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Piloten-Ausstand vor Weihnachten - Ryanair-Streik ohne größere Folgen

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Der Warnstreik von Ryanair-Piloten trifft die Weihnachtsurlauber nicht so hart wie befürchtet. Nach Angaben der Flughäfen gab es Verspätungen, aber keine Ausfälle.

Normaler Flugbetrieb am Flughafen Frankfurt
Flughafen Frankfurt: Sechs Ryanair-Flüge am Morgen wie gewohnt abgefertigt.
Quelle: dpa

Der erste Warnstreik bei Ryanair hat den Flugbetrieb des irischen Billigfliegers in Deutschland kaum beeinträchtigt. An den Flughäfen Frankfurt, Berlin und Köln/Bonn kam es am Freitagmorgen nach Angaben der Airports zu Verspätungen, aber keinen Ausfällen. "Unterm Strich gibt es keine signifikanten Auswirkungen", sagte ein Sprecher der Berliner Flughäfen. Ryanair-Kunden, die um ihren Weihnachtsurlaub gefürchtet hatten, zeigten sich erleichtert.

Cockpit: Warnschuss an Ryanair

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte die 200 fest angestellten Ryanair-Piloten in Deutschland zu Warnstreiks bei 16 Flügen zwischen 5 und 9 Uhr aufgerufen. Doch die Airline habe Piloten eingesetzt, die in der Probezeit oder selbstständig seien, erklärte VC-Sprecher Markus Wahl.
"Wir sind mit der Beteiligung absolut zufrieden. Bei Ryanair intern hat das Ganze hohe Wellen geschlagen", sagte VC-Sprecher Markus Wahl. Die Gewerkschaft habe mit der Aktion einen Warnschuss an das Management abgegeben, das entgegen offizieller Ankündigungen bisher nicht zu Tarifverhandlungen bereit sei.

Cockpit-Präsident Ilja Schulz zeigte sich nicht verwundert über die vergleichsweise geringen Auswirkungen im Flugbetrieb. Ein Großteil der Piloten bei Ryanair seien als Scheinselbstständige beschäftigt, sagte Schulz im ZDF-Morgenmagazin. Diese Piloten habe man gar nicht zum Streik aufgerufen.

Keine Streiks an Weihnachen geplant

Es ist der erste Ausstand in der Geschichte des 1985 gegründeten Billigfliegers Ryanair, der die höchsten Passagierzahlen in ganz Europa aufweist. An den Weihnachtsfeiertagen selbst solle nicht gestreikt werden, versicherte Gewerkschaftschef Schulz. Das Unternehmen hatte den Streik vorab kritisiert und Passagieren geraten, zum Airport zu kommen. Man plane, alle Flüge durchzuführen.

Kern des Konflikts ist die fehlende Anerkennung gewerkschaftlicher Vertreter bei Ryanair. Am Mittwoch waren nach Darstellung der Gewerkschaft erste Sondierungsgespräche über einen Tarifvertrag nicht zustande gekommen, weil Ryanair zwei der fünf in Dublin anwesenden VC-Tarifkommissionsmitglieder als Verhandlungspartner abgelehnt habe. Die Gespräche seien damit gescheitert. Man lasse sich von der Fluglinie nicht vorschreiben, mit wem sie verhandeln wolle, sagte Schulz. Dies gelte auch für die vom Unternehmen angebotene Gesprächsrunde am 5. Januar in Frankfurt.

Die Piloten organisieren ihre Aktionen europaweit. Der vierstündige Warnstreik war aber auf die deutschen Standorte beschränkt. Nach Angaben der VC gibt es bereits in Irland, Portugal, Spanien, Italien, den Niederlanden, Schweden und Deutschland öffentlich bekannt gemachte Tarifkommissionen. In Irland hat Ryanair die dortige Gewerkschaft Impact schriftlich als Interessenvertretung anerkannt.

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