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Abbruch diplomatischer Beziehungen - Golfstaaten isolieren Emirat Katar

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Die Nachbarstaaten Katars haben überraschend ihre diplomatischen Beziehungen zu dem Wüstenstaat gestoppt. Katars Diplomaten sollen ausreisen. Zusätzlich zogen auch Ägypten und Jemen Konsequenzen. Der Vorwurf: Katar unterstütze Terroristen - und Iran.

Saudi-Arabien lebt vom Öl. Doch der Ölpreis sinkt. Die Bevölkerung hingegen wächst rasant - eine explosive Mischung, um die sich Saudi-Arabiens neuer König Salman nun kümmern muss.

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Fünf arabische Länder haben überraschend ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen. Bahrain, Ägypten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate gaben bekannt, dass sie ihr diplomatisches Personal aus Katar zurückziehen würden. Später verlautete auch von der international anerkannten Regierung im Jemen, dass sie ihre Verbindungen zu Katar gekappt habe.

Saudi-Arabien teilte auch mit, dass katarische Soldaten aus dem laufenden Krieg im Jemen abgezogen würden, wo die Saudi-Araber eine Koalition gegen schiitische Huthi-Rebellen anführen. Zudem müssen Katars Diplomaten die Länder auf deren Wunsch hin verlassen.

Die Entscheidung der Länder vergrößert die Kluft zwischen den Golfnationen wegen Katars mutmaßlicher Unterstützung für islamistische Gruppen und seiner Beziehungen zum Iran. Katar hat bestritten, extremistische Gruppen zu finanzieren. Das katarische Außenministerium teilte am Montag mit, es gebe "keine legitime Rechtfertigung" für den Entschluss der Länder. Seine Bürger würden von der "Verletzung seiner Souveränität" nicht beeinträchtigt.

Vorwurf: Katar soll Finanzierung von Extremisten zulassen

Katar ist ein wichtiger finanzieller Unterstützer des von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Gazastreifens. Zudem beherbergt es seit 2012 den im Exil lebenden Hamas-Funktionär Chaled Maschaal. Westliche Vertreter haben Katar vorgeworfen, die Finanzierung von sunnitischen Extremisten wie dem Al-Kaida-Ableger in Syrien zuzulassen oder sogar dazu zu ermutigen.

Das an Erdgas reiche Land soll 2022 Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft sein. In Katar befindet sich auch ein wichtiger US-Militärstützpunkt. US-Außenminister Rex Tillerson sagte in Sydney, er glaube nicht, dass die diplomatische Krise in der arabischen Welt Auswirkungen für den Krieg gegen die Terrormiliz Islamischer Staat im Irak und in Syrien haben werde.

Luft- und Schiffverkehr soll eingestellt werden

Bahrain, Ägypten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate planten nach eigenen Angaben auch, den Luft- und Schiffverkehr nach Katar zu beenden. Die Fluggesellschaften Etihad mit Sitz in Abu Dhabi, Emirates mit Sitz in Dubai und FlyDubai teilten mit, sie würden Flüge nach Katar aussetzen.

Saudi-Arabien gab bekannt, seine Landesgrenze mit Katar zu schließen, wodurch das Land vom Rest der arabischen Halbinsel abgeschnitten würde.

Streit über Beziehung zu Iran

Der regierende Emir Katars, Tamim bin Hamad al-Thani, hatte am 27. Mai den iranischen Präsidenten Hassan Rohani angerufen, um ihm zur Wiederwahl zu gratulieren. Das sunnitische Königreich Saudi-Arabien betrachtet den schiitisch regierten Iran als seinen größten Feind und als Gefahr für regionale Stabilität.

Saudi-Arabien begründete die Einstellung der diplomatischen Beziehungen mit Katars Unterstützung für "diverse terroristische und sektiererische Gruppen mit dem Ziel, die Region zu destabilisieren". Dazu gehörten die Muslimbruderschaft, Al-Kaida und die Terrormilz Islamischer Staat. Das ägyptische Außenministerium warf Katar vor, eine "antagonistische Einstellung" gegenüber Ägypten einzunehmen.

Kritik wegen Unterstützung von Islamisten

Bahrain führte seine Entscheidung auf Katars "Medienanstiftung, Unterstützung für bewaffnete terroristische Aktivitäten und Finanzierung" zurück, "die mit iranischen Gruppen in Verbindung steht, um Sabotage auszuführen".

Katar hatte Ende Mai erklärt, dass Hacker die Internetseite seiner staatlichen Nachrichtenagentur übernommen und unechte Kommentare über den Iran und Israel veröffentlicht hätten, die von seinem Emir stammen sollen. Die arabischen Nachbarn reagierten mit Ärger und blockierten Medien mit Sitz in Katar, darunter der Nachrichtensender Al-Dschasira.

Katar wird schon seit Längerem von seinen arabischen Nachbarn wegen mutmaßlicher Unterstützung für Islamisten kritisiert. Golfländer hatten sich mit Katar wegen dessen Stützung für den damaligen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi, einem Mitglied der Muslimbruderschaft, zerworfen. Bereits im März 2014 hatten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain ihre Botschafter aus Katar zurückgerufen.

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