ZDFheute

Modi verteidigt Vorgehen in Kaschmir

Sie sind hier:

Indiens Premierminister - Modi verteidigt Vorgehen in Kaschmir

Datum:

Indiens Premier Modi hat das Vorgehen seiner Regierung in Kaschmir als Weg zu einer normalen Situation bezeichnet. Pakistan warf er vor, Terrorismus in der Region zu fördern.

Menschen schauen die Rede von Narendra Modi am 08.08.2019 in Ahmedabad (Indien) auf einem TV-Screen
Menschen schauen die Rede von Narendra Modi in in Ahmedabad.
Quelle: Reuters

Der indische Premierminister Narendra Modi hat die umstrittene Aberkennung des Sonderstatus der indischen Kaschmir-Region verteidigt. Der neue Status werde den Menschen dort wirtschaftliche Entwicklung und Frieden bringen, sagte Modi in einer 40-minütigen Rede am Donnerstagabend (Ortszeit).

Indiens Regierung hatte der Region Jammu und Kaschmir Anfang der Woche ihren Autonomiestatus entzogen, ohne dessen Bevölkerung davor zu fragen oder darüber zu informieren.

Zurzeit kontrollieren Zehntausende Soldaten das Himalaya-Gebiet, auch um Proteste gegen das Vorgehen der Regierung in Neu Delhi zu verhindern. Das Militär schränkt zudem die Bewegungsfreiheit der Menschen dort ein. Es gilt eine Ausgangssperre. Internet und Telefon sind seit Sonntagabend gekappt. Aktivisten berichten von Hunderten Festnahmen von Lokalpolitikern und Separatistenführern und deren Helfern.

Modi: Pakistan fördert Terrorismus in Kaschmir

Modi sagte in seiner Rede, dass Pakistan den bisherigen Sonderstatus ausgenutzt habe, um Terrorismus in der Region, die es ebenfalls beansprucht, zu fördern. Die Erzfeinde streiten sich schon seit mehr als 70 Jahren um das Gebiet. Beide Atommächte beherrschen jeweils einen Teil von Kaschmir, ein weiterer Teil gehört zu China.

Im indischen Teil kommt es immer wieder zu Gewalt zwischen Separatisten, die eine Abspaltung von Indien wollen, und Sicherheitskräften. Indien wirft Pakistan vor, islamistische Kämpfer im indischen Teil Kaschmirs zu unterstützen. Islamabad bestreitet dies.

Pakistan: Prüfen keine militärische Reaktion

Pakistan warnte kürzlich, dass Indiens Aberkennen des Sonderstatus zu neuer Gewalt in der Region und vielleicht auch zu einem Zusammenstoß der beiden Nuklearmächte führen könne. Am Donnerstag schloss Islamabad aber eine militärische Option aus. "Eine militärische Reaktion prüfen wir nicht", sagte Außenminister Shah Mehmood Qureshi. Man prüfe politische, diplomatische und rechtliche Optionen.

UN-Generalsekretär António Guterres rief beide Seiten zu «absoluter Zurückhaltung» auf. Begrenzter Zugang zur Region von indischer Seite könne sich negativ auf die Menschenrechtslage dort auswirken. Die Lage in Jammu und Kaschmir müsse friedlich gelöst werden.

Mit der Neuregelung will Neu Delhi die mehrheitlich von Muslimen bewohnte Region stärker in das mehrheitlich hinduistische Indien integrieren. Die bisherige Autonomieregelung sicherte der indischen Kaschmir-Region unter anderem eine eigene Verfassung und Flagge sowie weitgehende Kompetenzen zu - mit Ausnahme der Außen- und Verteidigungspolitik sowie der Telekommunikation. Auch war es Nicht-Kaschmirern bislang verboten, permanent in der Region zu leben, Land zu kaufen oder für die Verwaltung zu arbeiten. Nun soll Jammu und Kaschmir außerdem geteilt werden.

Die pakistanische Nobelpreisträgerin Malala Yousafzai schrieb bei Twitter, sie sei "besorgt um die Sicherheit der Kinder und Frauen von Kaschmir".

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.