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Games - Kein Kinderspiel, diese Kinderspiele

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Sie sollen Kindern Spaß machen und Eltern nicht verschrecken: Die Gratwanderung bei Games-Geschenken ist groß. Derzeit stimmen Angebot und Qualität wie seit Jahren nicht mehr.

Super Mario
Super Mario Quelle: Nintendo

Wer Kinder bis zu 12 Jahren zu Weihnachten mit Apps, Computer- oder Videospiele beschenken will, stößt bei der Web-Recherche unweigerlich auf den Kindermedienpreis "Tommi". Eine Fachjury - zu der auch der Autor dieses Beitrags gehört - trennt aus den zahlreichen Einreichungen erstmal die Spreu vom Weizen. Dann küren mehr als 3.200 Kinder in langen und lauten Spielesessions in deutschen Bibliotheken ihre Favoriten. Organisiert wird dieser Medienpreis von Thomas Feibel, der das "Büro für Kindermedien" in Berlin betreibt.

Die Kleinen sind oft besser

Wer sich am Angebot orientiert, das die klassische Spieleindustrie für Kinder auf den Markt bringt, kommt sich vor wie in einer Zeitschleife. Seit Jahren buhlt Activision mit einem Neuaufguss des Plastikfiguren-Sammelspiel "Skylanders" um die Gunst des jungen Publikums, Nintendo bringt jährlich ein neues Mario-Spiel ... und das war's auch schon wieder. Fast scheint es, als habe die traditionelle Spielebranche das Interesse an der jungen Zielgruppe verloren und würde den kleinen App-Entwicklern kampflos das Feld überlassen. 

Das ist nicht unbedingt schlecht. Denn die Spiele der kleinen Softwarefirmen sind meist innovativer, mutiger und charmanter. Da gibt es einfühlsame interaktive Bilderbücher zu Ökothemen, verrückte Maschinenbaukästen, Minecraft-artiges, die unvermeidlichen Wimmelbilder und Lernsoftware, die Kindern richtig Spaß macht. Auch Feibel findet, dass "diese Spiele zeigen, wie anspruchsvoll junge Gamer heute sind. Es wäre doch schade, wenn man ihnen außer Free-To-Play-Apps nicht wirklich etwas anbieten kann." Spannend ist auch, dass gerade die Spieler deutscher Hersteller (Daedelic, Tivola), aber auch Buchverlage (Carlsen, Ravensburger, Beltz) vertreten sind - und von den Kindern auf Top-Plätze gewählt wurden.

Nintendo ist zurück

Je älter Kinder werden, desto klarer prägt sich ihr Games-Geschmack aus. Und oft hilft auch kein hehrer pädagogischer Anspruch, wenn der Racker einfach nur eine Runde "Mario Kart" drehen will. Dabei gilt laut Feibel: "Apps stehen für den Schnellimbiss, Konsole und PC bleiben weiter die Hauptspeise." Doch welche Spielekonsole ist für Spieler bis 12 Jahren geeignet?

Nintendo hatte schon immer ein Händchen für familienfreundliche Games. Mit der Hybrid-Spielekonsole Switch kann man nun unterwegs und zu Hause am Fernseher spielen. "Nintendo hat es wirklich verstanden, die Bedürfnisse einer Smartphonegesellschaft in die Konsolenwelt zu übertragen", erläutert Feibel. "Spiele wie 'The Legend of Zelda' in seiner Open- World- Fassung oder das gestalterisch erstaunliche freie und freche 'Super Mario Odyssey' zeigen, dass Nintendo es immer noch versteht, eigene, neue, tolle Wegmarken zu setzen."

Programmieren für Kids - aber nur, wenn's sinnvoll ist

Ein weiterer Trend sind Kleincomputer, Roboter und Apps, die Kindern das Programmieren beibringen. Die Spiele dazu heißen "Lernroboter Dash: Blockly", "Osmo Pizza Co" oder "Osmo Coding Awbie" - meistens Apps, bei denen der Spieler in einer visuellen Programmiersprache eine Programmierung zusammenpuzzelt. Die aufwändigste Variante stammt vom Spielzeughersteller Anki. Ihr handtellergroßer Roboter "Cozmo" kostet satte 300 Euro. Cozmo erinnert stark an den Film-Roboter "Wall-E" und ist so programmiert, dass im Lauf der Zeit ein Eigenleben entwickelt. Er lässt sich aber auch mit einer Programmiersprache steuern.

Feibel meldet auch Bedenken an: "Sicher, Kinder lernen die Denkweise des Programmierens. Sie finden heraus, wie der kleine Roboter seinen Parcours fährt." Die Kinder würden aber nicht unbedingt verstehen, warum der Roboter reagiert. "Viel zu oft wird nur das 'Wie' gezeigt. Was fehlt, sind aber die echten Grundlagen. Ohne die wirkt das fröhliche Fun-Programmieren nicht zielführend, und der Übergang zum echten Programmieren fällt später dann entsprechend schwerer, weil richtiges Programmieren anders ist."

Wem die Roboterei nicht zusagt, kann ja dann aus den etwa 1.000 weiteren Spielen und Apps wählen, die es dieses Jahr gibt - am Angebot mangelt es nicht.

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