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Bundespressekonferenz - Merkels 23. Mal

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Kanzler Kohl kam am häufigsten vorbei, für Merkels Sprecher ist es Routine und für die Kanzlerin selbst das 23. Mal: Sie stellt sich heute den Fragen in der Bundespressekonferenz.

Angela Merkel
Angela Merkel bei ihrer Sommer-Pressekonferenz im Jahr 2017. (Archivbild)
Quelle: dpa

"Wie oft hätten Sie mich gerne?" - Mit einer Frage ihrerseits endete am 29. Juli vergangenen Jahres die traditionelle Sommerpressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Ein Journalist fragte die Regierungschefin, warum sie in der Regel nur einmal im Jahr in die Bundespressekonferenz kommt. Merkel versprach, sie werde die in der Frage versteckte Kritik "in meinem Herzen bewegen". Knapp ein Jahr später steht der Punkt wieder auf der Tagesordnung des politischen Berlin: Pressekonferenz zu "Aktuellen Themen der Innen- und Außenpolitik".

In diesem Jahr ist es immerhin schon Merkels zweiter Auftritt im Saal mit der bekannten blauen Wand. Im März war sie schon einmal da, als die Spitzen von CDU, CSU und SPD den Koalitionsvertrag präsentierten. Insgesamt ist es Merkels 23. Auftritt vor der Bundespressekonferenz.

Journalisten geben bei Bundespressekonferenz Regeln vor

Der Verein der Hauptstadtjournalisten unterhält den Saal am Berliner Spreeufer gegenüber von Kanzleramt und Bundestag. Die Journalisten geben hier die Regeln vor: Sie entscheiden, wer eingeladen wird, Statements von Politikern sind zeitlich begrenzt, um Raum für Fragen zu haben. Wann es keine Fragen mehr gibt, entscheidet der Moderator - ein Vorstandsmitglied der Bundespressekonferenz - und nicht etwa ein Minister, der sich bei einer Pressekonferenz in seinem Haus mit Verweis auf Anschlusstermine leicht davonstehlen kann.

Sich den Fragen der Bundespressekonferenz zu stellen, ist deshalb unterschiedlich beliebt bei Spitzenpolitikern. Seit dem Start der neuen Regierung im März waren vier Minister da: Horst Seehofer (CSU), Olaf Scholz (SPD), Peter Altmaier (CDU) und Anja Karliczek (CDU). In der vergangenen Legislaturperiode war der damalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) laut Vereinsstatistik Spitzenreiter mit Besuchen in der Bundespressekonferenz: 38 Mal ließ er sich ausführlich zu unterschiedlichen Themen befragen.

Der damalige Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) kam 27 Mal und noch weitere zwei Male in der kurzen Zeit als Außenminister. Der heutige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) kam als Außenminister nur einmal 2014 in die Bundespressekonferenz. Ebenfalls selten vor der blauen Wand gesehene Minister waren Alexander Dobrindt (CSU), der viermal dort war, und Ursula von der Leyen (CDU), die sich fünfmal befragen ließ.

Kohl stellte sich als Kanzler am häufigsten den Fragen

Der Kanzler, der sich den Fragen der Hauptstadtpresse am häufigsten stellte, war Helmut Kohl (CDU): Ganze 56 Mal kam er in die Bundespressekonferenz - damals noch in Bonn, der ehemaligen Hauptstadt, wo der Verein 1949 gegründet wurde. Konrad Adenauer (CDU) war 29 Mal da. Gerhard Schröder (SPD), in dessen siebenjährige Amtszeit der Regierungsumzug nach Berlin fiel, kam 26 Mal. Merkel folgt dann auf Platz vier.

Pläne, Ansichten und Fehler der Bundesregierung erläutern müssen am häufigsten in der Bundespressekonferenz aber die Sprecher von Bundeskanzlerin und Ministerien. In der Regel dreimal in der Woche kommen Vertreter aller Ressorts zur sogenannten Regierungspressekonferenz. Für Merkels Sprecher Steffen Seibert ist das Podium also viel gewohnter als für seine Chefin. Allein in diesem Jahr absolvierte er 44 Fragerunden zu aktuellen Themen, 2017 insgesamt 94.

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