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Trauerfeier im Mainzer Dom - Kardinal Lehmann beigesetzt

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Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche sowie Tausende Besucher haben im Mainzer Dom Abschied von Kardinal Karl Lehmann genommen.

Bei einem Gottesdienst im Mainzer Dom haben Kirche, Politik und Bürger Abschied von Kardinal Karl Lehmann genommen.

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Mit einem Requiem im Mainzer Dom haben Kirche, Politik und Bürger Abschied von Kardinal Karl Lehmann genommen. Der langjährige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz war am 11. März im Alter von 81 Jahren gestorben. Er wurde in der Bischofsgruft des Mainzer Doms beigesetzt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, erklärte zum Abschluss des Requiems: "Mit Karl Lehmann verlässt uns ein katholischer Weltbürger, auskunftsfähig zu allen Themen der Zeit."

Lehmann habe den deutschen Katholizismus stark geprägt und sei weltweit als Wissenschaftler, Priester und Bischof anerkannt gewesen, fügte der Münchner Erzbischof hinzu. "Wir alle hier im Dom schätzen uns dankbar dafür, Karl Lehmann gekannt zu haben oder ihm begegnet zu sein." Lehmann sei ein großer Menschenfreund gewesen. Er habe den Glauben nicht als Festung und Zitadelle verstanden, sondern als Beziehung zwischen Menschen und Gott.

Papst Franziskus sendet Beileidstelegramm

Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, verlas während des Gottesdienstes das Beileidstelegramm von Papst Franziskus. Es sei das Anliegen Lehmanns gewesen, "offen zu sein für die Fragen und Herausforderungen der Zeit und von der Botschaft Christi her Antwort und Orientierung zu geben". Er habe über die Grenzen von Konfessionen, Überzeugungen und Ländern hinweg das Verbindende gesucht.

Als verlässlichen Ansprechpartner, Freund und ökumenischen Mitstreiter bezeichnete der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, den verstorbenen Kardinal. Lehmann sei nicht nur ein großer Theologe und ein wacher Zeitgenosse gewesen, sondern habe "mit seinem weiten Herzen auch unsere Seele berührt. Sein Herz war einfach zu weit, um in irgendwelche konfessionelle Korsette zu passen."

Bedford-Strohm erinnerte daran, dass der Kardinal als erster Katholik die Luthermedaille des Rats der EKD erhalten habe. "Ich danke Gott für all den Segen, der aus seinem Leben für so viele andere erwachsen ist", sagte der Landesbischof. "Ich selbst zähle mich auch zu diesen Menschen, und viele in unserer Evangelischen Kirche mit mir."

Große Anteilnahme der Bürger

In seiner Predigt zeigte sich Lehmanns Nachfolger als Mainzer Bischof, Peter Kohlgraf, beeindruckt von der Reaktion vieler Menschen auf den Tod von Lehmann. Wie nur wenige andere habe der Kardinal die wissenschaftliche Theologie und den priesterlichen und bischöflichen Dienst mit der Zuwendung zu den Menschen verbunden. Der Kardinal habe darauf gedrungen, dass Theologie und Glauben mit den anderen Wissenschaften und der Welt im Gespräch blieben, damit sie nicht sektiererisch würden, betonte der Bischof. Dafür habe er auch Gegenwind einstecken müssen, etwa in der Frage der Schwangerenkonfliktberatung. "Er hat sich dem päpstlichen Lehramt gefügt und persönliche Niederlagen eingesteckt, ohne zu verbittern", so Kohlgraf.

Er zitierte auch aus dem Geistlichen Testament Lehmanns. Darin bekennt der Kardinal, dass Christen und Kirche sich in den vergangenen Jahrzehnten zu sehr verweltlicht hätten. Zugleich schreibt der Kardinal, er habe unter dem Bewusstsein gelitten, wie abgrundtief zwiespältig das irdische Leben und die menschliche Macht sein könnten. "Das brutale Denken und rücksichtsloses Machtstreben gehören für mich zu den schärfsten Ausdrucksformen des Unglaubens und der Sünde."

Trauerzug bei strahlendem Sonnenschein

Von staatlicher Seite waren Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) als Vertreterin der Bundesregierung sowie die Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg, Malu Dreyer (SPD), Volker Bouffier (CDU) und Winfried Kretschmann (Grüne) im Mainzer Dom zugegen. Die Beisetzungsfeierlichkeiten hatten bei strahlendem Sonnenschein mit einem Trauerzug durch die Mainzer Altstadt begonnen. Tausende gaben dem beliebten früheren Mainzer Bischof das letzte Geleit von der Augustinerkirche zu seiner Grablege.

Kardinal Lehmann war Kämpfer und Brückenbauer. Vermittler zwischen Kirche und Welt, die er immer versuchte, auf Augenhöhe zu halten. Ein Nachruf von ZDF-Chefredakteur Peter Frey.

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