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Einzige Bahnverbindung zu Indien - Pakistan stellt "Friedenszug" ein

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Wenige Tage nach der umstrittenen Aufhebung des Sonderstatus für die von Indien kontrollierte Kaschmir-Region hat Pakistan die einzige Zugverbindung zum Nachbarland eingestellt.

Der Samjhauta-Express
Der "Friedenszug" fährt üblicherweise zwei Mal in der Woche von Lahore über den Wagah-Grenzübergang nach Neu Delhi.
Quelle: picture alliance/Pacific Press Agency

Pakistan kappt im Streit mit Indien um die Himalaja-Region Kaschmir die Bahnverbindung in das Nachbarland. Der Zugverkehr sei vorübergehend eingestellt, teilte Eisenbahnminister Sheikh Rashid Ahmed in Islamabad mit. Außenminister Shah Mehmood Qureshi bekräftigte, sein Land wolle keinen Krieg. "Aber haben wir nicht das Recht, im Falle einer Aggression zu antworten?" Man prüfe politische, diplomatische und rechtliche Optionen, sagte Qureshi. "Eine militärische Reaktion prüfen wir nicht."

Bahnstrecke auch symbolisch wichtig

Die nicht nur verkehrstechnisch wichtige, sondern auch symbolische Bahnstrecke verbindet die ostpakistanische Metropole Lahore und die indische Hauptstadt Neu Delhi. Der "Freundschaftsexpress" hatte erst im März wieder den Betrieb aufgenommen. Er war für kurze Zeit ausgesetzt worden, nachdem Indien nach eigenen Angaben ein Terroristenlager in Pakistan aus der Luft angegriffen hatte.

Der seit Jahrzehnten schwelende Konflikt zwischen Indien und Pakistan, die beide über Atomwaffen verfügen, hat sich in den vergangenen Tagen massiv verschärft. Indien beschloss, dem von ihm beherrschten Teil Kaschmirs Sonderrechte zu nehmen und das vor allem von Muslimen bewohnte Gebiet ins überwiegend hinduistische Indien zu integrieren.

Im Zuge der jüngsten Eskalation hat Pakistan bereits angekündigt, den Handel mit dem Erzrivalen auszusetzen und den indischen Botschafter aus Islamabad auszuweisen. Seinen eigenen neu ernannten Botschafter will Pakistan gar nicht erst nach Neu Delhi entsenden. Dazu erklärte das indische Außenministerium, Pakistan solle die Ausweisung überdenken. Die normalen Kanäle zur diplomatischen Kommunikation sollten erhalten blieben.

Jahrzehntelanger Streit um Kaschmir

Indien und Pakistan streiten seit Jahrzehnten um die vollständige Kontrolle über die Himalaja-Region Kaschmir. Vor einigen Monaten hatte Indien erstmals seit dem Krieg 1971 Angriffe auf pakistanisches Gebiet geflogen.

Bislang hatte der indische Bundesstaat Jammu und Kaschmir, zu dem auch die Provinz Jammu gehört, das Recht, eigene Gesetze zu beschließen. Diese in der Verfassung festgeschriebene Bestimmung wurde nun aufgehoben. Nach Darstellung Indiens wurde durch den Sonderstatus die Entwicklung Kaschmirs behindert. Die Region, in der mehrheitlich Muslime leben, soll nun in das überwiegend hinduistische Land integriert werden. Pakistan, das muslimisch geprägt ist, wertet diesen Vorstoß als illegal. Auch China, das ebenfalls einen Teil von Kaschmir beansprucht, hat dagegen protestiert.

300 Menschen in Kaschmir festgenommen

Um Proteste in Kaschmir zu unterdrücken, wurden nach Angaben der indischen Polizei mindestens 300 Politiker und Separatisten festgenommen. Viele von ihnen arbeiten auf eine Loslösung Kaschmirs von Indien hin. Seit Sonntag sind in der Region Mobilfunknetze, Fernsehen und Internet unterbrochen. Öffentliche Versammlungen wurden untersagt.

In der größten Stadt Srinagar wurden Tausende Angehörige der paramilitärischen Polizei konzentriert. Dort sind die Schulen geschlossen, Straßen und Viertel wurden abgeriegelt. Aus Polizeikreisen verlautete, es habe bereits einige Protestkundgebungen gegeben.

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