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Ehemaliger ZDF-Intendant - Karl-Günther von Hase wird 100

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Der ehemalige Intendant des ZDF, Karl-Günther von Hase, feiert seinen 100. Geburtstag. Von 1977 bis 1982 leitete er den Sender sicher durch hoch brisante Zeiten.

Mit Karl-Günther von Hase hatte im ZDF erstmals ein Quereinsteiger das Amt des Intendanten inne. Vor seiner Amtszeit im ZDF galt von Hase als "überzeugter Staatsdiener" im öffentlichen Dienst. Der Diplomat war Pressesprecher im Auswärtigen Amt, Chef des Bundespresseamtes, Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Regierungssprecher unter drei Kanzlern.

Seine Neutralität sowie das Streben nach Unabhängigkeit und Freiheit waren seine größten Stärken. So beschreibt der amtierende Intendant des ZDF, Thomas Bellut, von Hase als "frei von parteilichen und erst recht eigenen Interessen, orientiert allein am Ganzen, am Gemeinwohl, an der Gesellschaft".

Ein Mann, der großen Einsatz für die medienpolitische Zukunftsfähigkeit des Senders als Integrationsmedium zeigte und hier entsprechende Maßnahmen ergriff. Unter seiner Leitung entstand der neue Videotext, die Einrichtung des Mehrkanaltons sowie die Beteiligung des ZDF an den ersten Kabelprojekten und Satellitenversuchen.

Wichtige Fernsehformate gingen unter von Hase auf Sendung

Von Hase hatte Mut zur Lücke, gab sich bei Amtsantritt als jener "Hase", der "von nichts weiß" und ermutigte zuweilen seine Mitarbeiter im Haus, "man kann nicht alles allein wissen. Denken Sie immer daran, eine Million Chinesen wissen das auch nicht." Doch nicht durch Unwissenheit zeichnete er sich aus, im Gegenteil. Er schuf sich ein großes Netzwerk und war publizistisch, juristisch und medienpolitisch genaustens informiert. Wichtige und bis heute erfolgreiche Fernsehformate entstanden in seiner Amtsperiode, wie das "heute-journal", das "Politbarometer", "Wetten dass ...?", das "Traumschiff" und "Der Alte".

Schwierige nationale Lage

1977 - das Jahr seines Amtsantritts war national kein leichtes. Die Straßenschlacht in Grohnde zwischen 12.000 Atomkraft-Gegnern und knapp 5.000 Polizisten, der linksextremistische Terror der Roten Armee Fraktion, der Selbstmord dreier RAF-Gefangener in der Justizvollzugsanstalt in Stuttgart-Stammheim. 1977 brach die bis dahin schwerste innenpolitische Krise der Bundesrepublik Deutschland aus mit entsprechenden Auswirkungen auf das Fernsehen. Von Hase galt in diesen Zeiten als klarer Entscheider, "er war kein Zweifler, kein Zauderer", sagt Bellut weiter.

Von Hase stellte Weichen

Unterschiedliche Meinungen zu akzeptieren und sie als Reichtum einer Gesellschaft zu betrachten, sachlich fair zu bleiben sowie ein demokratiewürdiger Journalismus waren Werte, die von Hase wichtig waren und die er entsprechend nach außen vertrat. In seinen fünf Jahren Amtszeit stellte von Hase "perspektivisch die Weichen für die Rolle des ZDF im zukünftigen Wettbewerb“, so Bellut weiter. "Souverän, gelassen, selbst im Nadelstreifen noch locker. Sein legendärer Humor ging ihm nie verloren, selbst im hohen Alter nicht, im Gegenteil. Man hatte das Gefühl, nichts könnte ihn schrecken. Man kennt ihn eigentlich nur mit lächelnder, freundlicher Miene."

Von Hases Nachfolge trat im Jahr 1982 sein damaliger Programmdirektor Dieter Stolte an. Er leitete das ZDF von 1982 bis 2002.

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