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Foodwatch zur Steuer auf Fleisch - "Gibt kein Recht auf das billigste Schnitzel"

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Fehlendes politisches Engagement für artgerechte Tierhaltung - das wirft Matthias Wolfschmidt von Foodwatch der Politik vor. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer sieht er kritisch.

Mitten in der Grillsaison beschäftigt Deutschland die Frage: Sollte Fleisch teurer werden? Fachpolitiker denken laut über höhere Steuern nach, um zu einer nachhaltigeren Tierhaltung zu kommen. Befeuert wird die Debatte von Enthüllungen, wie die der Soko Tierschutz über den qualvollen Weg der Mast-Puten aus Ungarn in einen Schlachtbetrieb nach Deutschland.

Es gibt kein Recht auf das billigste Schnitzel unter Inkaufnahme von großem Tierleid
Matthias Wolfschmidt, Foodwatch

"Es gibt kein Recht auf das billigste Schnitzel unter Inkaufnahme von großem Tierleid, sondern es gibt maximal das Recht darauf zu entscheiden, was man essen möchte, wenn es ordentlich produziert wurde", sagt Tierarzt Matthias Wolfschmidt von Foodwatch im ZDF-Interview.

Die Enthüllungen der Soko Tierschutz würden zeigen, "dass die Kontrollen offensichtlich nicht dazu geeignet sind, das zu leisten, was der Staat den Tieren verspricht: nämlich die Tiere zu schützen". In Artikel 20a des Grundgesetzes sei der Tierschutz verankert. "Was mit Sicherheit nicht hilft, ist es, immer weiter Personal auszudünnen und vor allen Dingen darauf zu verzichten, den Fällen auch konsequent nachzugehen", sagt Wolfschmidt, der im Interview bei keiner Partei oder Regierung das politische Engagement oder den Willen sieht, "wirklich konsequent Tierschutz zu machen".

"Markt ist überschwemmt mit Fleisch"

Die von den Politikern diskutierte Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Fleisch sieht Wolfschmidt im ZDF-Interview kritisch. Sie werde "mit Sicherheit" nicht helfen, die Tierhaltung in Deutschland mit all ihren Problemen zu verbessern.

"Der Markt ist so überschwemmt mit Fleisch und Milch und Eiern, dass es völlig problemlos ist, für die Einkäufer in den Lebensmitteleinzelhandelskonzernen auch bei einer höheren Mehrwertsteuer günstigste Preise auszuhandeln", erklärt er. Die Endverbraucher würden seiner Einschätzung nach von der Mehrwertsteuererhöhung kaum etwas merken "und die Tiere würden kaum irgendeinen Nutzen daraus ziehen".

Aus Sicht von Foodwatch sollte die Politik besser sicherstellen, "dass die Tiere, die uns zum Kauf angeboten werden, gesund gewesen sein müssen und ein gutes Leben hatten." Den Preis, den das koste, solche Tiere zu halten, müssten dann die Verbraucher zahlen. "Aber", sagt Wolfschmidt, "der Preis soll nicht künstlich in die Höhe geschraubt werden, sondern er muss den Tieren zugutekommen".

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