei Kämpfen im Jemen

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Hodeida gilt als wichtigster Hafen für den kriegsgebeutelten Jemen. Der Großteil aller Waren und Hilfsgüter kommt dort an. Doch nun nähern sich die Gefechte der Stadt.

Mehrere Menschen inspizieren ein zerbombtes Krankenhaus im Jemen
Quelle: reuters

Mehr als 600 Kämpfer sollen bei Gefechten an der Westküste des Jemens ums Leben gekommen sein. Wie aus Sicherheitskreisen verlautete, gab es in den vergangenen Tagen sowohl bei den regierungsloyalen Kräften als auch auf Seiten der schiitischen Huthi-Rebellen heftige Verluste. Dutzende Familien wurden nach Angaben von Augenzeugen aus ihren Häusern in die Flucht getrieben.

Die von einer saudi-arabisch geführten Militärkoalition unterstützten Regierungskräfte befinden sich seit Wochen an der jemenitischen Westküste auf dem Vormarsch. Die Gefechte mit den Huthis, hinter die sich der Iran gestellt hat, sind eskaliert, seit die Regierungskräfte der Hafenstadt Hodeida nähergekommen sind. Hodeida ist für die Konfliktparteien besonders wichtig, weil der Großteil an Hilfsgütern durch die Stadt am Roten Meer ins Land kommt.

UN wollen Schlacht um Hodeida verhindern

UN-Generalsekretär António Guterres sagte am Montag, der UN-Gesandte Martin Griffiths stecke in Verhandlungen, um eine "militärische Konfrontation in Hodeida" zu vermeiden. Der bei den UN für humanitäre Angelegenheiten zuständige Mark Lowcock sagte nach einem Treffen mit den UN-Sicherheitsrat zu Reportern, es sei wichtig "eine Schlacht" um Hodeida zu verhindern. "90 Prozent von Lebensmitteln, Treibstoff und Arzneimitteln im Jemen werden importiert", sagte er. 70 Prozent gelangten über Hodeida ins Land, darunter dringend benötigte humanitäre Hilfe für mehr als sieben Millionen Menschen.

Der UN-Sicherheitsrat teilte mit, "nur eine ausgehandelte Lösung kann den Krieg zu einem Ende bringen". Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensia, der derzeit Präsident des Sicherheitsrats ist, sagte, die Gespräche hätten sich auf "die Notwendigkeit einer Deeskalation" konzentriert.

Die USA forderten alle Konfliktparteien auf, eine humanitäre Versorgung aller Jemeniten zu gewährleisten, wie US-Außenminister Mike Pompeo sagte. Die Vereinigten Staaten beobachteten die Entwicklungen in Hodeida genau, teilte er mit.

Belagerung würde Hunderttausende Zivilisten gefährden

Die Vereinten Nationen hatten am Freitag davor gewarnt, dass ein militärischer Angriff oder eine Belagerung Hodeidas Hunderttausende Zivilisten betreffen würde. Rund 600.000 Menschen leben in der Stadt und ihrer Umgebung.

Der Jemen steckt in einem Bürgerkrieg, in dem die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition seit März 2015 gegen die Huthis kämpft. Die Koalition will die Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi wiederherstellen, der sich ins Exil begeben hat. In dem Krieg sind mehr als 10.000 Menschen getötet worden. Mehr als drei Millionen wurden zu Vertriebenen. Die Vereinten Nationen betrachten die Situation im Jemen als schlimmste humanitäre Krise der Welt. Mehr als 22,2 Millionen Menschen bräuchten Hilfe. Tausende Zivilisten sind in den vergangenen Jahren an Mangelernährung, Cholera und anderen Krankheiten gestorben oder erkrankt.

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