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Kartellabsprachen - BMW streitet Manipulations-Vorwürfe ab

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Deutsche Autobauer sollen über Jahre Kartellabsprachen getroffen haben und in der Folge womöglich den Dieselskandal verursacht haben. Bislang äußerten sich die beschuldigten Unternehmen nicht. Nun hat BMW reagiert - und streitet die Vorwürfe ab.

Der Verdacht geheimer Absprachen deutscher Autobauer zum Schaden von Verbrauchern und Zulieferern setzt die gesamte Branche unter Druck. Die Bundesregierung hat das Kartellamt zu Ermittlungen aufgerufen. Auch die EU-Kommission prüft den Fall.

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In der neu aufgeflammten Debatte über den Dieselskandal hat der Autobauer BMW jegliche Manipulation seiner Fahrzeuge bestritten. "Grundsätzlich gilt: Fahrzeuge der BMW Group werden nicht manipuliert und entsprechen den jeweiligen gesetzlichen Anforderungen", erklärte das Unternehmen in München. "Dies gilt selbstverständlich auch für Diesel-Fahrzeuge. Das bestätigen entsprechende Ergebnisse nationaler und internationaler behördlicher Untersuchungen."

Der "Spiegel" hatte zuvor über angebliche geheime Absprachen der deutschen Autobauer seit den 90er Jahren berichtet, mit denen sich die Unternehmen unter anderem bei der Technik zur Abgasreinigung abgesprochen und womöglich auf diese Weise den Weg für den Dieselskandal geebnet haben sollen.

BMW verweist auf andere Technik

Dem Bericht zufolge stimmten sich die Autobauer seit 2006 darüber ab, wie groß die Tanks für das Harnstoffgemisch AdBlue sein sollten, mit dem Stickoxide (NOx) in die harmlosen Bestandteile Wasser und Stickstoff aufgespalten werden. Der "Spiegel" berichtete, die Autohersteller hätten sich auf günstigere kleine Tanks verständigt. Die darin enthaltene Menge AdBlue habe später nicht mehr ausgereicht, um die Abgase ausreichend zu reinigen.

BMW wies den Vorwurf entschieden zurück, dass aufgrund zu kleiner AdBlue-Behälter eine nicht ausreichende Abgasreinigung in Euro-6-Diesel-Fahrzeugen des bayerischen Autobauers erfolge. Die bei BMW eingesetzte Technologie unterscheide sich deutlich von anderen im Markt. Im Gegensatz zu anderen Herstellern komme in Diesel-Fahrzeugen von BMW eine Kombination von mehreren Komponenten zur Abgasreinigung zum Einsatz.

Soweit die Abgasreinigung durch Harnstoffeinspritzung mit AdBlue erfolge, sei in diesen Fahrzeugen zusätzlich ein NOx-Speicher-Katalysator verbaut. Dadurch würden alle gesetzlichen Emissionsanforderungen erfüllt und ein "sehr gutes Realemissionsverhalten" erreicht.

BMW sieht bei sich sehr niedrige Emissionen im Realbetrieb

Zudem führe die Kombination beider Systeme in Verbindung mit der Abgasrückführung zu einem im Wettbewerbsvergleich sehr niedrigen AdBlue-Verbrauch, da eine geringere Einspritzung notwendig sei. Dies ermögliche eine optimierte Behältergröße und gleichzeitig im Wettbewerbsvergleich sehr niedrige Emissionen im Realbetrieb.

Auch wiesen BMW-Diesel-Fahrzeuge eine einfache Nachfülllösung je nach Modell über die Tankklappe oder die Motorhaube auf. BMW-Kunden würden rechtzeitig und mehrfach auf einen niedrigen AdBlue-Füllstand hingewiesen. Würden diese Hinweise ignoriert, werde eine Inbetriebnahme des Fahrzeuges verhindert. "Diskussionen mit anderen Herstellern über AdBlue-Behälter zielten aus Sicht der BMW Group auf den notwendigen Aufbau einer Betankungsinfrastruktur in Europa ab", betonte der Autobauer.

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