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Kampf um Platz drei im Bundestag - Bundesparteitag: Grüne gehen auf Distanz zur FDP

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Den Kampf um Platz drei im Bundestag geben die Grünen noch nicht auf - trotz anhaltend schwacher Umfragewerte. Auf den letzten Metern im Wahlkampf will die Öko-Partei noch einmal alles geben - mit ein paar Attacken auf die FDP - aber auch offenem Werben um SPD-Wähler.

Die Grünen sowie ihre Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir befinden sich Wahlkampf-Endspurt. Das Ziel: Die drittstärkste Partei werden. Die Gegner: FDP, Die Linke und die AFD.

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Die Grünen setzen im Wahlendspurt auf die direkte Konfrontation mit der FDP und wollen sich im Kampf um Platz drei nicht geschlagen geben. Das Spitzenduo - Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir - warb bei einem Bundesparteitag in Berlin für eine "Richtungsentscheidung". Auf den letzten Metern vor der Bundestagswahl am 24. September verschärften die Grünen nicht nur den Ton gegenüber der FDP. Mit Themen wie Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit wollen sie auch SPD-Wechselwähler gewinnen.

Özdemir: Nicht mit der AfD

Göring-Eckardt rief die Basis auf, noch einmal alles zu geben. "Sieben Tage vor dem 24. September ist noch nichts entschieden", sagte die Fraktionschefin im Bundestag. "Bei dieser Wahl geht es darum, dass wir umsteuern." Zeitgleich mit den Grünen läutete die FDP nur wenige Kilometer entfernt den Schlussspurt ein. Özdemir zeigte sich offen für Koalitionsgespräche - mit allen Parteien außer der AfD: "Deutschland muss gut und stabil regiert werden." Die Grünen seien sich dieser Verantwortung bewusst. Eine Koalition mit den Grünen gebe es aber nur, wenn der Klimaschutz Vorrang habe.

Göring-Eckardt warf den Liberalen Realitätsverweigerung vor sowie Rückschritte in der Sozial-, Klima- und Außenpolitik. Schwarz-Gelb sei eine Gefahr für den Fortschritt. Sie warnte vor weiteren vier Jahren des "Aussitzens und Stillstands" unter einer Großen Koalition. Die Grünen wollten das Land auch im Bund mitgestalten. Bisher sind sie an zehn Landesregierungen beteiligt.

"Politikdumping": Kritik an der SPD

In den meisten Meinungsumfragen haben die Liberalen derzeit gegenüber den Grünen die Nase leicht vorn. Die FDP bewegte sich zuletzt in Umfragen zwischen acht und zehn Prozent, die Grünen zwischen sechs und neun Prozent. Das würde weder für ein schwarz-gelbes Bündnis aus Union und FDP reichen noch für eine Koalition von Union und Grünen. Einzige realistische Regierungsoption für FDP und Grüne ist rechnerisch derzeit ein "Jamaika"-Bündnis mit der Union.

Göring-Eckardt wandte sich in ihrer Rede auch an potenzielle Wechselwähler der SPD. Sie warf SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz vor, sich als Vize in einer Großen Koalition anzudienen: "Wo ist eigentlich die stolze SPD?" Die SPD betreibe "Politikdumping". Dies hätten die Wähler und insbesondere die SPD-Wähler nicht verdient.

Härterer Kurs gegenüber der Türkei

Die Grünen bekennen sich nach den Worten Özdemirs zum Autostandort Deutschland mit seinen 800.000 Beschäftigten. Dies dürfe aber nicht ausgespielt werden gegen den Klimaschutz. Der Grünen-Chef warb für eine bessere Ausstattung der Polizei und warnte vor einem Wettlauf um immer neue Sicherheitsgesetze. Die Politik gegenüber der Türkei würden die Grünen im Falle einer Regierungsbeteiligung verschärfen - mit Reisewarnung und Einschränkungen bei der Absicherung von Exporten. Auch Lücken für Rüstungsgeschäfte würden geschlossen.

Neben Grünen und FDP peilen auch die Linke und die rechtspopulistische AfD Platz drei im nächsten Bundestag an. Göring-Eckardt und Özdemir warnten eindringlich vor der AfD. Erstmals könnten Nazis in den Bundestag einziehen, so Özdemir. Die Grünen seien das Gegengift zur AfD und zum "Albtraum für Deutschland". Deshalb zähle jede Stimme. Göring-Eckardt betonte: "Wer der AfD richtig eins reingeben will, muss Bündnis 90/Grüne wählen."

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