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Foodwatch-Studie - Welches Nährwert-Logo ist das beste?

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In welchem Müsli sind weniger Dickmacher? Supermarktkunden sollen das leichter auf der Packung sehen können. Foodwatch hat schon einen Favoriten bei der Kennzeichnung.

Nährwert-Logo
Der Nutri-Score zeigt in fünf Kategorien von A bis E an, wie gesund oder ungesund ein Produkt ist.
Quelle: dpa

Eine "Nährwertampel" mit Rot, Gelb und Grün, schwarze Warnsymbole oder ein Siegel mit Sternen: Damit Verbraucher einfacher erkennen können, ob viel Zucker, Fett oder Salz in Fertigprodukten steckt, gibt es in einigen Ländern extra Kennzeichnungen. Die Große Koalition will so etwas auch für Deutschland in Angriff nehmen. Doch wie soll das aussehen? Ein Favorit in der Debatte ist das Farb-Logo Nutri-Score, das auch schon erste Produkte in Supermärkten tragen.


Klöckner sieht Klärungsbedarf

Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) sieht erst noch weiteren Klärungsbedarf. Verbraucherschützer fordern aber mehr Tempo. Es sei höchste Zeit, dass Klöckner sich von der "unbelehrbaren deutschen Süßwaren- und Junkfood-Industrie" emanzipiere und dem besten Modell für Europas Verbraucher auch in Deutschland zum Durchbruch verhelfe, sagte Luise Molling von der Organisation Foodwatch am Mittwoch. Mit Nutri-Score sei auf einen Blick zu erkennen, wie ausgewogen oder unausgewogen verarbeitete Lebensmittel sind.

Die Kennzeichnung bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz auch empfehlenswerte Bestandteile wie Ballaststoffe oder Proteine in eine Bewertung ein und gibt dann einen einzigen Wert an - auf einer fünfstufigen Skala von dunkelgrün bis rot mit den Buchstaben A bis E. Und die Ergebnisse sind durchaus überraschend: So bekommt die Tiefkühl-Spinatpizza eines Herstellers ein B - die des Konkurrenten ein D. Und ein Kellog's-Kindermüsli erreicht ein A, ein anderes nur ein D, wie eine Foodwatch-Übersicht zeigt.

Lebensmittel-Ampel mit Schokoriegel und Fruchtgetränk
Lange umstritten: die Lebensmittel-Ampel.
Quelle: ZDF

Foodwatch stellte eine Studie vor, die fünf Modelle aus anderen Ländern untersuchte. In diesem Vergleich sei Nutri-Score "das effizienteste System" zur Aufklärung über die Ernährungsqualität gewesen. Die Teilnehmer sollten Produkte mit und ohne Kennzeichnung nach der höchsten, mittleren oder niedrigsten Qualität einordnen. Getestet wurde auch die britische "Ampel", über die lange heiß diskutiert wurde. Sie zeigt in Feldern in Rot, Gelb und Grün einen hohen, mittleren oder niedrigen Gehalt an Zucker, Fett und Salz. In Chile warnen schwarze achteckige Logos in Form eines Stoppzeichens etwa vor einer "großen Menge Zucker". In Australien und Neuseeland gibt es eine Kennzeichnung, die eine zusammenfassende Bewertung in einem Logo darstellt - je besser, desto mehr von fünf Sternen in einem Kreis werden schwarz unterlegt.

Jedes Modell mit Vor- und Nachteilen

Für die von Foodwatch vorgestellte Untersuchung wurden in Deutschland 1.000 Menschen befragt, aber nicht als repräsentative Stichprobe der Bevölkerung. Die Studie stammt den Angaben zufolge von Forschern der Universität Paris-Nord und der Curtin University in Australien und wurde in der "Ernährungsumschau" veröffentlicht. Eine vergleichende Einschätzung hat auch schon das bundeseigene Max-Rubner-Forschungsinstitut für Ernährung (MRI) vorgelegt. Fazit: Jedes untersuchte Modell habe "Vorteile, jedoch auch Einschränkungen" - auch Nutri-Score.

Das System sei als "wissenschaftlich fundiert und nachvollziehbar" anzusehen und richte sich an die Breite der Bevölkerung. Fragezeichen machte das MRI aber etwa bei Bewertungen zum Gehalt an Ballaststoffen und Zucker. Generell sei zu klären, ob ein Modell Einzelkomponenten oder das Gesamtprodukt beschreiben und bewerten solle. Um Verwirrung zu vermeiden, solle die Bundesregierung dann auch nur ein Modell unterstützen, das einheitlich aussieht. Klöckner will eine verständlichere, erweiterte Nährwertkennzeichnung und argumentiert: "Die gesunde Wahl soll die leichte Wahl sein."

Was hilft dem Verbraucher im Alltag?

Vor einer Festlegung sieht sie aber noch Klärungsbedarf. Dafür soll es eine Verbraucherbefragung und einen Praxistest geben, bei dem Bürger sagen können, welches System ihnen im Alltag am meisten hilft. Mit in die Auswahl soll noch ein weiteres Modell kommen, das das MRI selbst entwickeln soll. Auch der Spitzenverband der Lebensmittelbranche hat ein Modell vorgeschlagen. Es würde auf der Packungs-Vorderseite den Gehalt an Nährstoffen und die Kalorienzahl veranschaulichen - aber nicht in Ampelfarben, sondern über eine Darstellung mit fünf Kreisen. Wie schnell die politische Entscheidung fällt, muss sich zeigen.

Das MRI erläuterte, ein neues Modell erforderte dann "eine mehrjährige Entwicklungsphase". Werde dagegen ein bestehendes Modell getestet und "auf die Gegebenheiten in Deutschland angepasst", sei der Zeitbedarf geringer. Dabei ist klar, dass eine Extra-Kennzeichnung über die verbindlichen EU-Vorgaben hinaus für Hersteller vorerst nur freiwillig sein kann. Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD vereinbart, bis zu diesem Sommer ein Modell zu erarbeiten.

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