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Merkel besucht Berliner Pandas - Politik in Schwarz-Weiß

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Runde schwarze Öhrchen, niedlicher Blick: Dem Charme von Pandas kann wohl kaum jemand widerstehen. "Sie sprechen meine Kuschelhormone an", so der Berliner Zoodirektor Knieriem. Sein Zoo hat nun wieder ein Paar - und mit Kanzlerin Merkel und Chinas Präsident Xi kommt die hohe Politik persönlich vorbei.

Meng Meng und Jiao Qing heißt das chinesische Gastgeschenk für die Hauptstadt. Das Pandapaar soll die Zoobesucher begeistern, denn sie sind die einzigen in ganz Deutschland.

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Pandas und Politik: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Mittwoch zusammen mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping den niedlichen Neuzugang im Berliner Zoo begrüßen. Seit Ende Juni leben die beiden schwarz-weißen Riesenpandas Meng Meng (Träumchen) und Jiao Qing (Schätzchen) aus China in ihrem zehn Millionen Euro teuren nagelneuen Gehege. Besonders Panda-Dame Träumchen versteht sich jetzt schon auf ihren Job auf dem tierisch diplomatischen Parkett. "Sie ist charmant und sehr freundlich", schwärmt Berlins Zoodirektor Andreas Knieriem.

Bereits am Flughafen war das Bärenpaar, das in Berlin Nachwuchs zeugen soll, mit politischen Ehren empfangen worden. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und der chinesische Botschafter Shi Mingde standen direkt nach der Landung der Frachtmaschine parat. Männchen Jiao Qing ließ da schon durchblicken, dass ein diplomatischer Kuschelkurs mit ihm nicht drin ist: Er knurrte den Botschafter an. Im Zoo zeigt das rund 100 Kilo schwere "Schätzchen" bei der Eingewöhnung selbst beim Bambus-Kauen ein ziemlich dominantes Verhalten. "Es ist ein Männchen", sagt der Zoodirektor. Dieses Verhalten sei arttypisch.

Früher waren Pandas Staatsgeschenke

Für das Privileg, Pandas aus China zu bekommen, braucht es die hohe Schule der Diplomatie. Die Tiere sind selten und in China "heilig", wie Botschafter Shi Mingd betont. "Ich hoffe, dass sich die beiden verlieben und ihre Liebe Früchte trägt."

Früher waren die Pandas Staatsgeschenke aus China, heute werden sie für rund eine Million Dollar pro Jahr ausgeliehen. Ins Ausland entsandt werden dabei nur Tiere aus Zuchtstationen, die nicht eng miteinander verwandt sind. Der Berliner Zoo wird ab Donnerstag als einziger Tiergarten in Deutschland wieder Pandas zeigen. Den Zuschlag bekam er auch als wissenschaftliche Institution mit Zuchtbüchern.

"Pandas gehören nach Berlin"

Der jeweilige Stand der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit China scheint beim Umzug der knuddeligen Bärchen in andere Länder nicht unerheblich. Den Anstoß gab Kanzlerin Merkel vor zwei Jahren bei einem China-Besuch samt Wirtschaftsdelegation.
Deutschland hatte keine Pandas mehr, seit Bao Bao vor einigen Jahren im Berliner Zoo hochbetagt gestorben war. "Pandas sind etwas Besonderes und sie gehören nach Berlin", sagt Bürgermeister Müller. "Nach dem Tod von Bao Bao im Jahr 2012 hatte man das Gefühl: Da fehlt was." Auch das Land Berlin beteiligte sich hinter den Kulissen engagiert an der Bären-Werbung in China. Peking ist Berlins Partnerstadt.

Nun steht am kommenden Freitag und Samstag der G20-Gipfel in Hamburg bevor. Das lässt sich für Chinas Staatspräsident mit einem Besuch im Berliner Zoo gut verbinden. Politiker und Pandas - das kommt auf Fotos auch nett rüber. Der offizielle Festakt am Mittwoch soll am Nachmittag beginnen und rund eine Stunde dauern.

"Sie sprechen meine Kuschelhormone an"

Zoodirektor Knieriem hat noch nie einen Staatsakt mit Bären vorbereitet. "Es ist eine wunderbare Aufgabe", sagt er. Dem Charme seiner Schützlinge kann er kaum widerstehen und lugt vorsichtig durch eine Plane in ihr Innengehege, das neugierigen Blicken von Zoobesuchern entzogen ist. Er will sich nicht aufdrängen. Die Bären haben Pfleger, im Moment auch noch aus China. "Aber sie sprechen einfach meine Kuschelhormone an", sagt Knieriem.

Nur noch rund 2.000 Pandabären leben in China. Auch für Umweltschutzorganisationen wie den WWF mit dem Panda als Logo sind sie Botschafter. "Der Mensch schützt, was er kennt", sagt Sprecher Roland Gramling.

Im Zoo backen die Bärenpfleger nun nicht nur Haferplätzchen für Schätzchen und Träumchen. Auch der massenhafte Import von Bambus ist schon organisiert - die Herrschaften Pandabär verputzen davon rund 80 Kilo am Tag. Sie haben natürlich auch ihren eigenen Blog. Der Zoo hat genügend Spender und Sponsoren - er kann sich all diesen Luxus leisten.

Nachwuchs bei den Staatsgästen auf vier Tatzen ist erst im nächsten Jahr ein Thema. Da Pandas große Sexmuffel sind, wird es kein leichtes Unterfangen. "Berlin richtet die Hochzeit aus, aber es soll keine Zwangsehe werden", versichert Knieriem. Und es gibt da auch noch einen kleinen Haken im Panda-Vertrag: Jungtiere müssen auf jeden Fall zurück nach China.

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