Digital-Staatsministerin verteidigt Rohrpost

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Kommunikation im Kanzleramt - Digital-Staatsministerin verteidigt Rohrpost

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Trotz E-Mails und Computertechnik setzt das Kanzleramt weiter auf das traditionsreiche Rohrpostsystem. Das geht aus einer Antwort der Digitalstaatsministerin Dorothee Bär hervor.

Rohrpost (Symbolbild)
Rund 2.400 Vorgänge werden im Kanzleramt pro Monat per Rohrpost transportiert. (Symbolbild)
Quelle: dpa

Das Bundeskanzleramt verlässt sich für die interne Kommunikation auf Technik aus dem 19. Jahrhundert: Rund 2.400 Vorgänge werden in der Regierungszentrale pro Monat per Rohrpost transportiert. Das geht aus einer Antwort der Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) auf eine FDP-Anfrage hervor, aus der die "Saarbrücker Zeitung" am Samstag zitierte.

Die Rohrpost, bei der Sendungen mit Hilfe von Druckluft durch Röhren geschickt werden, ist demnach für das Kanzleramt aktuell unverzichtbar. "Eine kostengünstigere Form der Übermittlung ist bis zur Einführung der elektronischen Akte im Bundeskanzleramt nicht vorhanden", heißt es laut der Zeitung in Bärs Schreiben.

Dass mit Dorothee Bär gerade die Staatsministerin für Digitalisierung sagt, dass die antiquierte Rohrpost quasi alternativlos sei, lässt tief blicken
Marco Buschmann, FDP

Die FDP wertete dies als Beleg, dass die Bundesregierung in Sachen Digitalisierung kein Konzept habe. "Dass mit Dorothee Bär gerade die Staatsministerin für Digitalisierung sagt, dass die antiquierte Rohrpost quasi alternativlos sei, lässt tief blicken", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer Marco Buschmann der "Saarbrücker Zeitung".

Rund 9.000 bis 12.000 Euro Kosten

Koalitionsausschuss tagt im Kanzleramt.
Seit 2014 wurden pro Jahr zwischen 9.000 und 12.000 Euro für die Erhaltung des weit verzweigten Systems im Kanzleramt ausgegeben.
Quelle: Kay Nietfeld/dpa

Als Alternative käme nur eine Übermittlung durch drei zusätzliche Boten in Betracht, schreibt die Staatsministerin demnach. Die Personalkosten dafür würden aber aber 137.000 Euro jährlich betragen - Wartungs- und Instandsetzungskosten der Rohrpostanlage seien deutlich günstiger. Seit 2014 wurden demnach pro Jahr zwischen 9.000 und 12.000 Euro für die Erhaltung des weit verzweigten Systems im Kanzleramt ausgegeben.

Rohrsysteme zum Versenden von Post wurden seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in verschiedenen Städten installiert. Heutzutage wird die Technik beispielsweise noch in großen Krankenhäusern benutzt.

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