ZDFheute

Pakistan weist indischen Botschafter aus

Sie sind hier:

Kaschmir-Konflikt - Pakistan weist indischen Botschafter aus

Datum:

Im neu entflammten Konflikt um die Kaschmir-Region weist Pakistan den indischen Botschafter aus und setzt den Handel mit Indien aus. Die Krise droht damit weiter zu eskalieren.

Die verfeindeten Atommächte Pakistan und Indien steuern im Streit um Kaschmir einen gefährlichen Konfrontationskurs: Pakistan kündigte an, indische Diplomaten auszuweisen und den Handel zwischen beiden Staaten auszusetzen.

Pakistan reagierte damit auf die Entscheidung Indiens, dem von ihm kontrollierten Teil Kaschmirs einen Sonderstatus mit Autonomierechten abzuerkennen. Das mehrheitlich muslimische Kaschmir wird von beiden Ländern beansprucht und ist geteilt.

Die pakistanische Regierung kündigte zudem an, den "illegalen, einseitigen" Schritt Indiens vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen.

Ein Demonstrant stirbt bei Flucht vor Polizei

In dem indisch kontrollierten Bundesstaat Jammu und Kaschmir nahmen Sicherheitskräfte inzwischen über hundert Menschen fest, darunter Politiker und Aktivisten. Ein Student kam auf der Flucht vor der Polizei ums Leben, nachdem er die verhängte Ausgangssperre in der Stadt Srinagar nicht eingehalten haben soll, meldete das indischen Nachrichtenportal "News 18" am Mittwoch. Zudem sollen dem Bericht zufolge mindestens sechs Menschen mit Schussverletzungen in Krankenhäuser gebracht worden sein.

Indiens Regierung hält derweil die Kommunikationssperre aufrecht: Telefonleitungen und Internetverbindungen sind weiter blockiert. Versammlungsverbote und Ausgangsbeschränkungen legen das Alltagsleben in dem mehrheitlich von Muslimen bewohnten Gebiet lahm.

Der ehemalige Staatsbeamte Shah Faesal aus Kaschmir schrieb auf Facebook, Indien habe acht Millionen Menschen in dem Bundesstaat "eingesperrt". Zuvor hatte der kaschmirische Abgeordnete Mir Fayaz im Parlament in Neu-Delhi die Situation in Jammu und Kaschmir als "Freiluftgefängnis" bezeichnet.

Indien kündigte Kaschmirs Sonderstatus auf

Indien hatte am Montag die Rücknahme der Sonderrechte von Jammu und Kaschmir und die Teilung des Bundesstaates angekündigt. Die Sonderrechte sicherten dem Bundesstaat bislang unter anderem eine eigene Verfassung zu.

Indien hat in den vergangenen Tagen rund 46.000 weitere Sicherheitskräfte in den von Neu-Delhi kontrollierten Teil Kaschmirs stationiert. Viele Kaschmiris befürchten, dass mit der Aufhebung des Sonderstatus der Bundesstaat "hinduisiert" werden soll.

Der Konflikt im Himalaya-Gebiet dauert bereits mehr als 70 Jahre. Seitdem Britisch-Indien im Jahr 1947 unabhängig und in Indien und Pakistan geteilt wurde, streiten die beiden Länder um die gesamte Herrschaft über Kaschmir, zwei Kriege wurden deswegen bereits geführt. Beide Atommächte beherrschen jeweils einen Teil von Kaschmir, ein weiterer Teil gehört zu China.

Der von Neu-Delhi aufgehobene Artikel 370 der Verfassung garantierte der indisch-kontrollierten Region Kaschmir unter anderem eine eigene Verfassung, eine eigene Flagge und weitgehende Kompetenzen mit Ausnahme der Außen- und Verteidigungspolitik. Nicht-Kaschmirern war es bislang verboten, permanent in der Region zu leben.

Sonderrechte der Kaschmir-Region

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.