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Angespanntes Klima - Kenyatta oder Odinga: Kenianer wählen Präsidenten

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Probleme an den Wahlstationen, Manipulationsvorwürfe und ein ermordeter Mitarbeiter der Wahlkommission - in einem angespannten Klima wählen die Kenianer heute einen neuen Präsidenten. Beobachter rechnen mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Präsident Kenyatta und Ex-Regierungschef Odinga.

In Kenia hat die Präsidentenwahl begonnen. Es wird ein knappes Rennen zwischen Amtsinhaber Kenyatta und dem Kandidaten der Opposition Odinga erwartet. Überschattet wird die Wahl von der Angst vor Ausschreitungen.

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Schon vor Sonnenaufgang haben sich Dutzende Kenianer in Schlangen aufgereiht, um bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Land abzustimmen. Entscheiden mussten sich die Wähler in dem ostafrikanischen Land unter anderem zwischen dem amtierenden Präsidenten Uhuru Kenyatta und seinem Herausforderer Raila Odinga. Mehr als 1.800 gewählte Ämter gilt es zudem neu zu besetzen, darunter Gouverneure und Bezirksvertreter.

Lange Schlangen vor den Wahllokalen

Im Dorf Il Bissil standen mehrere Hundert Menschen, darunter in traditionelle rote Tücher gekleidete Angehörige der Massai, stundenlang im Dunkeln, bevor die Wahllokale am frühen Morgen öffneten. Das kenianische Fernsehen zeigte auch lange Schlangen in der Hafenstadt Mombasa. Fast 20 Millionen Kenianer haben sich für die Wahl registrieren lassen.

Nach Öffnung der Wahllokale war vor allem die Frage, wie der Tag ablaufen würde - überwiegend friedlich wie 2013, obwohl es damals Vorwürfe der Wahlmanipulation von Seiten der Opposition gab, oder wie 2007, als Gewalt zwischen unterschiedlichen ethnischen Gruppen zu mehr als 1.000 Toten führte.

Die Reaktionen auf das Ergebnis der Abstimmung werden wohl vor allem von der Leistung der kenianischen Wahlkommission abhängig sein. Diese zählt die abgegebenen Stimmen an den mehr als 40.000 Wahlstationen.

Kenyatta ruft zu friedlichen Wahlen auf

Die Wahlkommission kündigte bereits an, dass 25 Prozent der Wahllokale keine Netzverbindung hätten. Behördenmitarbeiter müssen demnach an Orte mit besserem Signal gehen, um die Ergebnisse von dort aus per Satellitentelefon zu übertragen.

"Wie ihr gewählt habt, sollte nicht euer Verhalten gegenüber eurem Nachbarn widerspiegeln oder ändern", sagte Kenyatta am späten Montagabend. "Schüttelt Hände, teilt ein Essen zusammen und sagt ihnen "Lasst uns auf die Ergebnisse warten", denn Kenia wird noch lange nach dieser Wahl bestehen."

Für Kenyatta, den Sohn des ersten Präsidenten Kenias, und Odinga, den Sohn des ersten Vizepräsidenten, steht viel auf dem Spiel. Für Odinga, der bereits zum vierten Mal kandidiert, ist es die womöglich letzte Chance auf das höchste Staatsamt. Kenyatta wiederum möchte nicht als erster Präsident in die Geschichte Kenias eingehen, dem nur eine Amtszeit vergönnt war. Er war 2013 in den Präsidentenpalast eingezogen.

Mord überschattet Wahl

Zwar hat Kenyatta die Infrastruktur des Landes verbessert und einige Großprojekte vorangetrieben, allerdings werfen ihm Kritiker auch mangelnden Einsatz gegen Korruption vor. Genau die will Odinga entschlossen bekämpfen, außerdem hat er versprochen, als Präsident günstigen Wohnraum für die rund 48 Millionen Kenianer zu schaffen.

Die Wahl wird überschattet von dem bislang ungeklärten Mord am Chefaufseher des elektronischen Wahlsystems, Christopher Msando. Das Verbrechen hatte zur Verunsicherung der Wähler beigetragen. Außerdem warf Odinga, der von 2007 bis 2013 Regierungschef war, Kenyatta immer wieder Wahlmanipulation vor.

Der frühere US-Außenminister John Kerry wird einer unter Tausenden eingesetzten Wahlbeobachtern sein. Kenia gilt als relativ stabiler wirtschaftlicher Knotenpunkt in Afrika, ethnische Zugehörigkeiten überschatten jedoch das demokratische System im Land.

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