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101. Deutscher Katholikentag - Appelle für Frieden und gegen den Hass

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Mit einem Papst-Grußwort ist in Münster der Katholikentag gestartet. Das Motto: "Suche Frieden". Aktueller denn je, sagte Bundespräsident Steinmeier mit Blick auf Iran und die USA.

Präsident Frank-Walter Steinmeier  spricht am 09.05.2018 in Münster bei der Eröffnungsfeier des Katholikentages
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Eröffnungsfeier des Katholikentags in Münster
Quelle: reuters

Es gebe derzeit kein wichtigeres Thema in der Debatte über Religion als das Problem von Fanatismus und Gewaltbereitschaft, hieß es im Grußwort des Papstes: "Meine große Sorge gilt den Menschen, besonders den Kindern und Jugendlichen, die wegen Krieg und Gewalt in ihrem eigenen Land zur Flucht gezwungen sind, um ihr Leben zu retten." Er rief alle Christen auf, "Botschafter des Friedens, der Verantwortung und der Barmherzigkeit vor allem für die junge Generation" zu sein.

Steinmeier: US-Entscheidung "verheerendes Signal"

Auch Steinmeier verwies auf die Aktualität des Themas. Gerade die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump zum Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran mache einen langfristigen Frieden nicht wahrscheinlicher. Die Diplomatie habe eine "schweren Rückschlag" erlitten. Münsters Bischof Felix Genn kritisierte ebenfalls die US-Entscheidung zum Iran als "verheerendes Signal".

Bundespräsident Steinmeier rief alle Christen außerdem zu mehr ökumenischer Gemeinsamkeit auf. Dazu gehöre auch die Möglichkeit zum gemeinsamen Kommunionempfang für konfessionsverschiedene Paare, ergänzte der Protestant, der selbst mit einer Katholikin verheiratet ist.

Bundespräsident warnt vor Antisemitismus

Zudem wandte sich Steinmeier entschieden gegen Antisemitismus "in Wort und Tat", ob er nun deutsche Wurzeln habe oder ob er von außen mitgebracht werde. Alle Religionen hätten eine Verantwortung für den Frieden, gerade in einem Land, in dem Kreuz, Kippa und Kopftuch auf engsten Raum zusammenlebten.

In der aktuellen Debatte um das Kreuz warnte der Bundespräsident davor, Religion zu instrumentalisieren. Kirchen und Symbole wie das Kreuz seien im öffentlichen Raum zwar selbstverständlich, betonte er: "Aber wir wissen auch: Was sonntags in den Gottesdiensten fehlt, das kann das Kreuz im Behördeneingang nicht füllen."

"Mehr Respekt vor Andersdenkenden"

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, nannte es eine drängende Aufgabe aller Christen, Frieden zu suchen - nicht nur für die Mehrheit, sondern für alle: für Menschen anderen Glaubens ebenso wie für Flüchtlinge, Arme, Kranke, Alte, Sterbende und Ungeborene.

In einem Friedensappell zum Katholikentag forderte das ZdK mehr Respekt vor Andersdenkenden und rief zum Kampf gegen Ausgrenzung und Hetze auf. Darüber hinaus forderte das ZdK den Bundestag auf, den Paragrafen 219a mit dem Werbeverbot für Abtreibungen unverändert beizubehalten.

An der Eröffnungsfeier des Katholikentags auf dem Domplatz in Münster nahmen etwa 18.000 Menschen teil. Er dauert bis Sonntag. Zu den rund 1.000 Veranstaltungen werden mehr als 50.000 Dauerbesucher und weitere gut 20.000 Tagesgäste erwartet. Am Freitag kommt auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Münster.

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