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Merkel eröffnet IAA - IAA im Diesel-Dunst: "Regelungslücken ausgenutzt"

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Die IAA im Zeichen der Diesel-Affäre - Bundeskanzlerin Merkel hat die Internationale Automobilausstellung in Frankfurt eröffnet. Ein schwieriger Auftritt, schließlich hatte sie der Autoindustrie im Zuge des Dieselskandals "unverzeihliche Fehler" vorgeworfen. Auch heute fand sie deutliche Worte.

Heute Vormittag hat Angela Merkel die IAA in Frankfurt offiziell eröffnet. Dabei forderte sie die Autoindustrie auf, „alles daranzusetzen, um Glaubwürdigkeit und Vertrauen zurückzugewinnen.“ Trotz allem, der Diesel soll bleiben, so die Kanzlerin.

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Unternehmen der Branche hätten "Regelungslücken exzessiv ausgenutzt", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Eröffnung der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA in Frankfurt. "Sie haben sich damit nicht nur selbst Schaden zugefügt, sondern vor allem auch Verbraucher und Behörden getäuscht und enttäuscht." Auch wenn dies nur eine Minderheit der Branche betreffe, müsse diese "alles daran setzen, Glaubwürdigkeit und Vertrauen so schnell wie möglich zurückzugewinnen".

Die Kanzlerin hob zugleich die große Bedeutung der Schlüsselindustrie für Beschäftigung und Wachstum hervor. "Wir wissen, was unser Land an Ihrer Branche hat." Um drohende Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Städten wegen zu hoher Schadstoffwerte zu vermeiden, müssten Verbrennungsmotoren sauberer werden. Zugleich seien Investitionen in neue Antriebe notwendig.

Opposition warf Merkel Nachgiebigkeit vor

Schon im Wahlkampf hatte Merkel die Autoindustrie angesichts des Abgas-Skandals kritisiert. Es habe "unverzeihliche Fehler" gegeben. Zugleich warnte sie vor radikalen Brüchen auf dem Weg zu abgasärmeren Auto-Antrieben. "Wir arbeiten nicht mit Verboten, sondern wir wollen solche Übergänge vernünftig ermöglichen im Blick auf die Beschäftigten und im Blick auf den technologischen Wandel", hatte sie im Bundestag gesagt. Verbrennungsmotoren würden noch "auf Jahre und Jahrzehnte" gebraucht.

Die Opposition dagegen hatte der Kanzlerin zu große Nachgiebigkeit gegenüber der Autoindustrie vorgeworfen. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatte die Automanager im Wahlkampf scharf attackiert. Das Problem sei, dass "millionenschwere Manager bei VW, bei Daimler, die Zukunft verpennt haben", kritisierte er.

Diesel-Fahrverbote drohen

Das Image des Diesels ist angesichts des Abgas-Skandals beschädigt. Der Diesel-Marktanteil bei Neuzulassungen sinkt seit Monaten. Wegen schmutziger Diesel drohen Fahrverbote in Städten - die Bundesregierung und die Autoindustrie wollen dies unbedingt verhindern. Bei einem Dieselgipfel Anfang August hatte die Autoindustrie zugesagt, Fahrzeuge mit Software-Updates umweltfreundlicher zu machen. Zudem gibt es Umtauschprämien, um alte Diesel zu ersetzen.

Ob dies ausreicht, um Fahrverbote zu verhindern, ist indes umstritten. Merkel hatte gesagt, die Nachrüstung der Autosoftware sei "das Mindeste". Im Herbst soll es einen weiteren Diesel-Gipfel mit der Wirtschaft geben.

Zu Beginn der IAA hatten die deutschen Autohersteller eine Offensive bei Elektrofahrzeugen angekündigt. Die Nachfrage nach E-Autos bleibt aber schwach. Weitere Schwerpunkte der Branchenmesse sind die Digitalisierung mit immer mehr Internet im Auto, der Ausbau von Mobilitätsdienstleistungen sowie autonome Fahrzeuge.

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