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Streit mit Saudi-Arabien eskaliert - Katar tritt aus der Opec aus

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Seit anderthalb Jahren trotzt Katar Sanktionen Saudi-Arabiens und seiner Verbündeten. Jetzt wagt das Emirat einen weiteren Schritt und kehrt der Opec den Rücken.

Archiv: Öltankerschiff in Doha (Kartar), aufgenommen am 18.04.2005
Katar will künftig weniger Öl fordern, sondern sich mehr auf Gas konzentrieren und tritt aus der Opec aus. (Archivfoto)
Quelle: AP

Katar wird zum Jahresbeginn 2019 aus der Organisation erdölexportierender Staaten (Opec) austreten. Das kündigte Energieminister Saad Sherida al-Kaabi am Montag an. Katar habe die Opec bereits über den Rückzug informiert, wie die staatliche Nachrichtenagentur QNA am Montag meldete. Der Rückzug spiegele den Wunsch Katars wider, sich auf die Steigerung der Gasproduktion zu konzentrieren, zitierte Qatar Petroleum den Minister. Das Land habe in den vergangenen Jahren unablässig an der Entwicklung einer Zukunftsstrategie gearbeitet, die auf Wachstum basiere.

"Im Licht dieser Anstrengungen und Pläne und in unserem Streben, die Position Katars als verlässlicher und vertrauenswürdiger Energieversorger weltweit zu stärken, mussten wir Schritte unternehmen, um die Rolle und den Beitrag Katars zur internationalen Energieszene zu überprüfen", hieß es in einer Stellungnahme al-Kaabis.

Keine Stellungnahme von der Opec in Wien

Von der Opec in Wien gab es zunächst keine Reaktion. Es ist das erste Mal, dass ein Mitgliedsland aus dem Nahen Osten die Organisation verlässt. Sie hatte vor zwei Jahren zusammen mit Nichtmitgliedern die Erdölförderung reduziert, nachdem die Preise auf weniger als 30 Dollar pro Barrel gefallen waren.

Seit 1961 gehört Katar der Opec an. Das Land ist der elftgrößte Erdölproduzent der Opec mit einer Fördermenge von etwa 610.000 Barrel pro Tag im Oktober. Katar ist zudem der weltweit größte Flüssiggas-Exporteur. Es liefert dem Weltmarkt rund 30 Prozent der Gesamtmenge.

Al-Kaabi zufolge will Katar die Gasförderung bis spätestens 2024 von jährlich 77 Millionen Tonnen auf 110 Millionen Tonnen erhöhen. Das Gas stammt vom South-Pars-Feld vor der Küste des Emirats, dem größten Gasfeld der Welt. Katar teilt es sich mit dem Iran.

Seit Juni 2017 Blockade gegen Katar

Saudi-Arabien sowie seine Verbündeten Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hatten im vergangenen Jahr eine Blockade über Katar verhängt. Sie werfen dem Land die Förderung von Terrorismus vor sowie zu enge Kontakte zum schiitischen Iran, dem Erzfeind Saudi-Arabiens. Beobachter sehen in der Blockade jedoch den Versuch, Katar auf die politische Linie Riads zu bringen.

Seit Beginn der Blockade arbeitet Katar daran, seine Wirtschaft unabhängig von den Nachbarländern zu entwickeln. An diesem Donnerstag kommen die Mitglieder der Opec und Vertreter weiterer großer Förderländer in Wien zusammen. Dabei dürften sie eine Senkung der Produktion vereinbaren. Am Wochenende hatten die beiden wichtigen Förderstaaten Russland und Saudi-Arabien ihren Pakt zur Kontrolle des Ölmarkts bekräftigt, daraufhin stiegen die Ölpreise.

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