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Kampf für Zugang zu Wasser - Menschenrechtspreis für Mundaca

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Rodrigo Mundaca kämpft in Chile für freien Zugang zum Wasser. Das hat ihn selbst in Gefahr gebracht. Nun wurde er in Nürnberg geehrt.

Agraringenieur Rodrigo Mundaca aus Chile. Archivbild
Rodrigo Mundaca
Quelle: -/Amnesty International/dpa

Der chilenische Agraringenieur Rodrigo Mundaca hat den mit 15.000 Euro dotierten Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis 2019 erhalten. Mit der Auszeichnung soll der Einsatz Mundacas für einen gerechten Zugang zu Wasser hervorgehoben werden.

In seiner leidenschaftlichen Dankesrede prangerte Mundaca die Privatisierung des Wassers an, die Kleinbauern und Dorfbewohner von dem elementaren Gut abschneiden. "Wir müssen vereint für freies Wasser und Boden kämpfen", forderte der Preisträger.

"Wir brauchen das Wasser wieder", sagte er vor den über 600 Teilnehmern der Preisverleihung. In seiner chilenischen Heimatregion Petorca könnten vier Unternehmerfamilien über 90 Prozent des Wassers verfügen. Durch den Anbau in Bergregionen werde das Grundwasser aus 100 Meter Tiefe "gestohlen". Kinder vor Ort lernten "keinen Fluss oder See mehr kennen", weil Quellen versiegt seien oder das Wasser für den florierenden Avocado-Anbau umgeleitet werde.

Er widmete seinen Mitstreitern und anderen Bürgerrechtlern seine Auszeichnung. Es brauche eine internationale Solidarität, um den Morddrohungen, Gerichtsprozessen und Schikanen zu entgehen, erklärte Mundaca.

Jury sieht Ehrung auch als Appell an Europäer

Die luxemburgische Laudatorin Anne Brasseur, Jurymitglied und ehemaliges Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, würdigte Mundacas Kampf "für ein elementares Menschenrecht". Sie wollte den diesjährigen Menschenrechtspreis aber auch als Appell verstanden wissen, in Europa anders und behutsamer mit der kostbaren Ressource Wasser umzugehen. Zugleich äußerte sie die Hoffnung, dass die Preisverleihung auch zu einem Durchbruch bei der UN-Klima-Konferenz in zwei Monaten in Chile beitrage.

Der Menschenrechtspreis der Stadt Nürnberg wird seit 1995 alle zwei Jahre vergeben. Er wird an Einzelpersonen oder Gruppen verliehen, die sich vorbildlich und unter hohem persönlichen Risiko für die Wahrung der Menschenrechte einsetzen. Preisträger der vergangenen Jahre waren die Uganderin Kasha Jacqueline Nabagesera, Vorkämpferin für die Rechte von Homosexuellen, oder der Gewerkschafter Amirul Haque Amin aus Bangladesch, der sich für die Rechte von Textilarbeiterinnen starkmacht.

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