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Kampf gegen Terrormiliz - Iraks Armee kesselt IS in Mossul ein

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Die Offensive der irakischen Armee auf die Altstadt von Mossul hat offenbar erfolgreich begonnen. Nach eigenen Angaben haben die Streitkräfte das Viertel binnen zwei Tagen eingekesselt. Die Altstadt ist das letzte Viertel Mossuls, das die Terrormiliz IS in ihrer einstigen Hochburg besetzt hält.

Zumindest aus dem Irak könnte die IS-Terrormiliz bald weitgehend vertrieben sein. Die irakische Armee ist auf die Altstadt Mossuls vorgerückt, die letzte IS-Hochburg im Land. Beim Häuserkampf könnten auch viele Zivilisten umkommen.

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Eine gepanzerte Division habe den Bezirk Al-Schifaa eingenommen und damit den Ring um die Altstadt geschlossen, vermeldeten die irakischen Streitkräfte. Die Armee hatte die Erstürmung am Sonntag begonnen. Die komplette Eroberung der Stadt wäre faktisch das Ende des selbsternannten Kalifats des IS im Irak. In Syrien läuft derzeit eine Offensive auf Rakka, die faktische Hauptstadt des IS im Nachbarland.

General: "Wir nehmen uns viel Zeit"

Der Einsatz der irakischen Armee gilt als heikel. Bis zu 150.000 Zivilisten könnte der IS in der Altstadt gefangen halten und als "menschliche Schutzschilde" missbrauchen, befürchten die Vereinten Nationen. Das Rote Kreuz meldete bereits am Montag, dass viele Einwohner ums Leben gekommen seien. Jeden Tag behandelten Rot-Kreuz-Mediziner Dutzende neue Patienten. Das Kinderhilfswerk "Save the Children" forderte, es müsse alles unternommen werden, um die Zivilisten zu schützen - vor allem wenn sich die Offensive in die dicht bewohnten Gassen der Altstadt ausdehne.

"Wir nehmen uns viel Zeit", versichert der irakische General Walid Chalifa dem ZDF. "Wir wollen zivile Opfer vermeiden - eigentlich um jeden Preis. Es kann noch drei, vier Wochen dauern, bis der IS in Mossul geschlagen ist" - obwohl man eigentlich schneller vorankomme, als erwartet.

"Oft hundert Menschen in einem Haus"

Doch nur wenigen Anwohnern gelinge die Flucht, berichtet ZDF-Korrespondent Uli Gack aus der umkämpften Großstadt. Der IS feuere auf alle, die weglaufen wollten. "Das Kampfgebiet ist etwa einen Quadratkilometer groß", so Gack. "Zehntausende Menschen werden dort festgehalten unter fürchterlichen Bedingungen." Das wissen auch die Menschen in den befreiten Gebieten Mossuls. "Die Leute in der Altstadt sind auf kleinstem Raum eingesperrt", erzählt ein Anwohner. "Oft hundert Menschen in einem Haus - und dann diese Luftangriffe, die Artillerie, keine Lebensmittel. Das muss die Hölle sein."

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